Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Technologien für neue Märkte

15.04.2003


Die Fraunhofer-Gesellschaft passt ihr Technologie-Portfolio dynamisch an die Technologie-Trends und die Veränderungen der Märkte an. Strategientwicklung und Vernetzung sind die wichtigsten Instrumente zur Leistungssteigerung.



Mit ihrem marktorientierten Technologie-Portfolio verfügt die Fraunhofer-Gesellschaft über breite Kernkompetenzen in zukunftsfähigen Geschäftsfeldern. 48 der 57 Fraunhofer-Institute haben sich zu sechs technologisch komplementären Institutsverbünden zusammengeschlossen. Sie entwickeln sich entsprechend dem Reifegrad der jeweiligen Disziplinen und Technologien. Einige von ihnen - wie der Verbund Produktion - decken bereits flächendeckend die Marktnachfrage ab, andere dagegen - wie der Verbund Life Science - müssen noch durch Neugründungen von Instituten oder Übernahme von Einrichtungen ein ausreichendes Forschungsangebot schaffen.

... mehr zu:
»Life »Patent »Science »Vernetzung


In den Zukunftsfeldern baut die Fraunhofer-Gesellschaft ihre Kompetenzen strategisch aus, während sie in anderen Bereichen Anpassungen an die Entwicklung der Märkte vornimmt. So sollen die Kapazitäten des Fraunhofer-Verbunds Life Sciences noch in diesem Jahr erweitert werden durch die Errichtung eines Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI in Leipzig. Dieses neue Institut wird nur durch eine großzügigie Sonderfinanzierung des Freistaats Sachen möglich werden. Der Freistaat hat sich zur Prüfung der Finanzierung eine Frist bis zum dritten Quartal dieses Jahres gesetzt. Das Institut ergänzt die bisherigen Kompetenzen des Fraunhofer-Verbunds Life Sciences durch klinisch-anwendungsbezogene Fachgebiete wie Zelltherapie, regenerative Medizin, Stammzellbiologie und Immunologie.

Das Themenfeld Verkehr soll durch Vernetzung verstärkt werden. Die Fraunhofer-Gesellschaft bündelt ihre Kompetenzen im Themenverbund Verkehr. Dort haben sich 15 Fraunhofer-Institute zusammengeschlossen.

Innovative Systementwicklungen basieren zunehmend auf dem Zusammenwirken vieler, unterschiedlicher Disziplinen. »Die flexible und schnelle Vernetzung der notwendigen Kompetenzen innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft ist einer unserer großen Wettbewerbsvorteile«, betont Fraunhofer-Präsident Prof. Hans-Jörg Bullinger. So gelinge es, rasch auf Marktbedürfnisse zu reagieren und komplexe Systemlösungen bereit zu stellen. Die Kommunikationsstrukturen und Plattformen zur Vernetzung der Institute innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft werden ständig weiterentwickelt und gepflegt.

Die Fraunhofer-Gesellschaft hat in ihrer Unternehmensstrategie 2003-2005 die künftigen Entwicklungen dargestellt. Neben Elementen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit - wie die Intensivierung der internen und externen Kooperation, Maßnahmen zur Personalentwicklung und eine weitere Steigerung der Professionalisierung der Forschungsplanung - sind darin auch die grundlegenden inhaltlichen Perspektiven skizziert. Detaillierter ausgeführt ist das in den Strategien der Institutsverbünde, die in den neuen Forschungsperspektiven 2003/2004 zusammengefasst sind.

In einem neuem Gremium, dem Präsidium, diskutieren vierteljährlich der Vorstand und die Verbundvorsitzenden über strategische Fragestellungen oder Veränderungen des Portfolios. Außerdem wurden Prozesse wie Strategieplanung, Kundenzufriedenheitsanalyse und Mitarbeiterbefragung etabliert. Diese Instrumente und Prozesse werden kontinuierlich verbessert. Die Institute entwickeln aus sich heraus ständig neue Ideen, Konzepte und Verfahren zur Leistungssteigerung. Sie werden angepasst und schnell in der gesamten Fraunhofer-Gesellschaft verbreitet.

Patente

Die Fraunhofer-Gesellschaft hält nach wie vor einen ausgezeichneten 27. Platz in der Liste der Anmelder für deutsche Patente. Zwar ist die Anzahl angemeldeter Patente gegenüber dem Vorjahr von 507 auf 449 zurückgegangen, doch das ist nicht der einzige Erfolgsindikator. Entscheidender ist die Wirkung der erteilten Patente. Und hier stiegen die Lizenzerträge von 13 Mio Euro auf 17 Mio Euro.

Firmengründungen

Die Förderung von Firmengründungen wird von der Fraunhofer-Gesellschaft trotz der derzeit ungünstigen Stimmung konsequent fortgesetzt. Aus den von einer Venture-Gruppe betreuten Projekten sind in den vergangenen vier Jahren 52 Unternehmensgründungen hervorgegangen; an 36 dieser Firmen hat sich die Fraunhofer-Gesellschaft selbst beteiligt. Als Anerkennung für die hervorragenden Ausgründungsaktivitäten hat die Fraunhofer-Gesellschaft den Preis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF für Gründungsinitiativen erhalten, der von der Karl-Heinz-Beckurts-Stiftung verliehen wurde. Noch in diesem Jahr ist die Gründung einer Fraunhofer Beteiligungsgesellschaft Science Venture AG geplant.

Ausbau der Internationalen Vernetzung

Durch ihre internationalen Aktivitäten sichert sich die Fraunhofer-Gesellschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit im europäischen und weltweiten Forschungsmarkt. Für die verschiedenen Technologieregionen Europa, USA und Asien gibt es dazu unterschiedliche Schwerpunkte und Vorgehensweisen. Der von der Europäischen Kommission verfolgte Forschungs- und Innovationsraum Europa kann als Meilenstein auf dem Weg zu einem integralen Wirtschaftsraum betrachtet werden. In den USA wird die Fraunhofer-Gesellschaft in Zukunft besonders Partnerschaften mit erstklassigen US-Universitäten und Forschungslabors vorantreiben, um den Austausch von Technologien, Konzepten, Methoden und Ideen in beide Richtungen zu befördern. In Asien entwickelt sich die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit exzellenten Forschungspartnern weiter vorteilhaft. Die Fraunhofer-Repräsentanzen in Tokio, Beijing, Singapur und Jakarta konnten verstärkt auch deutsche Industriepartner vor Ort erfolgreich bei innovativen Vorhaben unterstützen. Neben dem im Industriegeschäft weiter dominierenden Japan wird China eine zunehmende Bedeutung gegeben.

Leitbild der Fraunhofer-Gesellschaft

Die Fraunhofer-Gesellschaft hat im Jahr 2002 eine intensive Diskussion zu ihrem Selbstverständnis geführt. Daraus ist das Leitbild entstanden, das sich aus der »Mission« und den daraus abgeleiteten »Werten und Leitlinien« zusammensetzt und die Unternehmenskultur beschreibt. »In turbulenten Zeiten ist Kreativität gefragt,« fasst Prof. Bullinger zusammen. Da die Rahmenbedingungen schlechter und die planbaren Zeiträume kürzer werden, gilt es situationsbezogen zu reagieren. »Die Fraunhofer-Gesellschaft kann den Herausforderungen flexibel begegnen, weil sie auf der Basis einer abgestimmten Gesamtstrategie und eines zukunfts- und nachfrageorientierten Gesamtportfolios den Instituten ein Höchstmaß an individueller Gestaltungsfreiheit gestattet«. Die Fraunhofer-Gesellschaft will auch unter schwierigen Bedingungen ihre Stellung im Forschungsmarkt eines zusammenwachsenden Europa ausbauen. Ziel ist, den Wandel in eine zukunftsfähige Gesellschaft zu unterstützen.

Franz Miller | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Life Patent Science Vernetzung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie