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Neue Konzepte gegen Krebs, Infektionen, Allergien und Autoimmunerkrankungen

06.05.2003


Im zielsicheren, vielseitigen und ungemein schnellen Aufspüren und Bekämpfen von Gefahren ist das Immunsystem nicht so leicht zu übertrumpfen, doch fehlerfrei arbeitet die körpereigene Abwehr nicht. Krankheitserreger oder Krebszellen entwickeln Strategien, mit denen sie den Gegner täuschen und der drohenden Eliminierung entgehen. Der Forschungsverbund "Neue Strategien der Immuntherapie" (forImmun) will seit Herbst 2002 ergründen, wie das Immunsystem auf die richtige Spur gelenkt, unterstützt oder von Fehlentwicklungen abgebracht werden kann.


Zwölf Gruppen aus fünf bayerischen Universitäten arbeiten zusammen mit elf Partnern aus der Biotechindustrie an der Entwicklung neuer Konzepte gegen Krebs, Infektionen, Allergien und Autoimmunerkrankungen. Die Universität Erlangen-Nürnberg ist mit einem Projekt von Prof. Dr. Gerald Schuler, Vorstand der Dermatologischen Klinik, am Verbund beteiligt.

Onkologie, Infektionsbiologie, Immunologie und Genomforschung werden in dem Verbund zusammengeführt, um neue Therapie- und Vorsorgestrategien zu entwickeln, wo die herkömmlichen Methoden an ihre Grenzen stoßen.


Impfen gegen Metastasen

In dem von Prof. Schuler geleiteten Projekt an der Dermatologischen Klinik in Erlangen geht es um Melanome, bekannt als "Schwarzer Hautkrebs". Wie generell bei Krebserkrankungen liegt die eigentliche Lebensgefahr darin, dass Metastasen gebildet werden können, Tochtergeschwulste, die sich im Körper ausbreiten. Auf diese Situation wird ein Prinzip übertragen, das sich beim Schutz gegen Eindringlinge von außen bewährt hat. Es wird versucht, die Patienten gegen Metastasen zu impfen.

Denkbar ist dies, weil sich Tumorzellen in der Regel von gesunden Zellen durch Merkmale auf der Zelloberfläche unterscheiden, die das Immunsystem erkennt oder erkennen lernen könnte. Die besten Aktivatorzellen des Immunsystems, die Dendritischen Zellen, werden als "Spürhunde" trainiert . Sie werden dem Blut der Patienten entnommen, im Labor vermehrt und mit Tumor-RNA konfrontiert, also mit veränderter Erbsubstanz, die das entartete Verhalten der Tumorzellen hervorruft. Danach werden die Zellen zurück in die Haut gespritzt. In den Lymphknoten, den Schaltzentren des Immunsystems, können sie ihre neu erworbenen Informationen weitergeben, Killerzellen aktivieren und zum gezielten Gegenschlag aussenden.

In der Erlanger Hautklinik sind Impfungen mit Dendritischen Zellen, die auf bekannte und häufig anzutreffende Tumorzell-Merkmale spezialisiert sind, bereits erprobt. Die neue Impfmethode soll das Immunsystem jedoch auf krankhaft veränderte Protein-Bruchstücke aufmerksam machen, die den Forschern weder bekannt sind noch bekannt sein müssen und für die Patienten individuell verschieden sein können. Solche aus Mutationen entstandene Antigene sind dem Abwehrsystem völlig fremd und sollten deshalb dessen Angriffslust erheblich steigern. Zunächst sind Patienten mit metastasiertem Melanom für die Behandlung vorgesehen; so bald wie möglich soll die Therapie aber in frühen Stadien eingesetzt werden, um Metastasen gar nicht erst entstehen zu lassen, ganz, wie es dem Sinn einer Impfung entspricht.

Gertraud Pickel | idw
Weitere Informationen:
http://www.abayfor.de/cgi-bin1/webcon/abayfor/verbund_home/42

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