Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Weichen für die Zukunft gestellt

12.08.2002


Akademienunion beschließt umfassende Strukturreformen

Das Präsidium der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften hat auf seiner Sitzung am 25. Juli 2002 weitreichende Änderungen in der Struktur und Verfassung (Satzung) der Union beschlossen. Bereits 2001 war eine Strukturkommission eingerichtet worden, die eine Neufassung der Satzung der Union, die Frage einer Nationalakademie sowie mögliche neue Aufgabenfelder intensiv diskutiert hat. Ihre Vorschläge hat das Präsidium abschließend beraten und beschlossen, die Akademien und ihre Union zu stärken sowie die Zusammenarbeit unter dem Dach der Union zu intensivieren. Die Akademien werden sich fortan im Rahmen der Union noch intensiver und auf breiterer Basis mit wichtigen Zukunftsfragen mit dem Ziel einer Gesellschaftsberatung befassen. Dies wurde als neue Aufgabe in die Satzung der Union aufgenommen. Dabei denken die Akademien vor allem daran, wichtige Themen und Problemfelder, die unsere Gesellschaft in Gegenwart und Zukunft betreffen, in interakademischen Arbeitskreisen und Symposien zu bearbeiten. In Publikationen, ggf. Denkschriften, sollen die politisch Handelnden und die Öffentlichkeit über die Ergebnisse dieser Arbeit informiert werden. Die in der Union zusammengeschlossenen deutschen Akademien streben eine enge Kooperation mit der Deutschen Akademie der Naturforscher - Leopoldina (Halle) und darüber hinaus mit den anderen deutschen Wissenschaftsorganisationen an. Die geplante Organisationsform eines "open club" bietet aus der Sicht der Union in der Zusammenarbeit die größtmögliche Flexibilität und Offenheit, um auf effektive und sachangemessene Weise alle in der deutschen Wissenschaft vorhandenen Kompetenzen zu bündeln.

Im Zuge dieser Reformdiskussion wurde das Präsidium der Union in seiner Funktion gestärkt. Die seit langem diskutierte Frage einer Nationalakademie wurde ausführlich erörtert. Die Vertreter der sieben in der Union zusammengeschlossenen Akademien haben sich einstimmig gegen die Schaffung einer neuen Institution (Nationalakademie) ausgesprochen, weil dadurch kein Mehrgewinn für die deutsche Wissenschaftslandschaft zu erwarten sei.

Für eine zügige Umsetzung der Planungen wurde bereits am 25. Juli eine interakademische Arbeitsgruppe gegründet. Sie soll in einem ersten Schritt wichtige Themen, die zu bearbeiten sind, eruieren. Der Arbeitsgruppe sollen jeweils zwei Wissenschaftler der sieben Akademien und, so der Vorschlag der Union, zwei Vertreter der Leopoldina angehören.

Im Zuge der Verfassungsreform haben die Akademien weiterhin beschlossen, dass die Union künftig von einem Präsidenten und einem Vizepräsidenten geleitet wird. Der Senat wird aufgelöst. Neu verankert in der Satzung wird eine "Wissenschaftliche Kommission". Sie soll das Präsidium in allen Fragen des gemeinsamen Forschungsprogramms (Akademienprogramm) fachkundig unterstützen.

Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften ist der Zusammenschluss der sieben deutschen Wissenschaftsakademien in Berlin-Brandenburg, Göttingen, München, Leipzig, Heidelberg, Mainz und Düsseldorf.

Bärbel Lange M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://akademienunion.de/

Weitere Berichte zu: Nationalakademie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie