Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das neue BAföG: einfach - besser - mehr

16.02.2001


... mehr zu:
»BAföG »Berücksichtigung
Bulmahn: "Schluss mit dem "Sparfög", das BAföG wird endlich wieder eine Ausbildungsförderung auf die sich Studierende verlassen können"


Der Deutsche Bundestag hat am heutigen Freitag in zweiter und dritter Lesung das neue BAföG (Ausbildungsförderungsreformgesetz) beschlossen, das am 1. April 2001 in Kraft treten wird. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, erklärte dazu im Parlament: "Mit jährlich über 1 Milliarde Mark zusätzlich für die Ausbildungsförderung werden wir - erstens - rund 80.000 junge Menschen mehr fördern als bisher. Wir werden sie - zweitens - stärker fördern als bisher. Und wir werden ihnen damit - drittens - die Tür zu zukunftsweisenden Bildungs- und Studienangeboten öffnen."

Bulmahn betonte: "Wir brauchen nicht weniger, sondern im Gegenteil mehr Studierende und gut ausgebildete Hochschulabsolventen. Dass es immer noch viele begabte junge Menschen aus Familien mit geringem oder mittlerem Einkommen gibt, die auf ein Studium verzichten müssen, weil ihre Eltern es nicht finanzieren können, ist nicht nur sozial ungerecht. Angesichts des Fachkräftemangels in wichtigen Zukunftsbranchen - wie der Informationstechnologie - ist es auch ökonomisch unsinnig. Mit der Reform der Ausbildungsförderung sorgen wir dafür, dass niemand mehr aus finanziellen Gründen auf ein Studium verzichten muss."

Fremdsprachenkenntnisse und Auslandserfahrung seien heute wichtiger denn je, fügte die Ministerin hinzu. Sie nannte es eine zukunftsweisende Neuerung, dass Studierende nun mit einer BAföG-Förderung in den Ländern der Europäischen Union bis zum Abschluss studieren könnten.

Bulmahn hob vor dem Plenum des Deutschen Bundestags nochmals die Kernpunkte ihrer Reform hervor:

- Keine Anrechnung des Kindergeldes mehr

- Vereinfachung des Freibetragssystems und erhebliche Anhebung der für die anrechenbaren Einkommen maßgeblichen Freibeträge

- Deutliche Anhebung aller Bedarfssätze. Der Höchstsatz wird von 1.030 DM künftig auf 1.140 DM steigen

- Vereinheitlichung der Förderleistungen in neuen und alten Bundesländern

- Mit einer Anhebung des nachweisabhängigen Wohnzuschlages für auswärts wohnende Auszubildende auf 125 DM wird vor allem den überproportional hohen Mietkosten in Ballungsräumen Rechnung getragen

- Dauerhafte Regelung einer verlässlichen Hilfe zum Studienabschluss

- Internationalisierung durch EU-weite Mitnahmemöglichkeit des BAföGs nach zwei Semestern Studium in Deutschland bis zum Studienabschluss

- Bessere Berücksichtigung studienzeitverlängernder Kindererziehungszeiten (Ausdehnung auf Kinder bis zum 10. statt 5. Lebensjahr; zugleich weitergehende Berücksichtigung gerade auch in den ersten 3 Lebensjahren)

- Stärkung der Interdisziplinarität bei Masterstudiengängen, die künftig generell förderungsfähig sind, wenn sie einen Bachelorstudiengang - auch interdisziplinär - ergänzen

- Begrenzung der Gesamtdarlehensbelastung bei 20.000 DM, damit von den künftigen Studienanfängern die Einkommensschwächsten nicht bei Höchstförderung durch unübersehbare Schuldenlast abgeschreckt werden, sondern ihre Belastung transparent und kalkulierbar wird

Bulmahn rief in ihrer Rede alle politischen Kräfte und bildungspolitischen Akteure dazu auf, an der Wiederherstellung der Akzeptanz und des Vertrauens in die Verlässlichkeit unseres staatlichen Ausbildungsförderungssystems mitzuwirken.
"Der Erfolg ist erst vorhanden, wenn das neue BAföG von den jungen Menschen auch tatsächlich genutzt und in ihre Ausbildungsplanung einbezogen wird. Deshalb messe ich der Aufklärung über die BAföG-Reform und dem Rückgewinn des Vertrauens, dass in langen Jahren unverantwortlichen "Sparfögs" verlorengegangenen ist, ganz entscheidende Bedeutung zu" erklärte sie.

Über Einzelheiten der Reform plant das Bundesbildungsministerium, die Öffentlichkeit in einer breit angelegten Informationskampagne zu unterrichten. Schon jetzt können sich Eltern und Auszubildende selbst im Internet unter http://www.bmbf.de/288_1966.html über zahlreiche Detailfragen informieren.

Weitere Informationen (Rechenbeispiele) sind auf der BMBF-Homepage abrufbar!


Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Iris Marzian | idw

Weitere Berichte zu: BAföG Berücksichtigung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops