Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Basis für Kooperation mit Fritz-Bauer-Institut

04.09.2000


Universitätspräsident unterbreitet Vorschläge - Enge personelle Zusammenarbeit in der Holocaust-Forschung angestrebt

FRANKFURT. In die Verhandlungen über die Zukunft des Fritz-Bauer-Instituts ist Bewegung gekommen: Der Präsident der Goethe-Universität Prof. Dr. Rudolf Steinberg hat einen Vorschlag für eine engere Verbindung von Universität und Institut unterbreitet, nach der sich die Holocaust-Forschung an beiden Institutionen in Zukunft wechselseitig anregen soll. Der Universitätspräsident hofft nun auf Zustimmung bei den Mitgliedern des Stiftungsrats.

Als rechtlich selbstständiges "An - Institut" der Universität könnte die Eigenständigkeit gewahrt und die maßgebliche Mitwirkung des Fördervereins sichergestellt werden, heißt es in dem Kooperationsvorschlag des Präsidenten. Wie Steinberg betonte, gehören "An - Institute" zur bewährten Tradition der als Stiftungsuniversität gegründeten Frankfurter Universität, dazu zählen u.a. das Center for Financial Studies und das Sigmund-Freud-Institut.

Das Fritz-Bauer-Institut wird genügend Platz unter dem Dach des I.G. Farben-Hauses finden: Acht Büros im fünften Stock des Bauteils Q 3 sind nach einer neuen Raumplanung für das Institut reserviert. Die Buchbestände des Fritz-Bauer-Instituts sollen in die "Gemeinsame Bibliothek Poelzig Ensemble" integriert werden, in der auch die Fachbereichs- und Institutsbibliotheken zusammengefasst werden. Die eigenständige bibliothekarische Betreuung durch Mitarbeiter des Instituts ist gewährleistet. Sollte das Fritz-Bauer-Institut und sein Stiftungsrat nicht an der Unterbringung im I.G. Farben-Haus festhalten, so sieht Steinberg durchaus alternative Möglichkeiten.

Die wissenschaftliche Kooperation soll auch durch personelle Verknüpfungen gefördert werden. So stellt sich die Universitätsleitung vor, dass die Leitung des Fritz-Bauer-Instituts mit einer Professur der Goethe-Universität verbunden wird. Steinberg schlägt für die ersten fünf Jahre Prof. Dr. Micha Brumlik vor, der neu auf die Professur für Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Theorie und Bildung berufen wurde. Eine Regelung für zukünftige Berufungen sollen in einem Kooperationsvertrag zwischen dem Institut und der Universität getroffen werden.

Ein besonderes Anliegen ist es, die fächerübergreifende Forschung zum Holocaust in den nächsten Jahren zu intensivieren: Dies soll mit einer vom Land Hessen auf Dauer finanzierten Gastprofessur garantiert werden. Im ein- oder zweijährigen Wechsel wird diese Professur mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen besetzt; in den ersten Jahren sollen nach Vorstellung der Universität zunächst überwiegend Historiker berufen werden. Die Entscheidung darüber bleibt aber dem Stiftungsrat vorbehalten, dem bisher die Stadt Frankfurt, das Land Hessen und der Förderverein angehören, dem in Zukunft aber auch die Goethe-Universität beitreten soll. Nach Vorschlag der Universität entscheidet der Stiftungsrat mit ¾-Mehrheit, die Bestellung des Leiters und die Besetzung der Gastprofessur soll allerdings nicht gegen das Votum des Fördervereins erfolgen.

Gottfried Oy |

Weitere Berichte zu: Förderverein Holocaust-Forschung Stiftungsrat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Regensburger Forscher entwickeln weltweit einzigartiges Online-Mentoring-System
10.01.2018 | Universität Regensburg

nachricht Neues Virtual Reality-Labs für Medizinstudierende: Lernen mit Cyber-Herz und virtuellem Darm
10.01.2018 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Projekt "HorseVetMed": Forscher entwickeln innovatives Sensorsystem zur Tierdiagnostik

17.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt

17.01.2018 | Physik Astronomie

Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

17.01.2018 | Physik Astronomie