Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bildungsbarometer belegt: Förderung muss zielgerichtet sein

11.09.2008
Das aktuelle Bildungsbarometer zum Thema Förderung zeigt, dass viele Eltern die Vorstellung besitzen, dass Denksportaufgaben, Sport und Musik einen direkten positiven Einfluss auf die Intelligenz und die Verbesserung der Schulnoten besitzen.

Da hier jedoch wissenschaftlich kein direkter Zusammenhang belegt werden kann, warnt der Landauer Bildungsforscher Professor Reinhold S. Jäger vor überzogenen Erwartungen im Hinblick auf die Verbesserung der schulischen Leistungen durch sportliche oder musische Förderung.

Die außerschulische Förderung spielt bei Eltern eine große Rolle: 24% der befragten Eltern fördern ihre Kinder in sportlicher Hinsicht, 22% im musischen Bereich, 12,5% unterstützen beim Erlernen einer Fremdsprache und 11,3% wollen durch Förderung dazu beitragen, dass ihre Kinder in einer Gruppe besser zurecht kommen. Diese Förderungen werden von den Eltern eher längerfristig unterstützt: 56% fördern länger als drei Jahre und geben dafür eine Menge Geld aus: In der Woche sind das im Durchschnitt 27 Euro. Die Eltern opfern auch viel Zeit für Ihre Kinder, im Durchschnitt etwas mehr als drei Stunden.

"Es muss allerdings die Frage gestellt werden, ob die hier investierte Zeit nicht bisweilen besser in schulische Förderung investiert würde, vor allem angesichts der Unzufriedenheit der Eltern mit den Ergebnissen der außerschulischen Förderung", erklärt Prof. Dr. Reinhold S. Jäger, Leiter des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau. Diese außerschulische Förderung werde nämlich im Vergleich zur Nachhilfe nicht so gut bewertet.

Jäger gibt den Rat, außerschulische und schulische Förderung aufeinander zu beziehen, damit der Erfolg für den Schüler optimal werden kann. Hierzu bedarf es allerdings der Absprache zwischen Elternhaus und Schule. Diese Absprachen scheinen aber - so ein weiteres Ergebnis des Bildungsbarometers - nicht zu funktionieren.

Das Bildungsbarometer wird in Kooperation zwischen dem Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf) und der Schülerhilfe (Gelsenkirchen) realisiert. Bei der aktuellen Online-Befragung haben 1510 Personen den Fragebogen vollständig bearbeitet, davon waren 805 Personen Eltern.

Der Newsletter 2-2008 des Bildungsbarometers steht als Download unter der folgenden Adresse zur Verfügung:

http://wwww.vep-landau.de/Bildungsbarometer/Newsletter_2-2008_Foerderung-end.pdf

Kontakt:

Prof. Dr. Reinhold S. Jäger
Geschäftsführender Leiter
zepf - Zentrum für empirische pädagogische Forschung
Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
Bürgerstraße 23, D-76829 Landau
Telefon: +49-(0)6341-906-175, Telefax: +49-(0)6341-906-166
E-Mail: jaeger@zepf.uni-landau.de

Bernd Hegen | idw
Weitere Informationen:
http://www.zepf.uni-landau.de
http://www.bildungsbarometer.de
http://wwww.vep-landau.de/Bildungsbarometer/Newsletter_2-2008_Foerderung-end.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Meilenstein in der Forschung: Enabling Innovation
06.09.2017 | Rheinische Fachhochschule Köln

nachricht Max Planck School of Photonics: Nationales Exzellenznetzwerk für Photonikforschung ausgewählt
04.09.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Granulare Materie blitzschnell im Bild

21.09.2017 | Verfahrenstechnologie

Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

21.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Überleben auf der Schneeball-Erde

21.09.2017 | Biowissenschaften Chemie