Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Studiengänge an der Universität Würzburg geplant

11.10.2000


Drei neuartige, deutschlandweit bislang einmalige Studiengänge sollen an der Universität Würzburg eingerichtet werden: Kulturwissenschaft I (Klassische Archäologie, Ägyptologie, Altorientalistik), Indogermanische
Sprach- und Kulturwissenschaft sowie Russische Sprache und Kultur. Alle drei sind auf eine Studiendauer von sechs Semestern angelegt, enden mit dem Abschluss "Baccalaureus Artium" und versprechen den Studierenden bessere Berufschancen.

Was diese Studiengänge vom herkömmlichen Magisterstudium unterscheidet, erläutert der Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Heinrich Hettrich: "Das Magister- und Promotionsstudium in diesen Fächern ist primär auf die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses ausgerichtet. In der Wissenschaft können allerdings nur wenige Absolventen auch einen Beruf finden."

Hinzu komme, dass von Geisteswissenschaftlern, die eine Tätigkeit außerhalb des wissenschaftlichen Bereichs anstreben, nicht so sehr die Ausbildung in einem begrenzten Fach gefordert werde. Vielmehr müssten sie neben den Grundkenntnissen des wissenschaftlichen Arbeitens geistige Aufgeschlossenheit und Flexibilität, bewusst entwickelte Transferfähigkeiten sowie Vertrautheit mit modernen Medien und Fremdsprachen mitbringen. Auch sollten sie ein zügig durchgeführtes Studium mitsamt einem Abschluss vorweisen können.

Dass es in der Tat genau diese Anforderungen sind, die an Geisteswissenschaftler gestellt werden, sei erst wieder im vergangenen Jahr bei der Vortragsreihe "Berufsfelder für Geisteswissenschaftler" an der Universität Würzburg bestätigt worden, so Prof. Hettrich. Bei dieser Reihe, die im Wintersemester 2000/01 fortgesetzt wird, referieren vorwiegend Vertreter aus der Wirtschaft.

Den oben genannten Bedürfnissen sollen nun die Baccalaureus-Studiengänge gerecht werden. Das Studium dauert sechs Semester und ist modular aufgebaut: Es soll allen Absolventen ausreichend Spielraum lassen, um individuellen Interessen nachgehen zu können. Alle Prüfungen finden studienbegleitend statt, so dass eine Abschlussprüfung entfällt. Die einzelnen Studienleistungen werden in einem ausführlichen Abschlusszeugnis aufgelistet.

Die wissenschaftliche Kernausbildung erfolgt wie im Magisterstudium in einem Hauptfach und in zwei Nebenfächern. Diese sind aber weniger zeitaufwändig und werden durch andere Bereiche ergänzt, denen jeweils ein bestimmtes Stundenkontingent zugewiesen wird:

· Fremdsprachenbereich: Hier sollen die Kenntnisse in den fachspezifisch sinnvollen modernen und antiken Sprachen erworben oder erweitert werden.

· Methodenbereich: Neben der bereits im ersten Semester zu absolvierenden Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten sind weitere Einführungsveranstaltungen zu besuchen, in denen die Grundzüge insbesondere der historischen, der prähistorisch-archäologischen, der philologisch-sprachwissenschaftlichen und der kulturanthropologischen Methoden vermittelt werden.

· Ergänzungsbereich: Hier wird den Studierenden die Möglichkeit eingeräumt, das Studium über die engere Fachorientierung hinaus im Sinne einer allgemeinen Wissenserweiterung zu nutzen - oder aber die Ausbildung durch eine gezielte Wahl der Module auf ein angestrebtes Berufsfeld hin zu verdichten.

· Praxisbereich: Praktika können auch außerhalb der Universität gemacht werden. Neben solchen, die auf die archäologischen Arbeitsfelder zugeschnitten sind (Museum, Grabung, Vermessen, Photographieren, Archäometrie), kommen insbesondere Veranstaltungen in Frage, die in nichtwissenschaftliche Berufsfelder (Medien, Verlagswesen, Touristik) oder in spezifische EDV-Anwendungen einführen.

Wie die Fakultät mitteilt, sei man davon überzeugt, dass derart breit und flexibel ausgebildete Absolventen sehr gute Chancen gerade außerhalb der traditionellen geisteswissenschaftlichen Berufsfelder haben werden, also etwa in der Kulturvermittlung und dem Kulturmanagement (Museumspraxis, Verlage, Bibliotheken, Medien).

Nach der Zustimmung durch den Hochschulrat hat das Wissenschaftsministerium sein Einvernehmen zur Einrichtung der neuen Studiengänge in Aussicht gestellt. Voraussichtlich zum Wintersemester 2001/02 werden dann die ersten Baccalaureus-Studierenden mit ihrer Ausbildung beginnen können.

Weitere Informationen:

Archäologie: Prof. Dr. Ulrich Sinn, T (0931) 31-2865, Fax: 31-2907, 
E-Mail: arch001@mail.uni-wuerzburg.de

Altorientalistik: Prof. Dr. Gernot Wilhelm, T (0931) 31-2861, Fax: 31-2674, 
E-Mail: gernot.wilhelm@mail.uni-wuerzburg.de

Ägyptologie: Prof. Dr. Karl-Theodor Zauzich, T (0931) 31-2816, Fax: 57-2261,
 E-Mail: i-aegyptologie@mail.uni-wuerzburg.de

Indogermanische Sprach- und Kulturwissenschaft: Prof. Dr. Heinrich Hettrich, T (0931) 31-2824, Fax: 57-2261, 
E-Mail: heinrich.hettrich@mail.uni-wuerzburg.de

Russische Sprache und Kultur: Prof. Dr. Christian Hannick, T (0931) 31-2863, Fax: 31-2107, E-Mail: hannick@mail.uni-wuerzburg.de

 Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Kulturwissenschaft Magisterstudium

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

nachricht Neues Ausbildungsjahr startet mit acht modernisierten Berufen
27.07.2016 | Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Experimentalphysik - Protonenstrahlung nach explosiver Vorarbeit

LMU-Physiker haben mit Nanopartikeln und Laserlicht Protonenstrahlung produziert. Sie könnte künftig neue Wege in der Strahlungsmedizin eröffnen und bei der Tumorbekämpfung helfen.

Stark gebündeltes Licht entwickelt eine enorme Kraft. Ein Team um Professor Jörg Schreiber vom Lehrstuhl für Experimentalphysik - Medizinische Physik der LMU...

Im Focus: Der perfekte Sonnensturm

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

Ein geomagnetischer Sturm am 17. Januar 2013 hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Der Sonnensturm ermöglichte einzigartige Beobachtungen, die...

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Im Focus: Neuer Schalter entscheidet zwischen Reparatur und Zelltod

Eine der wichtigsten Entscheidungen, die eine Zelle zu treffen hat, ist eine Frage von Leben und Tod: kann ein Schaden repariert werden oder ist es sinnvoller zellulären Selbstmord zu begehen um weitere Schädigung zu verhindern? In einer Kaskade eines bisher wenig verstandenen Signalweges konnten Forscher des Exzellenzclusters für Alternsforschung CECAD an der Universität zu Köln ein Protein identifizieren (UFD-2), das eine Schlüsselrolle in dem Prozess einnimmt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Structural & Molecular Biology veröffentlicht.

Die genetische Information einer jeden Zelle liegt in ihrer Sequenz der DNA-Doppelhelix. Doppelstrangbrüche der DNA, die durch Strahlung hervorgerufen werden...

Im Focus: Forscher entwickeln quantenphotonischen Schaltkreis mit elektrischer Lichtquelle

Optische Quantenrechner könnten die Computertechnologie revolutionieren. Forschern um Wolfram Pernice von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Ralph Krupke, Manfred Kappes und Carsten Rockstuhl vom Karlsruher Institut für Technologie ist es nun gelungen, einen quantenoptischen Versuchsaufbau auf einem Chip zu platzieren. Damit haben sie eine Voraussetzung erfüllt, um photonische Schaltkreise für optische Quantencomputer nutzbar machen zu können.

Ob für eine abhörsichere Datenverschlüsselung, die ultraschnelle Berechnung riesiger Datenmengen oder die sogenannte Quantensimulation, mit der hochkomplexe...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Heidelberg Laureate Forum: Eine Veranstaltung mit Zukunft

29.09.2016 | Veranstaltungen

Wissenschaftsjahr Meere und Ozeane - Oktober 2016

29.09.2016 | Veranstaltungen

EEHE 2017 – Strom statt Benzin. Experten diskutieren die Umsetzung neuester Fahrzeugkonzepte. Call vor Papers endet am 31.10.2016!

28.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schwerste Atome im Rampenlicht

29.09.2016 | Physik Astronomie

Zelluläres Kräftemessen

29.09.2016 | Interdisziplinäre Forschung

K 2016: Von OLED-Verkapselung bis Plagiatschutz

29.09.2016 | Messenachrichten