Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Projekt hilft bei der Entwicklung eines neuen Netzwerks für Meeresbeobachtung für die Mittelmeerregion

03.06.2003


Ein EU-Projekt entwickelt ein bisher nie da gewesenes Netzwerk für Meeresbeobachtung und -vorhersage unter den Ländern des Mittelmeerraums. Ziel ist es, die notwendigen Daten und Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um die maritime Umgebung des Mittelmeers effektiver zu bewirtschaften.


Das "Mediterranean Network to Assess and Upgrade the Monitoring and Forecasting Activity" (MAMA - Mediterranes Netzwerk zur Auswertung und Verbesserung der Beobachtungs- und Vorhersageaktivitäten) wird unter dem Teilprogramm "Energie, Umwelt und nachhaltige Entwicklung" (EESD) des Fünften Rahmenprogramms (RP5) gefördert. Mit einem Budget von 2,37 Millionen EUR bringt MAMA Fachleute aus 28 Meeresforschungsinstituten aus fünf Mitgliedstaaten sowie Malta, Zypern, der Türkei, Palästina, Israel, Slowenien, Kroatien, Ägypten, Syrien, Algerien, Albanien, Tunesien, Serbien und Montenegro zusammen.

Urbane Ausbreitung, Tourismus, Bevölkerungswachstum, intensive Landwirtschaft sowie die Verklappung von Industrie- und Hausmüll in den letzten fünfzig Jahren haben zu dramatischer Umweltverschmutzung und belastung des Mittelmeers und der Küstengebiete geführt.


Dr. Silvana Vallerga, Projektkoordinatorin von MAMA, teilte CORDIS-Nachrichten jedoch mit, dass es beim Umgang mit dieser Umweltbelastung nicht nur darum gehe, die Quellen der Verschmutzung zu bekämpfen. "Die Verschmutzung ist nur eines der Probleme", erläuterte sie. "Eine koordinierte Meeresbeobachtung und -vorhersage, die auf fundierter Wissenschaft und zuverlässiger Auswertung beruht, ist der effektivste Weg, um das Mittelmeer zu bewirtschaften und es somit zu schützen", so Dr. Vallerga.

Das System hat zum Ziel, den Kreislauf und die Bewegung des Meerwassers besser zu verstehen und auszuwerten. Dazu gehört auch die "Bestandsaufnahme" und Vorhersage des Klimawandels. "Das Erkennen der Bedürfnisse der Bevölkerung und die Verbesserung der Schiffssicherheit und -effizienz sind ebenfalls wesentlich für die nachhaltige Entwicklung der Region", erklärte Dr. Vallerga.

Einige Beobachtungssysteme sind zwar bereits im Einsatz, Dr. Vallerga erklärte jedoch, dass deren Kapazitäten beschränkt seien. Die Rolle des MAMA-Projekts ist es, die Lücken in diesen Systemen zu identifizieren, und erstmals ein "beckenweites Netzwerk" für Meeresbeobachtung im Rahmen des Global Ocean Observing System (GOOS - Globales Meeresbeobachtungssystem) aufzubauen.

"Das MAMA-Netzwerk verbindet alle Mittelmeerländer: Alle sind an Bord, denn es ist wichtig, die derzeitige Situation im Hinblick auf Fähigkeiten und Humanressourcen zu analysieren", erläuterte Dr. Vallerga gegenüber CORDIS-Nachrichten.

Sie meinte, dass das Konsortium mit den bisherigen Errungenschaften des Projekts sehr zufrieden sei. Seit seinem Start wurde im Rahmen des MAMA-Projekts eine Erhebung in allen teilnehmenden Ländern durchgeführt, um die auf nationaler Ebene zur Verfügung stehenden personellen, wissenschaftlichen und technischen Ressourcen zu analysieren. Es wurde auch eine Wissensbasis entwickelt, um die gesammelten wissenschaftlichen Daten der Teilnehmerländer zu verwalten.

Das wichtigste Element für den Aufbau von Kapazitäten war jedoch die Einrichtung eines Austauschprogramms zwischen dem Personal der teilnehmenden Meeresforschungsinstitute. "Persönlicher Kontakt ist der Schlüssel zum Erfolg des Netzwerks", bemerkte Dr. Vallerga und fügte hinzu, dass das Austauschprogramm dem Netzwerk geholfen habe, Erfahrungen zu vergleichen und Verfahren zu standardisieren.

Dr. Vallerga erklärte, dass der "MAMA-Ansatz" weltweit Anerkennung gefunden habe und dass weitere Regionen nun daran interessiert seien, ähnliche Meeresbeobachtungssysteme umzusetzen. Außerdem planen Teilnehmer des MAMA-Projekts, mit Partnern in den Regionen des Kaspischen und des Schwarzen Meers zusammenzuarbeiten, um ein Projekt für das Sechste Rahmenprogramm vorzuschlagen.

| cn
Weitere Informationen:
http://www.mama-net.org/
http://dbs.cordis.lu/cgi-bin/srchidadb?CALLER=NHP_DE_NEWS&ACTION=D&SESSION=&RCN=EN_RCN_ID:20331&TBL=DE_NEWS

Weitere Berichte zu: EU-Projekt MAMA MAMA-Projekt Meeresbeobachtung Mittelmeer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Weiterbildung – für die Arbeitswelt von morgen unerlässlich!
15.02.2018 | Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

nachricht Roboter als Förderer frühkindlicher Bildung – Neues Forschungsprojekt an der Uni Paderborn
07.02.2018 | Universität Paderborn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Good vibrations feel the force

23.02.2018 | Physik Astronomie

Empa zeigt «Tankstelle der Zukunft»

23.02.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics