Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jüngste Forschungen der Kommission stellen Chancengleichheit bei der Ausbildung in der EU in Frage

14.03.2003


Die weitreichenden Auswirkungen globaler Veränderungen im sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bereich auf Aus- und Fortbildung in der EU werden durch Forschungsergebnisse bestätigt, die heute in Brüssel von Philippe Busquin, dem für Forschung zuständigen Mitglied der Europäischen Kommission, vorgestellt wurden. Diese Forschungsergebnisse zeigen, dass komplexe Verbindungen zwischen Aus- und Fortbildung auf der einen Seite und auf der anderen Seite so unterschiedlichen Faktoren wie Bürgerschaft und demokratische Mitwirkung, soziale Gerechtigkeit, kulturelle Vielfalt und Lebensqualität bestehen. So steht zum Beispiel die Hochschulbildung in ganz Europa unter immer stärkerem Druck der Politik und der Öffentlichkeit, bessere Möglichkeiten für mehr Studenten, aber mit geringeren staatlichen Mitteln zu schaffen. Die Bildungspolitik ist außerdem eng mit anderen Bereichen der Sozialpolitik verknüpft, z.B. Wohnungsbau, Gesundheit, Volksgesundheit, Jugend, Beschäftigung und Zuwanderung.



Kommissar Busquin erklärte dazu: “Wir müssen dafür sorgen, dass alle Bürger in einer erweiterten Europäischen Union Zugang zum Lernen haben, wenn wir in die Zukunft unserer Kinder investieren wollen. Wenn es uns gelingt, die Probleme im Bereich Aus- und Fortbildung zu verstehen und entsprechende Lösungen zu entwickeln, können wir auch wirksamere politische Konzepte entwickeln, die jetzigen und künftigen Generationen einen guten Start ins Leben ermöglichen.”



Die Einführung von marktwirtschaftlichen Mechanismen in Aus- und Fortbildung lässt sich nicht immer mit den Forderungen der Befürworter von Dezentralisierung und Marktkräften in der Aus- und Fortbildung vereinbaren. Mitunter wird auf nachteilige Auswirkungen hingewiesen, in dem Sinne, dass die Einführung von marktwirtschaftlichen Mechanismen zu ungleichen Chancen bei der Ausbildung und zur sozialen Ausgrenzung benachteiligter Gruppen führen könnte.

EU-Forschung im Bereich Aus- und Fortbildung
In den vergangenen zehn Jahren wurden beim vierten und beim fünften Forschungsrahmenprogramm der EU über 50 Forschungsprojekte und thematische Netze unterstützt, die sich direkt mit Fragen der Aus- und Fortbildung befassten. Insgesamt erreichte der Beitrag der EU zu diesen Projekten über 40 Mio. €. An diesen kooperativen Anstrengungen, die sich auf ein breites Themenspektrum im Zusammenhang mit Bildung und Bildungseinrichtungen erstrecken, waren über 360 Forschungsteams beteiligt.

Um die bestmöglichen Ergebnisse aus Gruppen von Projekten zu Schlüsselthemen zu erzielen, wurden ferner Projektcluster gebildet. Beim sechsten Forschungsrahmenprogramm der EU (RP6 2003-2006) läuft jetzt die erste Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen mit zwei Fristen (15. April 2003 und 10. Dezember 2003) für verschiedene Projektarten.

Forschung im Bereich Hochschulbildung

Forschungen im Bereich Hochschulbildung zeigen, dass die soziopolitischen Forderungen und Erwartungen in diesem Bereich gestiegen sind, vor allem im Hinblick auf die wirtschaftliche Rolle der Hochschulbildung, während die öffentlichen Mittel in den meisten Ländern eingefroren oder sogar gekürzt wurden. Dadurch ist eine Kluft entstanden zwischen den Ansprüchen vieler Betroffener an die Hochschulbildung und den Möglichkeiten der Hochschulen, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Die Forschungsergebnisse in diesem Bereich sind ein wertvoller Beitrag zu Folgemaßnahmen zu der kürzlich veröffentlichten Mitteilung der Kommission über die künftige Rolle der Hochschulen in Europa.

Forschung über den Übergang von der Schule zum Beruf

Forschungen über den Übergang von der Schule zum Beruf zeigen, dass der Berufseinstieg für diejenigen mit der niedrigsten Qualifikation mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist und dass die Betroffenen bei Wirtschaftskrisen am stärksten betroffen sind. Dagegen haben Absolventen einer beruflichen Aus- und Fortbildung bessere Aussichten, ihren ersten Arbeitsplatz zu finden und in stabilere Beschäftigungsverhältnisse zu gelangen. Forschungen legen nahe, dass in Anbetracht der Unterschiedlichkeit von Aus- und Fortbildungs- und Arbeitsmarktsystemen in Europa die gleichen politischen Maßnahmen bei verschiedenen Rahmenbedingungen wohl kaum gleiche Wirkung zeigen werden. Trotzdem ist in allen Systemen erkennbar, dass ein frühes Versagen im Ausbildungsbereich sehr negative Auswirkungen für die jungen Menschen hat. Daher muss ein solches Versagen durch entsprechende politische Maßnahmen reduziert werden und/oder es sind Alternativen für den Erwerb von Qualifikationen zu schaffen.

Forschung über die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) beim Lernen

Forschungen über die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) beim Lernen haben gezeigt, dass der Erfolg IKT-gestützter Ausbildungsinnovationen neben dem Zugang zu den entsprechenden Technologien von einer Reihe weiterer Faktoren abhängt. Die Ausbildung der Lehrkräfte ist dabei ein kritischer Faktor. Die Forschungsergebnisse besagen, dass Innovation im Ausbildungsbereich unter Einsatz der IKT nicht nur als Frage des Zugangs zu Technologien oder der Anwendung betrachtet werden sollte. Die Forschungen beweisen vielmehr, dass Bildungseinrichtungen auch soziale Einrichtungen sind, die einerseits einen Einfluss darauf haben, wie Innovationen angenommen werden, die andererseits aber auch durch diese Innovationen beeinflusst werden.

Fabio Fabbi | Europäische Kommission
Weitere Informationen:
http://www.cordis.lu/improving/socio-economic/res_clusters_edu.htm
http://www.cordis.lu/improving/socio-economic/res_clusters_edu.htm
http://www.pjb.co.uk/npl/ongoing.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Sechs Bundesländer erproben Online-Schultests der Uni Jena
24.02.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Datenbrille und Co.: TU Kaiserslautern entwickelt alternative Prüfungsformate fürs Studium
02.02.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie