Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovationskraft Deutschlands vor der Nagelprobe

26.02.2003


Bericht zur Technologischen Leistungsfähigkeit 2002 erschienen /


Forschung leidet unter Konjunkturkrise / Studienkoordinator Hariolf Grupp fordert: "Die Politik sollte ein Zeichen setzen"


Deutschland befindet sich auf einer konjunkturellen Durststrecke - doch darunter dürfen die Anstrengungen für Forschung und Bildung nicht leiden. Das fordert der neueste Bericht zur Technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands, der unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erstellt wurde. Der Bericht für das Jahr 2002 wurde heute vom Koordinator der Studie, Prof. Hariolf Grupp (Fraunhofer ISI), gemeinsam mit Dr. Harald Legler vom Niedersächsischen Institut für Wirtschaftsforschung in der Bundespressekonferenz in Berlin präsentiert und anschließend der Ministerin Edelgard Bulmahn überreicht.

In seiner Rede vor der Bundespressekonferenz sprach Grupp von einer Nagelprobe: Einerseits sei die technologische Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft nach wie vor hoch, doch es gebe Risse im Fundament. Vor allem durch den Einbruch bei den Informations- und Kommunikationstechnologien sei die Aufholjagd Deutschlands bei den Spitzentechnologien vor zwei Jahren ins Stocken geraten. Zudem hätten vor allem kleine und mittelständische Unternehmen von dieser Entwicklung nicht profitiert.


Der Bericht bemängelt, dass die Investitionen in Forschung und Entwicklung zyklisch der Haushaltslage folgen. Zwar gaben öffentliche Institutionen und Privatwirtschaft auch im vergangenen Jahr wieder 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung aus, doch vom selbst gesteckten Ziel, diese Marke innerhalb der Europäischen Union bis 2010 auf drei Prozent zu schrauben, ist Deutschland weit entfernt. Außerdem hat sich der Charakter der Forschung verändert: Die Hochschulen leiden unter Geldmangel und damit gerade jene Institutionen, die in Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Grundlagenforschung leisten. Gleichzeitig betreibt die Industrie fast nur noch angewandte Forschung, wobei die Anregungen für Innovationen von den Auslandsmärkten kommen. "Noch entsteht kein unmittelbarer Schaden, doch ohne neues Wissen aus der Forschung gerät die deutsche Wirtschaft mittelfristig international ins Hintertreffen", warnt Hariolf Grupp.

Grupp fordert deshalb gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine antizyklische Forschungspolitik: "Die Politik sollte ein Zeichen setzen", sagte er auf der Bundespressekonferenz. Die zusätzlichen Milliarden für die Bildung seien so ein positives Signal. Diesem müssten jetzt vergleichbare Anstrengungen in der Forschung folgen.

Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI erweitert das naturwissenschaftlich-technisch orientierte Fachspektrum der Fraunhofer-Gesellschaft um wirtschafts- und gesellschaftspolitische Aspekte. Dazu analysiert es technische Entwicklungen sowie deren Marktpotenziale und Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinär zusammengesetzten Teams des Instituts konzentrieren sich insbesondere auf die Bereiche Energie, Umwelt, Produktion, Kommunikation und Biotechnologie sowie auf die Regionalforschung und Innovationspolitik.


Bernd Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de/pr/2003de/pri04/Pri04.htm
http://www.technologische-leistungsfaehigkeit.de
http://www.isi.fraunhofer.de/publ/downloads/isi03b12/TLF-2002-Gesamt.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Spannende Experimente mit Astro-Alex im All
04.06.2018 | Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

nachricht Jeder Zweite nimmt mindestens einmal im Jahr an einer Weiterbildung teil
24.05.2018 | Deutsches Institut für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Abwehrmechanismus gegen Sauerstoffradikale entdeckt

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umwandlung von nicht-neuronalen Zellen in Nervenzellen

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Im Fußballfieber: Rittal Cup verspricht Spannung und Spaß

18.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics