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Chemie vernetzt Naturwissenschaften und Technik

14.03.2001


Bayreuth/Thurnau (UBT). Nicht erst seit es der Wirtschaft an Naturwissenschaftlern und Technikern, den Universitäten an Studenten in diesen Fächern fehlt, ist die Notwendigkeit einer stärkeren Vernetzung von Schule und Universität besonders in den Fächern Chemie und Physik eine dringend anstehende Aufgabe. Konkrete Schritte im regionalen Umfeld wurden jetzt bei einer Tagung von Hochschullehrern aus dem Fachbereich Chemie und Chemielehrern in oberfränkischen Gymnasien geplant, die unter Leitung der Robert-Bosch-Stiftung im Wissenschaftszentrum Schloß Thurnau stattfand.

Gekennzeichnet ist die derzeitige Situation dadurch, dass die notwendige fachspezifische, kostspielige Ausstattung leeren Trägerkassen gegenüber steht, den rasanten Fortschritten in der fachlichen und methodischen Forschung ziemlich statische Lehrpläne und unsystematische Fortbildungsangebote. Das Bildungssystem als Ganzes ist zu träge, um mit der Dynamik Schritt zu halten. Zumindest in Teilen werden sich die Probleme allerdings in kleineren Einheiten durch Regionalisierung lösen lassen.

Dies war auch der Ansatz der Tagung auf Schloß Thurnau, bei der aber auch klar wurde, dass Vernetzungen regionaler Art sich nicht kostenneutral vornehmen lassen. Das Förderprogramm "NaT-Working" der Robert-Bosch-Stiftung kann allerdings die Katalyse und Triebkraftfunktion übernehmen, wenn das erarbeitete Konzept überzeugen sollte, stellten die Teilnehmer fest.

Ein Projekt C#NaT (Chemie vernetzt Naturwissenschaft und Technik) könnte verbindende Funktionen für die entsprechende Ausbildung an Gymnasien übernehmen. Es müsste sich unter anderem des neuen Faches "Natur und Technik" annehmen, das im bisher - bis auf das Fach Biologie - naturwissenschaftenfreien Raum Unterstufe (Jahrgangstufe 5-7) angesiedelt ist und sich zur Zeit in einer Experimentalphase befindet. Desgleichen gilt es, die Zeit von der Jahrgangstufe 6 bis zum vollständigen Naturwissenschaftenspektrum in der Jahrgangstufe 9 zu überbrücken und das vorhandene Interesse der Schüler dieser Altersgruppen ernst zu nehmen. In der Diskussion wurde offensichtlich, wie gut sich das Fach Chemie für vernetzende Funktionen zwischen den Naturwissenschaften und dem an deutschen Gymnasien neuen Bereich "Technik" eignet.

Den institutionalisierten Anforderungen könnte das Teilprojekt C#NaT-dialog genügen. Hierfür sollen in verschiedenen Teams, bestehend aus Lehrern, Hochschullehrern und einem Fachdidaktiker, einige Unterrichtseinheiten vorkonzipiert werden, die neben einer herkömmlichen Zusammenstellung von Inhalten und Demonstrationsmaterialien auch innovative praktische Aktivitäten enthalten, die die begrenzten Möglichkeiten einer Schule durch Besuche an der Universitäten relativieren könnten: Experimentalpraktika, Laborbesuche, Diskussion mit Fachleuten aus der Forschung... Die Einheiten sollten in Varianten je nach Thema mindestens zwei Zielgruppen gerecht, werden im Idealfall von der Unterstufe bis zum Niveau des Leistungskurses Chemie.
Für die nichtinstitutionalisierten Anforderungen, etwa spontane Kontakte einzelner Lehrer und Schüler zu Fachleuten der Universität, könnten die Möglichkeiten des Internet genutzt werden. Besonders wertvoll wäre die Einrichtung einer betreuten Hotline bzw. eines Forums im Teilprojekt C#NaT-serve, war man sich bei der Tagung einig.

Die Arbeit in gemischten Gruppen und viele persönliche Gespräche führten während der Tagung zum Teil schon zu konkreten Themenvorschlägen und zur Suche geeigneter Gruppenpartner. Die angestrebte Projektdauer von drei Jahren könnte einen Grundstock von Materialien und Erfahrungen schaffen, der die Nachhaltigkeit über einen wesentlich längeren Zeitraum sichert und bedeutend mehr Chemielehrern zugute kommen, obwohl im Rahmen des angestrebten Projektes nur eine begrenzte Zahl zusammenarbeiten kann.

M. A. Jürgen Abel | idw

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