Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bologna wirkt: Studienabbruch an Hochschulen nimmt ab

07.07.2008
Schavan: "Die Einführung des Bachelor trägt zu höherem Studienerfolg bei"

An deutschen Universitäten kommt es seltener zum Studienabbruch. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS), die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde und ab heute der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Demnach ist die Studienabbruchquote an deutschen Universitäten von 24 Prozent im Absolventenjahrgang 2004 auf 20 Prozent im Absolventenjahrgang 2006 gesunken. Dies ist ganz wesentlich auf die im Zuge der Bologna-Reformen eingeführten Bachelor-Studiengänge zurückzuführen. So ging der Studienabbruch in Sozialwissenschaften/Sozialwesen von 27 Prozent auf zehn Prozent, in den Sprach- und Kulturwissenschaften von 43 Prozent auf 32 Prozent und in den Agrar- Forst- und Ernährungswissenschaften von 14 Prozent auf sieben Prozent zurück.

Bundesbildungsministerin Schavan sagte am Montag mit Blick auf die Studie: "Diese positive Entwicklung zeigt, dass der Bologna-Prozess uns bei einem wichtigen hochschulpolitischen Ziel unterstützt: bei der deutlichen Reduzierung der Studienabbrecherquote. Die Einführung von Bachelor-Studiengängen an den Hochschulen trägt zu einem höheren Studienerfolg bei. Die Gründe dafür sind: der stärkere Berufsbezug, die bessere Strukturierung des Studiums und kürzere Studienzeiten. Die ersten Forschungsergebnisse zu den Auswirkungen des Reformprozesses zeigen deutlich: Wenn wir im internationalen Wettbewerb um die besten Talente mithalten wollen, gibt es zum Bologna-Prozess keine Alternative."

In den Fächern Mathematik, Ingenieur- und Naturwissenschaften und Technik - den so genannten MINT-Fächern - gibt es eine recht hohe Abwanderungstendenz in andere Studienfächer. Bei der vorliegenden Analyse ist aufgrund der Datenlage jedoch noch keine Differenzierung mit Blick auf den Bachelor möglich. Schavan sagte dazu: "Klar ist: Wir haben ein großes Interesse daran, dass die Hochschulen und Länder die MINT-Studiengänge so gestalten, dass weniger Studierende abwandern. Die Bundesregierung leistet etwa über den Pakt zur Gewinnung von mehr Frauen für MINT-Berufe und -Studiengänge oder im Rahmen des Jahres der Mathematik - ihren Beitrag, die MINT-Studiengänge noch attraktiver für junge Menschen zu gestalten."

Die durchschnittlichen Studienzeiten haben sich laut HIS durch die Einführung des Bachelors verringert. Zudem gibt es erste positive Forschungsergebnisse zum Berufseinstieg von Bachelor-Absolventen. So zeigt der im Juni von Bund und Ländern vorgestellte Bericht "Bildung in Deutschland 2008", dass Bachelor-Absolventen insbesondere in den Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften gute Arbeitsmarktchancen haben. Auch erste Analysen zu Einstiegsgehältern weisen darauf hin, dass es hier kaum Unterschiede zwischen Fachhochschulabsolventen mit Diplom und Bachelor-Abschluss gibt.

Die HIS-Studie zeigt jedoch auch, dass die durchschnittliche Abbruchquote an Fachhochschulen von 17 Prozent im Absolventenjahrgang 2004 auf 22 Prozent im Absolventenjahrgang 2006 zugenommen hat, und hier insbesondere in den Fächern Wirtschaftswissenschaften, Maschinenbau und Elektrotechnik. Als mögliche Ursachen für den Anstieg des Studienabbruchs in diesen Fächern werden hohe Leistungsanforderungen und die schwierige Vereinbarkeit von Studium und Nebenerwerb angeführt. Schavan: "Hier müssen wir schnell Abhilfe schaffen. Gemeinsam mit den Ländern und den Hochschulen muss geprüft werden, wie die Studienbedingungen verbessert werden können, damit das Potenzial der Studierenden auch in den technischen und wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen besser entwickelt wird. Die Bundesregierung hat mit der Erhöhung des BAFöG-Satzes, der Freibeträge und der Kinderpauschale bereits einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, die Vereinbarkeit von Studium und Familie, sowie Studium und Nebenerwerb zu erleichtern. Nun sind auch die Hochschulen aufgerufen, durch gute Betreuung und weitere Reformen der Curricula die Abbruchquoten in allen Studienbereichen zu senken."

Zu den Gründen des Studienabbruchs insbesondere auch von Studierenden in Bachelor-Studiengängen wird HIS im Frühjahr 2009 auf Basis einer Exmatrikuliertenbefragung eine detaillierte Untersuchung vorlegen, die ebenfalls durch das BMBF gefördert wird.

Die HIS-Studie "Die Entwicklung der Schwund- und Studienabbruchquoten an den deutschen Hochschulen" kann unter http://www.his.de heruntergeladen werden.

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.his.de
http://www.bmbf.de/press/

Weitere Berichte zu: HIS Studienabbruch Wirtschaftswissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit