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Der Funke springt über

17.06.2008
Mädchen entwickeln beim Konstruieren von Robotern oder im Umgang mit dem Lötkolben genauso viel Spaß an Wissenschaft und Technik wie Jungen. Dennoch gibt es zu wenig weibliche Nachwuchskräfte. Die Deutsche Telekom-Stiftung und die Fraunhofer-Gesellschaft kooperieren, um mehr Schülerinnen für Naturwissenschaften zu begeistern.

Deutschland braucht kreative Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Deutsche Telekom Stiftung und die Fraunhofer-Gesellschaft investieren deshalb insgesamt rund 2,4 Millionen Euro in das Vorhaben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Koordination des Projekts auf Seiten der Fraun-hofer-Gesellschaft durch den "Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen". MINT steht für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Die Deutsche Telekom Stiftung und die Fraunhofer-Gesellschaft engagieren sich für einen höheren Anteil von Mädchen und jungen Frauen in technischen Berufen und bieten jetzt ein gemeinsames, durchgehendes Förderprogramm von der Mittelstufe bis zum Studienbeginn an. Die Partner verzahnen dazu ihre Projekte Junior-Ingenieur-Akademie (Mittelstufe) und Fraunhofer Talent School (Oberstufe). Ziel ist es, gemeinsam bis Ende 2010 bundesweit mindestens zehn Junior-Ingenieur-Akademien aufzubauen und 20 Talent Schools durchzuführen. Mindestens die Hälfte aller Kursteilnehmer werden Mädchen sein.

"Wenn wir das Potenzial weiblicher Nachwuchskräfte in MINT nicht ausschöpfen, lassen wir die halbe Mannschaft auf der Reservebank", erklärt Dr. Klaus Kinkel, Vorsitzender der Telekom Stiftung. "Das ist nicht nur ein Armutszeugnis für die Gleichstellung, sondern auch gefährlich für die Zukunft des Standorts Deutschland."

Prof. Ullrich Buller, Forschungsvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft betont: "Mit der Initiative möchten wir junge kreative Köpfe intensiver fördern. Die Schülerinnen entdecken in den Kursen bei sich manches verborgene Talent und bekommen Spaß an der Technik. Schon heute fehlen Fachkräfte in den Bereichen, die für die Leistungsfähigkeit Deutschlands besonders wichtig sind, wie Maschinenbau, Metall- und Elektroindustrie oder Fahrzeugbau."

In der Junior-Ingenieur-Akademie (JIA) erhalten Schülerinnen und Schüler Einblick in die Berufsbilder von Ingenieuren und Wissenschaftlern und erfahren in der Praxis, wie Arbeitsplätze in der Industrie, in Wissenschaft und Forschung aussehen. Die JIA wird als Wahlpflichtfach in der gymnasialen Mittelstufe angeboten und ist damit integraler Teil der schulischen Ausbildung. Bislang fördert die Stiftung bundesweit fünf Junior-Ingenieur-Akademien.

Zu den Lehrinhalten werden auch Erkenntnisse aus dem national und international erfolgreichen Fraunhofer-Projekt "Roberta, Mädchen erobern Roboter" gehören. Hier lernen Schülerinnen schon in wenigen Stunden, wie man Roboter baut und programmiert. Sie entwerfen und testen mobile und autonome Kunstwesen und sind stolz auf ihr Fantasieprodukt. Seit 2002 haben die Initiatoren am Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse und Informationssysteme IAIS bundesweit 22 nationale und 10 europäische RobertaRegioZentren aufgebaut. Dort können sich die Pädagogen schulen lassen, erhalten Unterrichtsmaterialien und Roboterbaukästen. Die Begleitforschung der Universität Bremen bestätigt, dass die Kurse ihr Ziel erreichen: 94 Prozent der Teilnehmerinnen macht das Konstruieren und Programmieren Spaß.

In der neuen Kooperation haben Absolventinnen der Junior-Ingenieur-Akademie künftig die Möglichkeit, ihre Kompetenzen über die Mittelstufe hinaus in der Fraunhofer-Talent School zu vertiefen und auszubauen. Die Fraunhofer-Talent School wurde 2007 gegründet und ist ein Angebot des Fraunhofer Scholarship-Programms. Sie richtet sich an talentierte und begabte Jugendliche, die an zwei Wochenenden pro Jahr in Fraunhofer-Instituten an aktuellen Themen anwendungsorientierter Forschung arbeiten.

Erste gemeinsame Standorte der Junior-Ingenieur-Akademien und Fraunhofer Talent Schools sollen Bonn, Bremen und Stuttgart sein.

Marion Horn | idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2008/06/Presseinformation17.Juni2008.jsp

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