Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gemeinsames Klimaschutz-Projekt der Stadt Karlsruhe und der Fachhochschule Karlsruhe

23.03.2001


Studierende des Fachbereichs Architektur und Bauwesen ermitteln für Häuser in Karlsruhe den konkreten energetischen Sanierungsbedarf.


Unter dem Titel "Evaluierung der Effektivität von Strategien zur Motivation von Hausbesitzern zur energetischen Sanierung ihrer Gebäude mit objektivem Handlungsbedarf" stellen heute Bürgermeister Ullrich Eidenmüller und Prof. Dr. Werner Fischer ein gemeinsames Klimaschutz-Pilotprojekt der Stadt Karlsruhe und der Fachhochschule Karlsruhe - Hochschule für Technik zur Agenda 21 vor.

Überwiegend wurden Hausbesitzer bisher über Werbemaßnahmen wie Plakate, Rundfunkspots, Faltblätter, Energie-Spar-Infotelefone, Internetseiten, Messen und Infoständen über Strategien und Konzepte zur energetischen Sanierung von Häusern informiert - doch noch nicht mit dem gewünschten Erfolg, denn nur vergleichsweise wenige Hausbesitzer konnten zu solchen Sanierungsmaßnahmen bewegt werden. Zudem werden oftmals mit diesen Maßnahmen nur Hausbesitzer erreicht, die sich selbst bereits mit Sanierungsgedanken tragen und einen Energie-Spar-Check als willkommene Unterstützung "mitnehmen".


Durch das gemeinsame Projekt der Stadt Karlsruhe und der Fachhochschule Karlsruhe - Hochschule für Technik möchten die Verantwortlichen aufgrund der gemachten Erfahrungen einen neuen Anlauf nehmen, um Besitzer von Häusern mit objektivem energetischen Sanierungsbedarf direkt anzusprechen und dadurch zu motivieren, auch im Interesse des globalen Klimaschutzes gemäss der Agenda 21 eine entsprechende Sanierung des Gebäudes vorzunehmen. Innerhalb des gemeinsamen Projekts werden unter Leitung von Prof. Dr. Harald Garrecht Studierende des Fachbereichs Architektur und Bauwesen (AB) eine ganzheitliche Bewertung bestehender Gebäude vornehmen und ökologisch nachhaltige und ökonomisch vertretbare Maßnahmen zur Modernisierung des Bestands in Projekt-, Studien- und Diplomarbeiten entwickeln. Modellhaft sollen dabei auch die bei der Modernisierung und Sanierung anstehenden Probleme von der Planung, Ausführung bis hin zu Finanzierung und abschließender Bewertung der Nachhaltigkeit der Maßnahmen behandelt werden. Ende 2000 begann die Stadt Karlsruhe mit der Sanierung ihrer Oststadt. Mit den Projektinitiatoren, dem Umweltamt der Stadt Karlsruhe und der Fachhochschule Karlsruhe - Hochschule für Technik, möchte nun die Stadt Karlsruhe - vertreten durch das Hochbauamt, die Koordinierungsstelle Stadtsanierung und das Stadtplanungsamt - gemeinsam mit den Architekten- und Ingenieurkammern Baden-Württembergs, der Handwerkskammer Karlsruhe, dem Ministerium für Umwelt und Verkehr des Landes Baden-Württemberg, der Stadtwerke Karlsruhe GmbH sowie dem SIEMENS Typprüfungszentrum Karlsruhe und weiteren Unternehmen einen neuen Weg gehen, um Besitzer von Gebäuden mit objektivem Sanierungsbedarf anzusprechen. Neben den üblichen Infoveranstaltungen und Beratungen der beteiligten Amtsstellen werden am Beispiel der Oststadtsanierung studentische Arbeitsgruppen unter Anleitung ihrer Dozenten und mit Unterstützung von Mitarbeitern der beteiligten Organisationen vor Ort die Bürger beraten und damit versuchen, deren Motivation zur energetischen Sanierung ihrer Gebäude zu steigern.

In einem ersten Schritt konnte in einer Diplomarbeit eine erste Auswertung eines Thermografiefilms vorgenommen werden, der bei einem Flug über das Stadtgebiet von Karlsruhe aufgezeichnet und von den Stadtwerken Karlsruhe zur Verfügung gestellt wurde. Hierbei wurden die energetischen Verluste des Oststadtgebietes über die vielschichtige Dachlandschaft erfasst. Besonders auffällige Gebäude sollen nun in den kommenden Monaten von den studentischen Arbeitsgruppen eingehender untersucht werden. Neben weiteren Thermografieaufnahmen von Fassaden, die an kalten Januar- und Februartagen von 99 Gebäuden gemacht wurden, sollen auch die Luftundurchlässigkeit der Gebäudehülle überprüft und die gebäudespezifischen Wärmeverluste rechnerisch ermittelt werden. Die Bürger sind eingeladen, die Untersuchungen selbst mitzuverfolgen. Damit soll das Verständnis für die Problematik von hohen Energieverlusten bei gleichzeitiger Deckung des Heizwärmebedarfs gesteigert werden.

