Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Proteinforscher und Geowissenschaftler haben grünes Licht

26.05.2008
Zwei RUB-Sonderforschungsbereiche verlängert
Auch Transregio-SFB mit Bonn läuft weiter

Über einen glatten Durchmarsch freuen sich die Proteinforscher, die Geowissenschaftler und die Physiker der Ruhr-Universität: Nach erfolgreicher Begutachtung sind die beiden RUB-Sonderforschungsbereiche 642 (GTP- und ATP-abhängige Membranprozesse, Sprecher: Prof. Dr. Klaus Gerwert) und 526 (Rheologie der Erde, Sprecher: Prof. Dr. Wolfgang Friederich) von der Deutschen Forschungsgemeinschaft verlängert worden und gehen jetzt in die nächste vier- bzw. dreijährige Förderperiode.

Auch der Transregio-SFB 16 Elektromagnetische Anregung subnuklearer Systeme (Sprecherhochschule Bonn), an dem Bochumer Physiker beteiligt sind, wurde verlängert.

SFB 642: Proteine als Regler

... mehr zu:
»Geowissenschaft »Protein

Proteine regeln sämtliche Lebensprozesse in der Natur und bestimmen unter anderem auch das Wachstum oder die Teilung der Zellen. Wegen ihrer Regelfunktion sind Proteine von größtem Interesse für die Wissenschaft und für die medizinische Anwendung: "Wenn man herausfindet, wie diese Proteine arbeiten, wie sie zusammenspielen und welche Prozesse sie steuern, könnte man auch gezielt eingreifen und krankmachende Abläufe blockieren", erklärt der Sprecher des SFB 642, Prof. Dr. Klaus Gerwert.

An dem SFB sind insgesamt 15 Teams aus den Bochumer Fakultäten Biologie, Chemie und Medizin und der Universität und dem Max Planck Institut für molekulare Physiologie in Dortmund mit insgesamt rund 200 Wissenschaftlern beteiligt. Die Fördersumme des SFB wurde von sechs Millionen in der ersten Förderperiode auf jetzt 9,6 Millionen Euro aufgestockt. Zusätzlich wurden zwölf Doktorandenstipendien für eine SFB-interne Graduierten-Schule zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses bewilligt.

SFB 526: Die Erde in Bewegung

Die Erde ist aufgrund ihres Aufbaus und des Temperaturfelds im Inneren dauernder Veränderung unterworfen. Konvektionsbewegungen im Erdmantel sind der Motor für die Bewegung der Lithosphärenplatten, wobei die Verformung vor allem auf die Plattengrenzen konzentriert ist. Unmittelbares Zeugnis dafür sind Vulkanismus und Erdbeben. Letztere sind Ausdruck bruchhafter Verformung im oberen, kälteren Stockwerk der Lithosphäre. Entscheidend für das Verständnis dieser Vorgänge ist das mechanische Verhalten der Gesteine unter den unterschiedlichen Randbedingungen innerhalb der Lithosphäre, das Thema des SFB "Rheologie der Erde".

Der SFB konzentriert sich auf das mechanische Verhalten der Materialien der Erde in allen Maßstäben von der Oberfläche bis in große Tiefen, wobei ein breites Spektrum an Methoden zum Einsatz kommt. Wissenschaftler aus den Bereichen Geophysik, Geologie, Kristallographie, Petrologie, Materialwissenschaften, Mechanik und Bauingenieurwesen (Grundbau und Bodenmechanik) kooperieren in 16 Teilprojekten, zusammengefasst zu vier Projektbereichen.

Transregio 16: Hadronen in Wechselwirkung

Hadronen erforschen heißt auch das Universum erforschen. Denn Hadronen sind Elementarteilchen, von deren prominentesten Vertretern, den Protonen und Neutronen, den Grundbausteinen der Atomkerne, auch die Masse der Sterne und Galaxien stammt. Sie unterliegen der starken Wechselwirkung, den sog. Kernkräften. Man unterscheidet bislang zwei Gruppen von Hadronen, je nachdem, ob sie sich aus zwei oder drei Quarks zusammensetzen.

Doch die Forschung der letzten Jahre fördert immer neue Arten von Hadronen zutage: Meist werden sie theoretisch voraus berechnet und schließlich in Teilchenbeschleunigern nachgewiesen. So trugen die Berechnungen der Bochumer Forscher im Transregio-SFB maßgeblich zur Entdeckung des sog. Fünf-Quark-Teilchens bei, die international großes Aufsehen erregte. Experimentelles Zentrum des Transregio-Sonderforschungsbereichs ist die Elektronen-Stretcher-Anlage (ELSA) am Physikalischen Institut der Universität Bonn. Die Wissenschaftler der drei Universitäten Bochum, Bonn und Gießen betreiben hier gemeinsame Grundlagenforschung und nehmen mit einer Reihe von Detektoren die innere Struktur der Protonen und Neutronen unter die Lupe.

Weitere Informationen

SFB 642: Prof. Dr. Klaus Gerwert, Lehrstuhl für Biophysik der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24461, E-Mail: gerwert@bph.rub.de, SFB-Homepage 642: http://www.sfb642.de

SFB 526: Prof. Dr. Wolfgang Friederich, Lehrstuhl für Geophysik der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-23271, E-Mail: friederich@geophysik.rub.de, SFB-Homepage 526: http://www.ruhr-uni-bochum.de/sfb526/

SFB TR 16: Prof. Dr. Klaus Goeke, Institut für Theoretische Physik II der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel: 0234/ 32-23707, E-Mail: klaus.goeke@tp2.ruhr-uni-bochum.de, SFB-Homepage TR 16: http://sfb-tr16.physik.uni-bonn.de/

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de
http://www.sfb642.de
http://www.ruhr-uni-bochum.de/sfb526/

Weitere Berichte zu: Geowissenschaft Protein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten