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Universität Kiel wird Familiengerechte Hochschule

14.01.2003


Grundzertifikat als Auftakt für Qualifizierungsprozess



Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt auch an den Hochschulen noch immer eine ausschlaggebende Rolle für das berufliche Fortkommen, vor allem für Frauen. Am Dienstag, den 14. Januar 2003, erhält die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel das Zertifikat Familiengerechte Hochschuleâ . Es wird verliehen von der Beruf & Familie gGmbH Frankfurt/M., einer Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, und trägt dazu bei, familiengerechtere Arbeits- und Studienbedingungen zu schaffen. Die CAU wurde als erste große Universität Deutschlands begutachtet.



Das jetzt ausgestellte Zertifikat ist ein Grundzertifikat. Nach einer dreijährigen Phase der Umsetzung familienorientierter Maßnahmen, findet eine weitere Überprüfung statt. Fällt diese abermals positiv aus, erhält die CAU endgültig das Zertifikat. Um dieses zu erlangen, hat die Kieler Hochschule einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, der unter anderem folgende Punkte enthält:

1) Neue Formen der Arbeitszeitflexibilisierung: Flexiblere Arbeitszeiten sollen es Eltern einfacher machen, die Kinderbetreuung zu organisieren. Mitfahrbörsen können diese unkonventionellen Arbeitszeiten erleichtern.

2) Bei Führungskräften wird vermehrt die Kompetenz für Probleme erhöht, die sich aus familiären Situationen ergeben.

3) Bei der Besetzung besonders qualifizierter Arbeitsstellen und bei Berufungen wird die Familienkompetenz thematisiert.

4) Das Rektorat fördert geeignete Informationsmedien, um an der gesamten Universität eine breite Diskussion über die Vereinbarkeit von Beruf bzw. Studium und Familie anzuregen.

5) Für Studierende mit Kindern wird versucht, die Studienorganisation zu erleichtern.

6) Eine familiengerechte Infrastruktur, z.B. Spielecken, Stillräume, macht den Aufenthalt auf dem Campus für Eltern und Kinder angenehmer. Ein "Verein zur Kinderbetreuung" wird Beschäftigten die Möglichkeit bieten, ihr Kind beaufsichtigen zu lassen.

Das Audit-Verfahren wurde im Rahmen des Projektes Familiengerechte Hochschule entwickelt, das an der Universität Trier angesiedelt ist und von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung unterstützt wird. An der CAU wird das Projekt von einer Exekutivgruppe koordiniert, die aus dem Kanzler Dr. Steffen Richter, der Frauenbeauftragten Dr. Lesley Drewing, dem Personaldezernenten Siegfried Linke und der Dezernentin für Studien- und Prüfungsangelegenheiten Hildegund Schirmer-Schleicher besteht.

Während der Dauer des Grundzertifikats sendet die Hochschule jährlich einen Zwischenbericht an die Beruf & Familie gGmbH. Von dort ist ein externes Gremium (Audit-Rat) mit der Begutachtung beauftragt, das sich nach drei Jahren ein Bild über die Fortschritte an der Kieler Universität macht.

Um die Maßnahmen zu verwirklichen, kommen einzelne Projektgruppen zusammen, die alle Hochschulangehörigen repräsentieren: Studierende beiderlei Geschlechts, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mit Familie sowie Eltern, die in nicht-wissenschaftlichen Berufen arbeiten.

Der Kanzler, Dr. Steffen Richter, freut sich über das Zertifikat und erklärt das Engagement der Universität: "Ich sehe uns zunehmend in der Verantwortung, die Rahmenbedingungen für das Studium und die Forschung an der Universität so zu gestalten, dass alle Mitglieder Beruf oder Ausbildung und Familie unter einen Hut bringen können. Um bessere Bedingungen für Familien zu schaffen, müssen wir gemeinsam alle denkbaren Möglichkeiten nutzen."

"Mit der Durchführung des Audits Familiengerechte Hochschule verbessert die CAU die Rahmenbedingungen für Studierende und Mitarbeiter der Universität und wird so ein noch attraktiverer Studien- und Arbeitsort", so Stefan Becker, Geschäftsführer der Beruf & Familie gGmbH.

Kontakt:

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Die Frauenbeauftragte
Dr. Lesley Drewing
Telefon: 0431 - 8801651
E-mail: ldrewing@frauenbeauftragte.uni-kiel.de

Susanne Schuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kiel.de

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