Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bulmahn will die Kooperation zwischen Wissenschaft und Statistik verbessern

13.03.2001


... mehr zu:
»Bulmahn »Bundesministerin
"Für gute politische Entscheidungen sind aussagekräftige Statistiken notwendig"

"Gute politische Entscheidungen brauchen gute statistische Informationen. Dafür ist eine gut funktionierende Infrastruktur zwischen Wissenschaft und Statistik notwendig. Denn gerade Politik und Politikberatung sind auf widerspruchsfreie und aussagekräftige Informationen zur Lage von Gesellschaft und Wirtschaft angewiesen". Das erklärte Edelgard Bulmahn, Bundesministerin für Bildung und Forschung, heute in Berlin bei der Übergabe des Berichtes der "Kommission zur Verbesserung der informationellen Infrastruktur zwischen Wissenschaft und Statistik (KVI)". Die Kommission aus Statistikern und Wissenschaftlern war von Bundesministerin Bulmahn im Herbst 1999 eingesetzt worden.

Unter Vorsitz von Professor Dr. Hans-Jürgen Krupp, Landeszentralbankpräsident und dem Präsidenten des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, macht die Kommission weitreichende Vorschläge zur Verbesserungen der Zusammenarbeit von Statistik und Wissenschaft.

"Die Politik braucht bessere und vor allem gut zugängliche Daten, denn erst diese ermöglichen treffendere Abschätzungen über die voraussichtlichen Wirkungen geplanter sozial-politischer Maßnahmen, bevor darüber entschieden wird." Dafür müsse die Wechselwirkung zwischen der Erhebung statistischer Daten und der Wissenschaft verbessert werden, so Bulmahn. Durch einen besseren Zugang zu öffentlichen Daten solle zugleich der Realitätsbezug der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften gefördert werden. Es gebe wertvolle Datenbestände der Statistik, die für die Forscher zur Zeit nur schwer oder nicht ausreichend zugänglich sei. "Es fehlt beispielsweise an Gelegenheit für Studierende, bereits in der Ausbildung zu lernen, wie man mit anonymisierten Mikrodaten umgeht, und entsprechende Methodenkenntnisse zu erwerben", sagte Bulmahn.

In ihrer Bestandsaufnahme stellte die Kommission fest, dass sich die klassische Arbeitsteilung zwischen der Statistik als Informationsgeber und der Wissenschaft als Informationsnehmer verändert. Die Wissenschaft brauche die Daten der Statistik in anwendbarer Form, und die Statistik brauche die Beratung der Wissenschaft für ihre Arbeit. Eine Überarbeitung der Informationsinfrastruktur müsse darauf zielen, diese Rollen neu zu bestimmen.

Die Kommission konzentriert sich in ihren Empfehlungen auf die Schaffung dauerhafterer Mechanismen innerhalb der wissenschaftlichen Infrastruktur. Hierfür empfiehlt sie die strukturelle und finanzielle Sicherung von besonders geschützten Datenbeständen (scientific use files) mit pauschalierten Zugangskosten, die Einrichtung von Forschungs- und Servicezentren zur sicheren Nutzung von sensiblen Daten durch die Wissenschaft, den Ausbau und die dauerhafte Sicherung einer der wichtigsten sozialwissenschaftlichen Erhebung (Sozio-ökonomisches Panel), und die Einrichtung eines "Rates für Wirtschafts- und Sozialdaten" zur nachhaltigen Verbesserung der Kooperation von Statistik und Wissenschaft.

Bundesministerin Bulmahn dankte der Kommission für ihre zügige Arbeit. Sie sicherte zu, auf der Grundlage des Berichts zu prüfen, wie die empirische Forschung und deren Zusammenwirken mit der Statistik eine stabile strukturelle Perspektive erhalten könne.


Eine Kurzfassung des Gutachtens ist unter http://www.bmbf.de/presse01/A--FIN4_.pdf zugänglich.


Mitglieder der Kommission:

Prof. Dr. Hans-Jürgen Krupp, Präsident der Landeszentralbank von Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern;

Johann Hahlen, Präsident des Statistischen Bundesamtes;

Eckart Hohmann, Präsident des Hessischen Statistischen Landesamt;

Dr. Axel Reimann, Verband Deutscher Rentenversicherungsträger VDR;

Prof. Dr. Richard Hauser, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main;

Prof. Dr. Gert Wagner, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin und Euro-pa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder);

Prof. Dr. Gerhard Arminger, Gesamthochschule Wuppertal;

Prof. Dr. Walter Müller, Universität Mannheim;

Prof. Dr. Karl Ulrich Mayer, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin;

Willem F.M. de Vries, Stellvertretender Direktor des Statistikdepartements der Vereinten Nationen.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Iris Marzian | idw

Weitere Berichte zu: Bulmahn Bundesministerin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitales Know-how für den Mittelstand: Uni Bayreuth entwickelt neuartiges Weiterbildungsprogramm
28.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Physik-Didaktiker aus Münster entwickeln Lehrmaterial zu Quantenphänomenen
22.09.2017 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher untersuchen Pflanzenkohle als Basis für umweltfreundlichen Langzeitdünger

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

„Antilopen-Parfüm“ hält Fliegen von Kühen fern

20.10.2017 | Agrar- Forstwissenschaften

Aus der Moosfabrik

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie