Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Er ist ein Mathematiker und also hartnäckig." (Goethe)

22.07.2008
Im Jahr der Mathematik veröffentlicht die HIS Hochschul-Informations-System GmbH eine Grunddatensammlung zum Studium der Mathematik. Sie trägt den Titel "Studienaufnahme, Studium und Berufsverbleib von Mathematikern" und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegeben.

Diese Sonderauswertung enthält Eckdaten zur Entwicklung der Studienanfänger(inn)en- und Absolvent(inn)enzahlen, zu Studienwahlmotiven, Studienabbruch und Berufswegen.

Die Mathematik ist ein Fach mit weit zurückreichender Tradition. Im öffentlichen Bewusstsein ist sie heute vor allem wegen ihrer Funktion als Bezugswissenschaft für viele Fächer wie Informatik, Elektrotechnik, Psychologie, Natur-, Wirtschafts- oder Sozialwissenschaften präsent. Als eine kulturübergreifende Disziplin des logischen Denkens ist sie jedoch ein wichtiger Bestandteil der Grundbildung und ein Pflichtfach an Schulen. In vielen gesellschaftlichen Bereichen gibt es großen Bedarf an gut ausgebildeten Mathematikexpert(inn)en und mathematischen Lehrkräften.

Im Studienjahr 2006 nahmen fünf Prozent der Studienanfänger(inn)en (11.408 Personen) an Universitäten ein Diplomstudium der Mathematik oder einen Lehramtsstudiengang mit dem Fach Mathematik auf. Drei Viertel der Studienanfänger(innen) in Mathematik, die ihr Abitur an einer allgemeinbildenden Schule erwarben, hatten schon in der Schule einen Leistungskurs Mathematik belegt. Zumindest die Studienanfänger dieses Faches bewerten den schulischen Mathematikunterricht im Nachhinein mehrheitlich als verständlich, anregend und abwechslungsreich und kennzeichnen somit den Unterricht als wichtigen Motivationskeim für die Wahl der Mathematik.

Über 90 Prozent der Mathematikstudierenden entscheiden sich aus Neigung bzw. Begabung für dieses Studium; allerdings ist die Studienabbrecherquote in den Diplomstudiengängen (ohne Lehramt) mit 32 Prozent überdurchschnittlich hoch. Zahlreich ist dagegen der wissenschaftliche Nachwuchs unter den Absolvent(inn)en: Mehr als die Hälfte der Mathematiker(inn)en des Abschlussjahrgangs 2005 befindet sich im Anschluss an das Studium in einer akademischen Weiterqualifizierung, in der Regel handelt es sich hierbei um die Promotion, deren Anteile spürbar zugenommen haben. Der Frauenanteil, der bei den Studienanfänger(inn)en noch 56 Prozent beträgt, liegt allerdings auf der Stufe der Promovierten nur noch bei 24 Prozent.

Mathematiker(inn)en haben zwar einen weniger leichten Start ins Erwerbsleben als Absolvent(inn)en der besonders begünstigten technischen Fachrichtungen wie Informatik und Elektrotechnik, doch geht es ihnen besser als dem Durchschnitt der Hochschulabsolvent(inn)en: Ein Jahr nach dem Abschluss sind 70 Prozent der Mathematikabsolvent(inn)en regulär erwerbstätig; nur vier Prozent sind arbeitslos.

Vom Jahrgang 2005 nahmen 68 Prozent der Graduierten ein Jahr nach dem Studium die Position eines/einer wissenschaftlichen Angestellten ohne Leitungsfunktion ein; dahinter verbergen sich viele Promotionsstellen. Leitungspositionen sind zu diesem Zeitpunkt noch selten. Der Anteil der selbständigen Diplom-Mathematiker(innen) (ohne Lehramt) ist deutlich angestiegen, beim Jahrgang 2001 waren es noch zwei, beim Jahrgang 2005 dagegen 11 Prozent.

In der Berufsgruppe der Mathematiker(inn)en nehmen, wie in anderen akademischen Berufsfeldern auch, beim Berufseinstieg die Normalarbeitsverhältnisse ab. Nur gut ein Drittel hat eineinhalb Jahre nach dem Abschluss eine unbefristete Vollzeitstelle, beim Jahrgang 2001 waren es noch 60 Prozent. Auch bezeichnen beim Jahrgang 2005 nur 62 Prozent ihre berufliche Position als adäquat, beim Jahrgang 2001 waren es 78 Prozent. Das Niveau der Arbeitsaufgaben und die fachlichen Inhalte der Arbeitsaufgaben werden hingegen von dem jüngsten Jahrgang ähnlich hoch qualifikationsangemessen bewertet wie von den älteren.

Die beruflichen Perspektiven schätzen die Mathematikabsolvent(inn)en als gut ein: so sind in punkto Beschäftigungssicherheit zwei Drittel der Mathematiker(inn)en zuversichtlich; hinsichtlich der beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten sind es sogar vier Fünftel.

Die Printversion von "Studienaufnahme, Studium und Berufsverbleib von Mathematikern" können Interessent(inn)en gegen eine Schutzgebühr von 10 € direkt bei HIS bestellen. Die gesamte Publikation steht alternativ als PDF-Download unter http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-200809.pdf kostenlos zur Verfügung.

Nähere Auskünfte:

Kolja Briedis
Tel: 0511 / 1220-232
briedis@his.de
Heiko Quast
Tel: 0511 / 1220-460
quast@his.de
Über HIS
Die HIS Hochschul-Informations-System GmbH unterstützt die Hochschulen und ihre Verwaltungen sowie die staatliche Hochschulpolitik als Dienstleister im Bemühen um eine effektive Erfüllung ihrer Aufgaben. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Aktivitäten

o als Softwarehaus der Hochschulverwaltungen

o im Sektor Hochschulforschung in Form von empirischen Untersuchungen und anderen Expertisen

o im Bereich Hochschulentwicklung mit den zentralen Themenfeldern Hochschulmanagement, Hochschulorganisation und Hochschulbau

Theo Hafner | idw
Weitere Informationen:
http://www.his.de/
http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-200809.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Schulraum in Stuttgart mit VLC-Technologie vom Fraunhofer HHI eröffnet
03.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie