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EU-Forschung: Analyse des neuen Entwicklungsmodells für Europa

14.03.2003


Die Herausforderungen an Europas Entwicklungsmodell sind Schwerpunkt der 33 Forschungsprojekte, die heute von der Kommission vorgelegt wurden. Das nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte Modell wird der heutigen Realität nicht mehr gerecht: die zahlreichen Veränderungen in der modernen Welt erfordern eine Anpassung des Konzepts, wirtschaftliche und soziale Ziele mit Nachhaltigkeitszielen zu verknüpfen. Eine Verbesserung der Lebensqualität und die Integration in die europäische Gesellschaft werden ohne ein fundamentales Umdenken kaum möglich sein. Deshalb werden in den Projekten der Kommission Fragen wie der zunehmende Druck durch internationalen Wettbewerb, die Veränderungen auf den Finanzmärkten, die wachsende Ungleichheit und Phänomene wie die Abwanderung und die Vergreisung der Gesellschaft untersucht.



„Nach dem zweiten Weltkrieg konnte Europa ein soziales und wirtschaftliches Modell schaffen, das selbst in Phasen starker Spannung über fünfzig Jahre hinweg Frieden und Wohlstand gewährleistet hat,“ sagte Forschungskommissar Philippe Busquin. „Die Idee endlosen Wachstums und einer konstanten Verbesserung der Lebensqualität hat sich als Illusion herausgestellt. Die Globalisierung der Wirtschaft, schnelle demographische Veränderungen, neue Konfliktquellen, neue Technologien und Spannungen im Wohlfahrtsstaat - diese Herausforderungen erfordern ein neues Konzept, eine neue Politik und neue analytische Instrumente, kurz, ein neues Entwicklungsmodell für Europa.“



Die EU übernimmt bei der Beschreibung des neuen Entwicklungsmodells die Führungsrolle

Auf den Tagungen des Europäischen Rates in Lissabon (März 2000) und Göteborg (Juni 2001) wurde das grundlegende Ziel des neuen Entwicklungsmodells festgelegt, das Europa in die Lage versetzen soll, Wettbewerbsfähigkeit mit sozialen Garantien und Umweltschutz zu kombinieren und damit ein Wachstumsmodell zu schaffen, das langfristig Nachhaltigkeit gewährleisten kann.

Kommissionspräsident Romano Prodi hat zudem vor kurzem eine hochrangige Sachverständigengruppe ins Leben gerufen, die ein „nachhaltiges Projekt für Europa“ planen soll. Diese Gruppe wird von Herrn Dominique Strauss-Kahn geleitet und umfasst verschiedene anerkannte Experten aus unterschiedlichen Richtungen.

Die Forschung im Vorgriff auf das neue Paradigma

In den vergangenen vier Jahren hat die Kommission mehrere Projekte in Auftrag gegeben, die sich unter Berücksichtigung der spezifischen Merkmale der Länder Europas mit diesen komplexen Fragen befassen.

Die Kommission finanziert neun Projekte mit 91 Partnern und einem Haushalt von 9,4 Mio. €; 24 weitere Projekte (mit einem Mittelumfang von 19,6 Mio. €) untersuchen verschiedene Aspekte des neuen Entwicklungsmodells.

Die Projekte befassen sich u.a. mit folgenden Themen:

  • Verbesserung nachhaltiger Strategien zur Integration von Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialpolitik in Europa

  • Schaffung eines Rahmens für die sozioökonomische Entwicklung in Europa. Die auf Konsens basierenden politischen Systeme der kleinen westeuropäischen Staaten aus vergleichender und historischer Perspektive

  • Leistungen innovativer Unternehmen, Flexibilität interner/externer Arbeitskräfte und persönliche/soziale Folgen

  • Die Bereitstellung grundlegender Dienste auf liberalisierten Märkten

  • Innovation auf dem öffentlichen Sektor

Ein besseres Verständnis von Fortschritt - und von den Herausforderungen

Ergebnisse dieser Projekte und früherer damit zusammenhängender Forschungstätigkeiten im Rahmen des Programms für die zielgerichtete sozioökonomische Forschung werden erwartet und dürften im Laufe der nächsten drei Jahre in Umfang und Vielfalt zunehmen.
Man erhofft sich davon ein besseres Verständnis einer ganzen Reihe von Fragen: Möglichkeiten zur Kombinierung von wirtschaftlichem und sozialem Fortschritt unter den spezifischen Bedingungen Europas; Verbesserung der Lebensqualität durch eine bessere Vereinbarkeit von Berufsleben, Familienleben und sozialem Leben; Auswirkungen wirtschaftlicher Entwicklungen auf soziale Gerechtigkeit und sozialen Zusammenhalt; stärkere Einbeziehung nachhaltiger Umweltziele in andere politischen Bereiche; Auswirkungen der Öffentlichkeitsbeteiligung auf die Erfüllung dieser Ziele.

Fabi Fabbi | Europäische Kommission
Weitere Informationen:
http://www.cordis.lu/citizens/

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