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81 Millionen € für europaweite Herausforderungen: Kommission stellt sozioökonomische Forschungsnetze vor

13.03.2003


Welche Faktoren tragen am meisten zu unserem Stress bei? Was hindert berufstätige Eltern daran, ein zufriedenstellendes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben zu finden? Weshalb arbeiten mehr Frauen für weniger Geld? Dies sind nur ein paar der Fragestellungen, die EU-Forschungskommissar Philippe Busquin morgen in Brüssel vorstellen wird. Noch nie hat es in der Welt so große sozioökonomische Forschungsnetzwerke gegeben, wie sie diese mit 81 Millionen € aus dem EU-Haushalt ausgestatteten Projekte bilden. Die Forschungsergebnisse, die aktuelle gesellschaftliche Trends und Veränderungen in ganz Europa aufzeigen werden, sollen Maßnahmen entwickeln helfen, mit denen die Lebensqualität der Menschen in der EU und darüber hinaus verbessert werden können.


„Die Menschen heute sind einer ganz anderen Palette von Druck ausübenden Faktoren ausgesetzt als dies frühere Generationen waren”, sagt EU-Forschungskommissar Philippe Busquin. „Wenn wir wirksame Lösungen für die Probleme der Gesellschaft im Europa des 21. Jahrhunderts entwickeln sollen, brauchen wir genaue Informationen über die Ursachen. Mit diesem Wissen sind wir dann besser gewappnet für die Herausforderungen, die sich der europäischen Gesellschaft heutzutage stellen.”

Sozioökonomische Forschung in noch nie da gewesenem Umfang. Diese Projekte, die sich auf fünf Schlüsselthemen und Politikbereiche verteilen, werden in ganz Europa weitreichenden sozioökonomischen Fragen auf den Grund gehen:


Wohlergehen der Gesellschaft und des Einzelnen - Lebensqualität und sozialer Zusammenhalt
Hier geht es um Fragen wie die Überwindung der Hindernisse und die Nutzung der Möglichkeiten für eine Politik des aktiven Alterns in Europa; Auswirkungen des Wandels der gesellschaftlichen Strukturen auf Stress und Lebensqualität; Konflikt zwischen Familienleben und Berufsleben; Jugendjustizsysteme in Europa; die Rolle der Gewerkschaften bei der Bekämpfung von Diskriminierung und Ausländerfeindlichkeit sowie Untersuchung des Phänomens der Obdachlosen.

Modernes Regieren, Staatsbürgerschaft und die Dynamik der europäischen Integration, Erweiterung und Sicherheit
Hier geht es um Themen wie die politische Beteiligung junger Menschen in Europa; doppelte Staatsbürgerschaft; Kommunikation mit kleinen und mittleren Unternehmen; Staatsbürgerschaft von Migranten und Minderheiten; Hemmnisse und Barrieren für grenzüberschreitendes Pendeln in der EU; kulturelle Muster des europäischen Erweiterungsprozesses; Feststellung der Herausforderungen des erweiterten europäischen Binnenmarktes sowie den Themenkomplex Erweiterung und Medien.

Geschlechterspezifische Fragen, modernes Regieren und Lebensqualität
Hier werden Themen behandelt wie die Schaffung von Rahmenbedingungen für den Erfolg weiblicher Ingenieure; eine europäische Perspektive für Beschäftigung und geschlechterspezifische Fragen in der wissensgestützten Gesellschaft; Gleichstellungsproblematik, Elternschaft und der sich wandelnde europäische Arbeitsplatz; eine die Geschlechterthematik berücksichtigende und frauenfreundliche Politik und ein Netz über die Rechte europäischer Frauen.

Herausforderungen für Entwicklungsmodelle: weite Perspektiven, Wissensdynamik und Innovation
Hier geht es um Fragen wie soziale Rechte der Arbeitnehmer und Lohnungleichheiten in Europa; Beschäftigung und Innovation im öffentlichen Dienst; Reaktionen von Hochschuleinrichtungen auf Europäisierung und ein europäisches Konzept für geistiges Eigentum.

Infrastrukturen zum Aufbau des Europäischen Forschungsraums
Hier werden Themen behandelt wie die europäische Kultur online; mehrsprachiger Zugang zu Dateninfrastrukturen im Europäischen Forschungsraums, Integration von Wissen und Nutzung von Informatikhilfsmitteln in der naturwissenschaftlichen Lehre.

Politikgestaltung in voller Kenntnis der Sachlage
Politische Entscheidungsträgern konnten bereits auf wichtige Informationen aus früheren und laufenden EU-Forschungsarbeiten in diesen Bereichen zurückgreifen. So fließt auf EU-Ebene beispielsweise die sozioökonomische Forschung in die Gestaltung großer politischer Initiativen der EU ein, etwa in das Weißbuch „Modernes Regieren“, den Plan „Soziale Ausgrenzung” oder die Mitteilung über die Rolle der Universitäten, und hilft bei der künftigen Formulierung des Positionspapiers der Kommission über “Formelle and informelle Arbeit”.

Auf dem Programm: die Europäische Sozialerhebung
Die Kommission wird weiterhin die sozioökonomische Forschung unterstützen. Ein wichtiges Element beim Aufbau des Europäischen Forschungsraums auf diesem Gebiet ist die Schaffung von ‚Infrastrukturen‘, die allen Wissenschaftlern zur Verfügung stehen. Eine neue Initiative in diesem Bereich ist die Europäische Sozialerhebung, eine gemeinsame Forschungsinitiative von 23 nationalen Stellen, der Europäischen Wissenschaftsstiftung und der Europäischen Kommission.

Beispiele für Kernfragen dieser Erhebung sind: Vertrauen der Allgemeinheit in den Staat, Politiker und andere große Institutionen, politisches Interesse und Beteiligung; soziale Einbindung und Ausgrenzung, Wohlergehen, Gesundheit und Sicherheit; Bildung und beruflicher Hintergrund. Mit dieser Erhebung soll ein vollständig dokumentierter und leicht zugänglicher Datensatz für Studierende, Politikwissenschaftler, Journalisten, Politiker und die Allgemeinheit entstehen. Die ersten Daten werden voraussichtlich im Sommer 2003 veröffentlicht.

Fabbio Fabbi | EU
Weitere Informationen:
http://www.cordis.lu/citizens/
http://www.cordis.lu/improving/socio-economic/home.htm

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