Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HRK-Präsident zu den neuen Studienanfängerzahlen

30.11.2000


... mehr zu:
»HRK-Präsident
Erfreulicher Trend bringt schwierige Herausforderungen für die Hochschulen

Das statistische Bundesamt hat erste vorläufige Ergebnisse seiner Erhebung der Studierenden- und Studienanfängerzahlen veröffentlicht. Danach ist die Zahl der Anfänger im Wintersemester 2000/2001 um knapp fünf Prozent angestiegen. Damit sind gegenwärtig mit knapp 1,8 Millionen Studierende etwa ein Prozent mehr als im Vorjahr eingeschrieben. Der Zuwachs entspricht den von der Kultusministerkonferenz prognostizierten Zahlen. Danach wird die Zahl der Studienanfänger bis zum Jahre 2008 um weitere zehn Prozent steigen.

"Die Zahlen zeigen, dass der Trend zu höheren Qualifikationen in Deutschland ungebrochen ist", erklärte dazu der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Professor Dr. Klaus Landfried am Donnerstag in Bonn. "Das heißt, dass die Unterfinanzierung des Hochschulwesens nicht geringer geworden ist. Die Zahlen belegen, dass die Studienberechtigten die Signale des Arbeitsmarktes aufgreifen. Die Diskussion um den Akademikerbedarf der Wirtschaft in den kommenden Jahren hat noch mehr Studienberechtigte veranlasst, sich an einer Hochschule einzuschreiben", sagte Landfried.

Das zeige sich deutlich bei der Zahl der Ingenieur- und insbesondere der Informatikstudierenden. Mit knapp 27.000 Studierenden im ersten Fachsemester ist in der Informatik ein neuer Rekordstand zu verzeichnen. Die Zahl stieg gegenüber dem Vorjahr um 7.000 oder 35,7 Prozent. Die Anfängerzahlen stiegen im Maschinenbau um knapp 20 Prozent und in der Elektrotechnik um zehn Prozent.
Der Zuwachs der Neueinschreibungen ist in allen diesen Bereichen an den Fachhochschulen wesentlich stärker als an den Universitäten und liegt in der Informatik sogar bei 56 Prozent.

"Beide Trends sind prinzipiell erfreulich", sagte der HRK-Präsident. Der starke Zuspruch zu den Fachhochschulen entspreche auch den Empfehlungen des Wissenschaftsrats, die Fachhochschulen stärker auszubauen. "Die Hochschulen stehen damit aber vor enormen Herausforderungen. Zum einen fehlen Studienplätze, vor allem in der Informatik. Hier müssen jetzt alle, nicht nur einige Länder deutliche Anstrengungen unternehmen und mehr investieren. Die Alternative könnten nur Zulassungsbeschränkungen zur Sicherung der Qualität sein.

Zum anderen sind durch die geringen Studierendenzahlen in den Technikwissenschaften in den neunziger Jahren Nachwuchslücken entstanden, die sich jetzt bei der Besetzung von Professuren und Assistentenstellen bemerkbar machen. Auch ist hier im Wettbewerb mit den Unternehmen der Wirtschaft auf einem engen Arbeitsmarkt die geringe Flexibilität des öffentlichen Dienst- wie Tarifrechts besonders nachteilig für die Hochschulen", so Landfried weiter. Reformen, wie sie von Bundesbildungsministerin Bulmahn auf den Weg gebracht würden, seien dringlich. "Schließlich bleibt zu fragen, inwieweit alle Studienanfänger ausreichend auf die Anforderungen ingenieurwissenschaftlicher Studien, die Informatik eingeschlossen, vorbereitet sind. Erste Eindrücke aus den Hochschulen lassen die Sorge entstehen, dass mangelnde schulische Vorbildung in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern ein nicht unerhebliches Problem darstellen könnten. Wir werden diese Frage im Laufe des kommenden Jahres sehr aufmerksam beobachten müssen."

Susanne Schilden | idw

Weitere Berichte zu: HRK-Präsident

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

nachricht Neues Ausbildungsjahr startet mit acht modernisierten Berufen
27.07.2016 | Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenboost für künstliche Intelligenz

Intelligente Maschinen, die selbständig lernen, gelten als Zukunftstrend. Forscher der Universität Innsbruck und des Joint Quantum Institute in Maryland, USA, loten nun in der Fachzeitschrift Physical Review Letters aus, wie Quantentechnologien dabei helfen können, die Methoden des maschinellen Lernens weiter zu verbessern.

In selbstfahrenden Autos, IBM's Watson oder Google's AlphaGo sind Computerprogramme am Werk, die aus Erfahrungen lernen können. Solche Maschinen werden im Zuge...

Im Focus: Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben zusammen mit Kollegen der Freien Universität Berlin ein neues Molekül entdeckt: Die Eisenverbindung in der seltenen Oxidationsstufe +4 gehört zu den Ferrocenen und ist äußerst schwierig zu synthetisieren.

Metallocene werden umgangssprachlich auch als Sandwichverbindungen bezeichnet. Sie bestehen aus zwei organischen ringförmigen Verbindungen, den...

Im Focus: Neue Entwicklungen in der Asphären-Messtechnik

Kompetenzzentrum Ultrapräzise Oberflächenbearbeitung (CC UPOB) lädt zum Expertentreffen im März 2017 ein

Ob in Weltraumteleskopen, deren Optiken trotz großer Abmessungen nanometergenau gefertigt sein müssen, in Handykameras oder in Endoskopen − Asphären kommen in...

Im Focus: Mit OLED Mikrodisplays in Datenbrillen zur verbesserten Mensch-Maschine-Interaktion

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP arbeitet seit Jahren an verschiedenen Entwicklungen zu OLED-Mikrodisplays, die auf organischen Halbleitern basieren. Durch die Integration einer Bildsensorfunktion direkt im Mikrodisplay, lässt sich u.a. die Augenbewegung in Datenbrillen aufnehmen und zur Steuerung von Display-Inhalten nutzen. Das verbesserte Konzept wird erstmals auf der Augmented World Expo Europe (AWE), vom 18. – 19. Oktober 2016, in Berlin, Stand B25 vorgestellt.

„Augmented Reality“ (erweiterte Realität) und „Wearable Displays“ (tragbare Displays) sind Schlagworte, denen man mittlerweile fast täglich begegnet. Beide...

Im Focus: OLED microdisplays in data glasses for improved human-machine interaction

The Fraunhofer Institute for Organic Electronics, Electron Beam and Plasma Technology FEP has been developing various applications for OLED microdisplays based on organic semiconductors. By integrating the capabilities of an image sensor directly into the microdisplay, eye movements can be recorded by the smart glasses and utilized for guidance and control functions, as one example. The new design will be debuted at Augmented World Expo Europe (AWE) in Berlin at Booth B25, October 18th – 19th.

“Augmented-reality” and “wearables” have become terms we encounter almost daily. Both can make daily life a little simpler and provide valuable assistance for...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von der Probe zum digitalen Modell - MikroskopieTrends ´16

26.09.2016 | Veranstaltungen

300 Experten diskutieren auf größter Entrepreneurship-Konferenz im deutschsprachigen Raum

26.09.2016 | Veranstaltungen

Idealer Ablauf für GMP-konforme Projekte

26.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phänotyp auf Knopfdruck

26.09.2016 | Biowissenschaften Chemie

Effiziente elektrische Antriebe: TU Graz startet Christian Doppler Labor

26.09.2016 | Maschinenbau

Methodenentwicklung an BESSY II: Automatische Auswertung beschleunigt die Suche nach neuen Wirkstoffen

26.09.2016 | Biowissenschaften Chemie