Die Ergebnisse der laufenden Arbeiten sollen Im Frühjahr 2001 auf Bürgerinformationsveranstaltungen vorgestellt werden. Die Studierenden sollen durch teamorientierte Arbeit an realen Gebäuden die zukünftig immer wichtiger werdenden Arbeitstechniken und Methoden erlernen und erproben, die mit dem Modernisieren und Sanieren von Bauwerken im Bestand in Verbindung stehen. Neben der Bestandserfassung gehören hierzu die qualifizierte Bewertung der Gebäude, des Energiebedarfs und der Wohnraumqualität, um geeignete Strategien der Altbausanierung, des nachträglichen Wärmeschutzes und der Modernisierung unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit herausarbeiten zu können. Nach einer Projektdauer von einem Jahr soll geprüft werden, ob mit der neuartigen Vorgehensweise wissenschaftlich abgesicherte Handlungsempfehlungen für kommunale Initiativen zur energetischen Sanierung im Gebäudebestand abgeleitet werden können. Ebenso ist dann zu überprüfen, welche konkreten Erfolge (in Auftrag gegebene Sanierungsmaßnahmen) die bisherigen Werbemaßnahmen zum Energie-Spar-Check zeigen und im Vergleich hierzu, in welchem Umfang die gezielte Ansprache der Besitzer von Gebäuden mit objektivem Sanierungsbedarf zu einer erhöhten Bereitschaft zu Sanierungsmaßnahmen führte.

Prof. Dr. Werner Fischer |

Weitere Berichte zu: Hausbesitzer Motivation Sanierungsbedarf Sanierungsmaßnahme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

nachricht Neues Ausbildungsjahr startet mit acht modernisierten Berufen
27.07.2016 | Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Experimentalphysik - Protonenstrahlung nach explosiver Vorarbeit

LMU-Physiker haben mit Nanopartikeln und Laserlicht Protonenstrahlung produziert. Sie könnte künftig neue Wege in der Strahlungsmedizin eröffnen und bei der Tumorbekämpfung helfen.

Stark gebündeltes Licht entwickelt eine enorme Kraft. Ein Team um Professor Jörg Schreiber vom Lehrstuhl für Experimentalphysik - Medizinische Physik der LMU...

Im Focus: Der perfekte Sonnensturm

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

Ein geomagnetischer Sturm am 17. Januar 2013 hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Der Sonnensturm ermöglichte einzigartige Beobachtungen, die...

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Im Focus: Neuer Schalter entscheidet zwischen Reparatur und Zelltod

Eine der wichtigsten Entscheidungen, die eine Zelle zu treffen hat, ist eine Frage von Leben und Tod: kann ein Schaden repariert werden oder ist es sinnvoller zellulären Selbstmord zu begehen um weitere Schädigung zu verhindern? In einer Kaskade eines bisher wenig verstandenen Signalweges konnten Forscher des Exzellenzclusters für Alternsforschung CECAD an der Universität zu Köln ein Protein identifizieren (UFD-2), das eine Schlüsselrolle in dem Prozess einnimmt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Structural & Molecular Biology veröffentlicht.

Die genetische Information einer jeden Zelle liegt in ihrer Sequenz der DNA-Doppelhelix. Doppelstrangbrüche der DNA, die durch Strahlung hervorgerufen werden...

Im Focus: Forscher entwickeln quantenphotonischen Schaltkreis mit elektrischer Lichtquelle

Optische Quantenrechner könnten die Computertechnologie revolutionieren. Forschern um Wolfram Pernice von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Ralph Krupke, Manfred Kappes und Carsten Rockstuhl vom Karlsruher Institut für Technologie ist es nun gelungen, einen quantenoptischen Versuchsaufbau auf einem Chip zu platzieren. Damit haben sie eine Voraussetzung erfüllt, um photonische Schaltkreise für optische Quantencomputer nutzbar machen zu können.

Ob für eine abhörsichere Datenverschlüsselung, die ultraschnelle Berechnung riesiger Datenmengen oder die sogenannte Quantensimulation, mit der hochkomplexe...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Heidelberg Laureate Forum: Eine Veranstaltung mit Zukunft

29.09.2016 | Veranstaltungen

Wissenschaftsjahr Meere und Ozeane - Oktober 2016

29.09.2016 | Veranstaltungen

EEHE 2017 – Strom statt Benzin. Experten diskutieren die Umsetzung neuester Fahrzeugkonzepte. Call vor Papers endet am 31.10.2016!

28.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schwerste Atome im Rampenlicht

29.09.2016 | Physik Astronomie

Zelluläres Kräftemessen

29.09.2016 | Interdisziplinäre Forschung

K 2016: Von OLED-Verkapselung bis Plagiatschutz

29.09.2016 | Messenachrichten