Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grenzübergreifend Architektur studieren

11.08.2008
Auslandsstudien und Fremdsprachenkenntnisse sind heute für Architektinnen und Architekten ein Muss. Um beides zu ermöglichen und dazu noch zwei Abschlüsse zu erwerben, hat die Fachhochschule Lausitz ab dem kommenden Wintersemester den integrierten binationalen Studiengang Architektur und Städtebau eingerichtet.

Die Studierenden absolvieren ein Studium an zwei Standorten, an der FH Lausitz in Cottbus und der Partnerhochschule Nysa in Polen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Auslandsjahr, Fremdsprachenkenntnisse und Kultur des jeweiligen Gastlandes sind "automatisch" im Studium integriert, nach sieben Semestern haben die Studentinnen und Studenten den polnischen und den deutschen Abschluss als Bachelor of Arts der Architektur erworben.

Gefördert wird das neue Studium vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), und virtuelle Ateliers sowie Workshops und Praktika ermöglichen eine enge Zusammenarbeit der binationalen Studentengruppe vom ersten Semester an. Dabei kommen vor allem die unterschiedlichen Profile der beiden Hochschulen zum Tragen, die FH Lausitz bildet eher den konstruktiv-gestalterisch Teil, die polnische Hochschule in Nysa verstärkt den künstlerisch-städtebaulichen Aspekt der Architekturausbildung.

Auslandsstudium und Mobilität werden von Absolventen der Hochschulen heute erwartet, in der Architektur ist es ein Muss, wenigstens für ein Semester im Ausland gewesen zu sein und fremdsprachliche Kompetenzen aufzuweisen. In einem herkömmlichen Studiengang zum Bachelor of Arts in der Architektur ist dazu oft eine längere Studiendauer vonnöten, und der Berufseintritt verschiebt sich dementsprechend nach hinten.

Weil es gerade im grenznahen Cottbus vielen deutschen und polnischen Studierenden so geht, die den Anspruch auf eine breit gefächerte und um ein Auslandsjahr bereicherte Studienausbildung haben, entwickelte die FH Lausitz den neuen integrierten Bachelor-Studiengang "Architektur und Städtebau" binational.

In sieben Semestern können Studierende ab dem kommenden Wintersemester an der FH Lausitz beides verbinden - ein fachlich fundiertes Studium der Architektur und des Städtebaus und Auslandserfahrung sowie den Erwerb von Sprachkenntnissen. Das Neue daran: Es ist ein Studiengang, der an zwei Hochschulen stattfindet, der FH Lausitz in Cottbus und der polnischen Partnerhochschule in Nysa, einer Stadt, die sich zwischen Wroclaw und Krakow befindet. Deutsche und polnische Studienanfänger studieren zunächst drei Semester in ihren jeweiligen Heimatländern, im vierten Semester kommen die polnischen Studierenden nach Cottbus, um gemeinsam mit den deutschen Kommilitoninnen und Kommilitonen zu lernen. Für die folgenden beiden Semester gehen Studierende aus Deutschland nach Polen, und ob das siebte Semester in Deutschland oder Polen absolviert wird, bleibt den Studierenden überlassen.

"Ab dem ersten Semester lernen die Studentinnen und Studenten hier Polnisch, die polnischen Deutsch, das Studium findet in der jeweiligen Sprache der Standorte statt", erklärt Hanne Sommer, die an der FH Lausitz lehrt und Auslandsbeauftragte des Studiengangs Architektur ist.
Die Architektin ist überzeugt, dass die Absolventen des Bachelorstudienganges erheblich bessere Berufschancen erwerben. "Neben der fachlichen Qualifikation prägt die Erfahrung eines Auslandsaufenthaltes auch die Persönlichkeit", sagt Hanne Sommer. Zuständig für die Entwicklung des neuen Studienganges und deren Organisation ist Karolina Hettchen. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin der FH Lausitz freut sich, dass der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) eine Anschubfinanzierung für die Erprobungsphase des Binationalen Bachelors gewährt hat und so auch die Studierenden einen Beitrag für Krankenversicherung, Bücher und Reisen bekommen. "Das Schöne und Besondere an dem Studiengang ist es, dass die Studierenden vom ersten Semester an in einem virtuellen Atelier gemeinsam arbeiten und sich auch in den Projektwochen schon während der ersten Semester gut kennenlernen. Der Studienplan wird an beiden Hochschulen umgesetzt."
Dabei profitieren die Studentinnen und Studenten vor allem von den unterschiedlichen Profilen der Hochschulen. So wird an der FH Lausitz verstärkt der konstruktiv-gestalterischen Teil, in Nysa der künstlerisch-städtebauliche Aspekt der Architekturausbildung im Vordergrund stehen.

Jana Wieduwilt

Weitere Informationen:
http://www.fh-lausitz.de/studium/informieren-bewerben/studienangebote.html
Persönliche Beratung zu Studienplänen, Zugangsvoraussetzungen und Stipendien:
Karolina Hettchen, wissenschaftliche Mitarbeiterin und verantwortlich für den binationalen Studiengang "Architektur und Städtebau"

Telefon: 0355 5818-536, E-Mail: k.hettchen@fhl-architektur.de

Ralf-Peter Witzmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-lausitz.de/
http://www.fh-lausitz.de/studium/informieren-bewerben/studienangebote.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitales Know-how für den Mittelstand: Uni Bayreuth entwickelt neuartiges Weiterbildungsprogramm
28.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Physik-Didaktiker aus Münster entwickeln Lehrmaterial zu Quantenphänomenen
22.09.2017 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise