Einrichtungen der Ressortforschung von großer gesellschaftlicher Bedeutung

Die durchweg positiven Evaluationsergebnisse basieren insbesondere auf den breiten und sehr guten Forschungs- und Entwicklungsgrundlagen in diesen Einrichtungen, deren auch international anerkannte Arbeit von nicht zu unterschätzender Bedeutung für das Gemeinwohl bzw. den Wirtschaftsstandort Deutschland ist.

Im Einzelnen kommt der Wissenschaftsrat zu folgenden Bewertungen und Empfehlungen:

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), Braunschweig und Berlin, wird ihrer Rolle als eine der weltweit führenden metrologischen (das heißt auf Messprozesse bezogenen) Einrichtungen in überzeugender Weise gerecht. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Darstellung, Bewahrung und Weitergabe der physikalischen Einheiten zur Sicherung der internationalen Einheitlichkeit der Maße. Sowohl die anspruchsvollen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten als auch die wissenschaftsbasierten Dienstleistungen der PTB sind insgesamt von sehr guter, in Teilen von exzellenter Qualität. Insbesondere in den zukunftsrelevanten Feldern Präzisionsmesstechnik, Medizin, Elektrotechnik sowie Optik trägt die Arbeit der Bundesanstalt in erheblichem Maße zur wirtschaftlichen Wertschöpfung in Deutschland bei.

Mit der PTB haben alle drei dem Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie nachgeordneten Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben (außer der PTB das Bundesamt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)) in der Evaluation durch den Wissenschaftsrat eine positive Bewertung erhalten.

Hinweis: Die „Stellungnahme zur Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), Braunschweig und Berlin“ (Drs. 8477-08) wird im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Hamburg und Rostock, nimmt wichtige Aufgaben im Bereich des Meeresumweltschutzes, der Klimafolgenforschung und der Sicherheit des Schiffsverkehrs kompetent wahr. Die Führungsposition, die diese Ressortforschungseinrichtung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) in einigen internationalen Standardisierungs- und Normungsgremien besetzt, trägt zur weltweiten Spitzenstellung der deutschen sicherheitstechnischen Schiffsindustrie bei.

Mit umso größerer Sorge betrachtet der Wissenschaftsrat den deutlichen Abbau der Forschungskapazitäten am BSH. Standen zu Beginn der 1990er Jahre noch 30 Prozent der Haushaltsmittel für Forschungsaufgaben zur Verfügung, sind es jetzt nur noch 2,3 Prozent. „Wird dieser Abwärtstrend nicht aufgehalten und umgekehrt, droht ein erheblicher Kompetenzverlust mit weit reichenden negativen Folgen für die deutsche Schifffahrtsindustrie, aber auch für Umwelt- und Klimaschutz“, so der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider.

Hinweis: Die „Stellungnahme zum Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Hamburg und Rostock“ (Drs. 8478-08) wird im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.

Mit positivem Ergebnis wurden auch Forschung und Dienstleistungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln evaluiert. „Mit ihren wissenschaftlich fundierten Kampagnen (z. B. „Gib AIDS keine Chance“ in den achtziger und „Kinder stark machen“ in den neunziger Jahren sowie „rauchfrei“ im neuen Jahrtausend) trägt die BZgA wesentlich zur gesundheitlichen Prävention in Deutschland bei und hat hier unbestreitbar große Verdienste“, erläutert Professor Peter Strohschneider, Vorsitzender des Wissenschaftsrates. „Darüber hinaus besitzt die Bundeszentrale das Potenzial, sich zu einem international voll konkurrenzfähigen Kompetenzzentrum für gesundheitliche Prävention zu entwickeln und sollte deshalb diese Rolle engagiert anstreben.“ Empfohlen wird dem zuständigen Bundesministerium für Gesundheit, gerade mit Blick auf dieses mittelfristige Ziel die Forschungsaktivitäten der BZgA noch schärfer zu fokussieren und zu intensivieren (z. B. durch verstärkte Kooperationen mit Universitäten, gesteigerte Publikationsaktivitäten und Einwerbung von Drittmitteln für die Forschung).

Hinweis: Die „Stellungnahme zur Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln“ (Drs. 8480-08) wird im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.

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Dr. Christiane Kling-Mathey idw

Weitere Informationen:

http://www.wissenschaftsrat.de

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