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Für die Praxis durch Europa

11.09.2000


Ute Gottschalk, Gabriel Zibarov und Beate

Ottawa (v.l.n.r.) führte das Praxissemester ins europäische Ausland.

Foto: FHG/BL, Abdruck


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Praxissemester-Studierende aus Bocholt erarbeiteten Lernprogramme für virtuelle Lerngruppen im Internet. In einer Form von Generationenvertrag geben die Studierenden ihr Wissen weiter an jüngere
Semester.

Bocholt/Paderborn/St.Gallen/Staines. Stellen Sie sich vor, Sie haben ein neues Computerprogramm und wissen nicht, wie’s geht. Drei, die wissen, wie man Abhilfe schaffen kann, ohne über Handbuch und Bildschirm allein zu verzweifeln, sind Ute Gottschalk, Beate Ottawa und Gabriel Zibarov von der Fachhochschulabteilung in Bocholt, die sich während ihres Praxissemesters mit "Learning Spaces" beschäftigt haben. Das Rezept: Lernen im Internet. Und so geht’s: Der lernwillige Programmnutzer meldet sich per Rechner bei einer virtuellen Lerngruppe an. Hier ist alles wie im richtigen Leben: Es gibt Lerneinheiten, die er für sich allein durcharbeitet, er kann bei einem Übungsleiter nachfragen, wenn er etwas nicht versteht, er kann Prüfungen ablegen und er kann sogar seine Mitschüler mal eben was fragen, weil sich die Teilnehmer untereinander per Bildschirm kennen und sich per E-Mail austauschen können.
Was theoretisch klasse klingt, muss in der Realität aber für jedes neue Computerprogramm erst einmal entwickelt werden. Ein knappes halbes Jahr haben sich Gottschalk, Ottawa und Zibarov im Auftrag der Paderborner Softwareschmiede Pavone damit beschäftigt, solche Lernsysteme für deren Programmprodukte zu kreieren. Dazu waren sie zuerst eine Zeit lang in Paderborn. Anschließend trennten sich ihre Wege: Gabriel Zibarov reiste zur Pavone-Niederlassung in Staines in der Nähe von London. Von dort aus entwarf er eine Internet-Umgebung, auf der sich deutsche wie englische Nutzer gleichermaßen zurecht finden. Gottschalk und Ottawa zog es in die Schweiz: An der Universität von St.Gallen erkundeten sie die dortigen Erfahrungen mit virtuellen Lerngruppen und beschäftigten sich noch einmal intensiv mit der Anwendung der Wissensmanagement-Programme, für die sie die elektronische Lernumgebung gestrickt hatten.
Zurück in Bocholt verglichen die Studierenden ihre Erfahrungen: Virtuelle Lerngruppen sind ein Zukunftsmarkt für die Fort- und Weiterbildung, so ihr Fazit. Gegenüber Handbüchern und Hilfetexten bieten sie den Vorteil, dass die Lernenden mit Problemen nicht allein bleiben, auch wenn die anderen Mitschüler und der Lehrer dieses virtuellen Klassenzimmers möglicherweise weltweit verteilt vor ihren Bildschirmen sitzen. Außerdem verknüpft der Bildschirm Texte, Bilder, Ton und Filme viel leichter als ihre klassischen Vorgänger. Und billiger als Schulungsseminare mit Anwesenheit sind die elektronischen Schulungen außerdem, so die Schätzung von Prof. Dr. Edda Pulst, die die drei während des Praxissemesters sowohl real in Bocholt als auch virtuell per E-Mail und die gemeinsame Lernplattform betreute.
Und noch eine Erfahrung haben die drei Studierenden gemacht: Obwohl Großbritannien und die Schweiz gar nicht so weit weg sind, zeigten sich große Unterschiede in der Art, wie die virtuellen Schüler mit dem Medium "Lernen im Netz" umgehen. Gabriel Zibarov: "Sprachvarianzen, Arbeitsweisen und Unternehmenskultur bauen Kommunikationshindernisse auf, die man nur mit viel Offenheit für die anderen ausräumen kann." Auf diese Weise fördern internationale virtuelle Lerngruppen sogar das interkulturelle Verständnis. Für sich selbst hat er die Lehre daraus gezogen, im Kopf immer offen bleiben zu wollen.
Ihren neuen Kenntnisschatz nutzen die Praxissemester-Studierenden im kommenden Wintersemester, um im Auftrag des Düsseldorfer Großunternehmens Henkel Kommunikationsplattformen für die welt-weite unternehmensinterne Kommunikation zu entwickeln. Also etwa, wie Henkel-Mitarbeiter auch im mandschurischen Siping zeitgleich und unmittelbar von den Eigenschaften eines neuen oder verbesserten Henkel-Klebstoffs erfahren. Gleichzeitig geben sie ihr Wissen in einer Art "Generationenvertrag" an die Studierenden der niedrigeren Semester weiter. Eine unter ihnen ist Yvonne Steentjes, die zwar erst ins dritte Semester kommt, im Wirtschaftsinformatiklabor aber schon tatkräftig mit Rechnern, Netzen und Programmen hantiert. Während die anderen schon praxiserfahren sind, macht sie bei Henkel ihr erstes Praxisprojekt, bevor sie dann im siebten Semester auch ins Praxissemester aufbricht. Dann werden bereits die nächsten Generationen wieder von ihrem Wissen profitieren. Alles ist im Fluss.

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Informationen:
Prof. Dr. Edda Pulst, Fachbereich Wirtschaft der Bocholter Abteilung der Fachhochschule Gelsenkirchen, Telefon (02871) 2155-710 oder 9596-702 (Dekanatssekretariat), Telefax (02871) 2155-700,E-Mail: edda.pulst@bocholt.fh-gelsenkirchen.de

Dr. Barbara Laaser (Pressestelle) |

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