Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nach dem 11. September erst recht: Internationalisierung an US Universitäten

25.07.2002


Vertreter deutscher Hochschulen hatten im Rahmen eines einwöchigen Seminars des Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) Gelegenheit, sich vor Ort über Möglichkeiten verstärkter Kooperation mit amerikanischen Partnern zu informieren. Anliegen des DAAD war es dabei vor allem, Impulse zu setzen für eine Verstärkung des Auslandsstudiums amerikanischer Studierender in Deutschland. In den letzten 5 Jahren hat die Zahl der amerikanischer Auslandsstudenten um 61% zugenommen. Deutschland konnte aber von dieser positiven Entwicklung nur sehr bedingt profitieren. Mit 4750 amerikanischen Studierenden an deutschen Universitäten und Fachhochschulen im Hochschuljahr 1999/2000 liegt Deutschland als Gastland nur an 7. Stelle. Großbritannien empfing fast 30.000 amerikanischer Gaststudenten, Frankreich immerhin noch 12.000, und 13.000 junge Amerikaner gingen studienhalber nach Italien.

Amerikanische Universitäten sind für den internationalen Austausch und die Zusammenarbeit mit ausländischen Partnerhochschulen sehr viel aufgeschlossener als man angesichts der weltweiten Spitzenstellung der amerikanischen Hochschulen und ihrer überwältigend positiven Leistungsbilanz erwarten würde. Isolationismus und Arroganz gegenüber dem Ausland ist an den Universitäten in den USA jedenfalls kein vorherrschender Trend. Und der 11. September hat die Bereitschaft zur Internationalisierung von Lehre und Forschung sogar nachhaltig verstärkt.
Die deutsche Gruppe, die aus Präsidenten und Vizepräsidenten sowie aus leitenden Mitarbeitern der Hochschulverwaltungen von Universitäten und Fachhochschulen aus ganz Deutschland zusammengesetzt war, verbrachte zwei Tage in New York und nahm dann an einer Tagung des Verbandes der großen staatlichen Universitäten in Santa Fe/New Mexico teil. Die Vizepräsidentin der FU Berlin, Professor Gisela Klann-Delius, zeigte sich beeindruckt von der offenen Aufnahme und der Kooperationsbereitschaft der amerikanischen Counterparts. Die deutschen Hochschulen hätten sich bisher vielleicht zu sehr vom Prestige und der perfekten Selbstvermarktung der privaten Unis in den USA beeindrucken lassen und darüber das große Potential an den in akademischer Hinsicht oft keineswegs schwächeren öffentlichen Unis nicht genügend zur Kenntnis genommen. Hier sei sicher noch viel zu tun für die deutschen Universitäten, meint Klann-Delius. Professor Georg Obieglo, Rektor der Fachhochschule Reutlingen, weiß aus der Erfahrung seiner sehr auslandsaktiven Hochschule, wie wichtig die sorgfältige Auswahl der richtigen Partner in den USA ist. Professor Jens E. Olsen, Prorektor der Universität Greifswald, fordert von deutscher Seite mehr Engagement für neue Programme und Aktivitäten, mit denen die Bereitschaft der amerikanischen Partner aufgegriffen werden kann.

... mehr zu:
»DAAD »Studierender

Aus der Erfahrung des DAAD ist eines sicher: akademischer Austausch mit den USA ist kein Selbstläufer. Studierende und Hochschulen haben hohe Ansprüche im Hinblick auf die inhaltliche Gestaltung des Studienprogramms und die Betreuung im Ausland. Sich mit diesen Ansprüchen auseinander zu setzen, amerikanischen Standards entsprechende neue Auslandsstudienprogramme zu entwickeln und diese wirkungsvoll in den USA zu vermarkten, kommt aber letztlich den deutschen Universitäten zugute. Die Lerneffekte werden gewiss generalisierbar sein. Und eine zahlenmäßig starke Präsenz amerikanischer Studierender an einer deutschen Hochschulen lässt sich effektiv für die Profilbildung im In- und Ausland nutzen.


Melanie Hildebrandt | idw
Weitere Informationen:
http://idw-online.de/public/www.daad.de

Weitere Berichte zu: DAAD Studierender

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Feinstaub weckt schlafende Viren in der Lunge

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieeffizienter Gebäudebetrieb: Monitoring-Plattform MONDAS identifiziert Einsparpotenzial

16.01.2017 | Messenachrichten

Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie