Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jenaer Wissenschaftler gründen Zentrum für Humanwissenschaftliche Forschung e. V.

19.05.2003


Die Vielfalt des Menschen vielfältig analysieren



Den Menschen in seinen vielfältigen Ausprägungen und aus unterschiedlichen Perspektiven unter die Lupe nehmen, wollen Wissenschaftler der Universität Jena in einem neuen Verbund. Dazu ist im vergangenen Semester das "Zentrum für Humanwissenschaftliche Forschung - Center for Human Resources Research" e. V. gegründet worden. Vor kurzem ist das Zentrum, dem Jenaer Verhaltens-, Sozial-, Erziehungs-, Wirtschafts- und Gesundheitswissenschaftler angehören, ins Vereinsregister eingetragen worden - und hat damit seine offizielle Geburt erlebt.

... mehr zu:
»Humanwissenschaft »Psychologe


"Mit dem Zentrum ist ein institutioneller Rahmen für die interdisziplinäre Forschung zum Thema ,Mensch’ gegeben", erläutert Prof. Dr. Rolf Steyer. Der Lehrstuhlinhaber für Methodenlehre und Evaluationsforschung der Jenaer Uni ist zum Präsidenten gewählt worden. Als Stellvertreter stehen ihm der Pädagogische Psychologe Prof. Dr. Ewald Johannes Brunner und der Wirtschafts- und Sozialstatistiker Prof. Dr. Peter Kischka zur Seite. "Es ist ein Zusammenschluss von Know-how", beschreibt Steyer das Zentrum, das von der Universität ideell sowie durch dessen Infrastruktur unterstützt wird, das sich aber ansonsten ausschließlich aus Drittmitteln finanziert.

"Von Personalauswahl und -entwicklung bis hin zur Untersuchung von Strukturen wie dem ,Innovationssystem Jena’ und seinen besonderen Bedingungen", beschreibt Prof. Steyer die Aufgabenpalette, der sich das neue Zentrum widmen will. Der "Humanfaktor" wird unter soziologischen, wirtschaftlichen, erziehungs- und gesundheitswissenschaftlichen Faktoren untersucht - und um dieses Ziel zu erreichen, werden Disziplinenhürden durch interdisziplinäres Vorgehen überwunden. Die Errichtung der Anti-Doping-Stelle in der Sportmedizin der Jenaer Universität gehört ebenso zu den Anliegen, die unter dem Dach des Zentrums durchgeführt werden, wie Projekte zur Qualitätssicherung der Lehre oder von Kundenzufriedenheitsanalysen. Steyer selber bringt ein Forschungsprojekt zur Personalauswahl in das Zentrum ein. Er untersucht, wie Fähigkeitstests für Bewerber möglichst kurz und individuell gestaltet werden können. Dazu werden am PC Aufgaben gestellt, die nur zum speziellen Bewerber passen. Je nach Antwort stellt das Programm automatisch die nächste passende Frage und geht nicht den gesamten Fragenkatalog durch. "Der adaptive Test passt sich der bis dahin geschätzten Leistungsfähigkeit an", erläutert Steyer. Dadurch muss der Bewerber nicht sämtliche Testaufgaben durchlaufen, spart Zeit und wird weder allzu sehr unter- noch überfordert. "Oft wird nach wenigen Aufgaben die Fähigkeit eines Bewerbers in diesem Bereich deutlich, so dass nicht alle Aufgaben gelöst werden müssen", weiß der Jenaer Psychologe. "Der Test wählt dann automatisch ein höheres Niveau oder ein anderes Fragengebiet", beschreibt Steyer die Software, die bereits erfolgreich und zuverlässig im Einsatz ist und in seiner Abteilung optimiert wird.

Neben eigenen und mit Partnern durchgeführten Forschungsprojekten will das Zentrum den interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch ebenso fördern wie den Berufs- und Forschungseinsatz von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlern. "Weiterhin wird die wissenschaftliche Beratung und Weiterbildung durch Wissensvermittlung als wesentliches Ziel gesehen", ergänzt Prof. Brunner. Gedacht ist dabei an Kooperationen mit wirtschaftlichen, sozialen, medizinischen und politischen Organisationen und Verbänden. All dies soll dazu beitragen, aus Jena heraus die Kenntnisse über das unbekannte Wesen "Mensch" - und sein Verhalten im Alltagskosmos - weiter zu verbessern.

Kontakt:

Prof. Dr. Rolf Steyer
Institut für Psychologie der Universität Jena
Am Steiger 3, Haus 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 - 945230, Fax: 03641 - 945232
E-Mail: rolf.steyer@uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/chr

Weitere Berichte zu: Humanwissenschaft Psychologe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Meilenstein in der Forschung: Enabling Innovation
06.09.2017 | Rheinische Fachhochschule Köln

nachricht Max Planck School of Photonics: Nationales Exzellenznetzwerk für Photonikforschung ausgewählt
04.09.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

“Lasers in Composites Symposium” in Aachen – from Science to Application

19.09.2017 | Event News

I-ESA 2018 – Call for Papers

12.09.2017 | Event News

EMBO at Basel Life, a new conference on current and emerging life science research

06.09.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften