Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Millionen für die Suche nach Wirkstoffen gegen Infektionskrankheiten

22.05.2003


Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat am gestrigen 21. Mai einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB) zum Thema "Erkennung, Gewinnung und funktionale Analyse von Wirkstoffen gegen Infektionskrankheiten" an der Universität Würzburg bewilligt. Mit diesem neuen Sonderforschungsbereich, der am 1. Juli für eine erste Förderphase von vier Jahren seine Arbeit aufnehmen wird, ist ein Finanzvolumen von über vier Millionen Euro verbunden, das aus Mitteln des Bundes, des Freistaates Bayern und der Universität selbst bereit gestellt wird.



Im Mittelpunkt des neuen SFB stehen Infektionskrankheiten, nach wie vor weltweit die Todesursache Nummer eins mit einem Anteil von rund 30 Prozent aller Todesfälle weltweit. Noch vor wenigen Jahren glaubte man, viele Krankheitserreger mehr oder weniger besiegt zu haben, sieht sich aber heute zunehmend mit neuen Erregern konfrontiert und auch mit bekannten Erregern, die aber zunehmend widerstandsfähig gegen gängige, oft sehr giftige Medikamente werden. Hinzu kommt, dass sich gerade bei tropischen Infektionskrankheiten, die ja meist Entwicklungsländer betreffen, die hohen Entwicklungskosten fuer neue Medikamente kaum wieder hereinholen lassen.



Dieser drängenden Thematik will sich der neue Würzburger SFB annehmen. In dem SFB werden sich 14 Arbeitsgruppen mit rund 60 Wissenschaftlern aus insgesamt vier Fakultäten mit der Entwicklung und Charakterisierung neuer Wirkstoffe gegen Infektionskrankheiten beschäftigen. Im Vordergrund stehen dabei Tropenkrankheiten wie Malaria, die sogenannte Leishmaniose und die Afrikanische Schlafkrankheit, ebenso aber auch andere zum Teil nur schwer therapierbare Infektionen, die durch Bakterien oder Pilze verursacht werden, wie z.B. die Tuberkulose.

Prof. Dr. Gerhard Bringmann, Inhaber des Lehrstuhls I für Organische Chemie und Sprecher des neuen Sonderforschungsbereichs, ist davon überzeugt, dass der im neuen SFB zusammengeführte Kreis von Forschern aus Chemie, Pharmazie, Infektionsbiologie, Medizin und Physik bestens für diese Thematik gerüstet ist. Aufgrund der hohen Interdisziplinärität des Verbundes, der anerkannt hohen fachlichen Kompetenz in den 14 Teilprojekten des SFBs und des exzellenten wissenschaftlichen Umfeldes an der Universität Würzburg könne nun unter dem Dach des neuen SFBs ein sehr integraler Ansatzes mit Tiefgang angepackt werden: die Erforschung von Wirkstoffen und ihrer Wirkung vom Molekül über die Zelle bis hin zum Wirtsorganismus und dem Menschen.

Universitätspräsident Prof. Dr. Theodor Berchem würdigte den neuen SFB als erneuten Beweis für die Leistungsfähigkeit der Würzburger Wissenschaftler und dankte der DFG für die Entscheidung. Die Universität hat nunmehr wieder neun Sonderforschungsbereiche, eine Zahl, die angesichts der Größe der Universität, des Fehlens einer Technischen Fakultät und des außerordentlich harten Wettbewerbs um Forschungsgelder nicht hoch genug bewertet werden könne und ein weiterer Beweis dafür sei, das die Universität mit ihrer Forschung zu Recht unter den Top Ten der deutschen Universitäten rangiere.

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: DFG Erreger Infektionskrankheit Wirkstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise