Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Attraktiv für Spitzenforscher: "Frankfurter Schule" international gefragt

05.05.2003


Beim Ranking der Humboldt-Stiftung schneiden die Fachgebiete Physik und Philosophie hervorragend ab



Die "Frankfurter Schule" - ob in der Philosophie oder der Physik - hat international einen hervorragenden Ruf: Ausländische Wissenschaftlern wählen bevorzugt Frankfurt für ihren Forschungsaufenthalt, wie das soeben veröffentlichte Ranking der Alexander von Humboldt-Stiftung beweist: Auf Platz 1 der bundesweiten Rangliste ist der Frankfurter Fachbe-reich Physik platziert: 27 Forschungsstipendiaten und 13 Preisträger der Humboldt-Stiftung forschten in den vergangenen vier Jahren vorwiegend am Institut für Theoretische Physik und am Institut für Kernphysik. Nach der Berliner Humboldt-Universität und der Universität Heidelberg folgt im Fachgebiet Philosophie die Johann Wolfgang Goethe-Universität auf dem dritten Platz. Die Frankfurter Rechtswissenschaft kam auf einen beachtenswerten sechsten Platz.



In der Zusammenschau aller Fächer und Universitäten gehört die Johann Wolfgang Goethe-Universität mit Platz 14 zu den 21 "Spitzenreitern", wenn es um die absolute Zahl der von der Humboldt-Stifung geförderten Gastwissenschaftler geht: In den vergangenen vier Jahren verbrachten 96 Wissenschaftler aus allen Kontinenten mehrmonatige Forschungsaufenthalte in Frankfurt. Auf den vorderen Rängen haben sich die beiden Münchner Universitäten, die Freie Universität Berlin, Heidelberg und Bonn platziert. Nach einem anderen Berechnungsmodus - orientiert an der Zahl der Gastwissenschaftler pro 100 Professoren der jeweiligen Universität - können einige große Universitäten wie München und Frankfurt ihren Spitzenplatz nicht halten. Hier liegt Konstanz ganz vorn, die Forschungsstandorte Ulm und Stuttgart behaupten sich dabei erfolgreich neben den Traditionsuniversitäten Heidelberg und TU München.

Die meisten Humboldtianer an der Frankfurter Universität hat der Physiker Prof. Dr. Walter Greiner betreut, der 1997 wegen seiner besonderen Verdienste mit der Humboldt-Medaille ausgezeichnet wurde. Seine grundlegenden Arbeiten zur theoretischen Schwerionenphysik sind ein Markenzeichen der Frankfurter Physik mit Weltruf, und das lockt Jahr für Jahr junge Wissenschaftler aus dem Ausland an. Ohne die großzügige Förderung der Humboldt-Stiftung - so Greiner - gäbe es diesen wissenschaftlichen Austausch auf höchstem Niveau nicht, von dem auch die Frankfurter Studierenden enorm profitierten. Seit 50 Jahren verleiht die Humboldt-Stiftung ihre Forschungsstipendien und Forschungspreise an die besten Bewerber aus aller Welt, um ihnen einen Forschungsaufenthalt an einer wissenschaftlichen Einrichtung ihrer Wahl zu ermöglichen. Für ausgewählte Hochschulen ist diese Wahl auch eine Art Gütesiegel. Denn bei den Humboldtianern handelt es sich um Forscher, die sich ihre Kooperationspartner an den führenden Institutionen der Welt aussuchen können. "Gleichzeitig können wir uns auf das Auswahlverfahren der Stiftung absolut verlassen und bekommen international hervorragende Postdocs", so Greiner, dessen jüngere Kollegen - unter ihnen auch der Vizepräsident der Goethe-Universität, Prof. Dr. Horst Stöcker - diese Frankfurter Physik-Tradition fortsetzen.

Bei den Philosophen hat die "Frankfurter Schule" und damit die "Kritische Theorie" auch in der dritten Generation ein hohes Renommee. Hier pflegt insbesondere Prof. Dr. Axel Honneth, inzwischen auch Direktor des Instituts für Sozialforschung, die internationalen Kontakte, die sich aus der Kooperation mit der Humboldt-Stiftung entwickelt haben.
Das Ergebnis dieses Rankings belegt, welche Hochschulen in Deutschland international von Forschern wahrgenommen werden. Das Humboldt-Ranking wertet aus, auf welche Einrichtungen die 4713 Forschungsaufenthalte von Forschungsstipendiaten und Preisträgern im Erhebungszeitraum von 1998 bis 2002 entfielen. Dabei zeigt sich ein ausgeprägtes Spitzenfeld: Rund die Hälfte der Aufenthalte verteilen sich auf 23 Hochschulen, die andere Hälfte an 254 weitere Institutionen.

Dr. Ralf Breyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-frankfurt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitale Bildung im Unterricht: Was Lehrer und Schüler von der Schul-Cloud erwarten
11.12.2017 | Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI)

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik