Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftsrat: Forschungsrating erfolgreich erprobt

09.05.2008
Das Forschungsrating, ein neuartiges, differenziertes und methodisch sehr anspruchsvolles Verfahren zum Leistungsvergleich in der Forschung an Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen, hat sich in der Praxis erfolgreich bewährt.

In einer 2005 durch den Wissenschaftsrat in Auftrag gegebenen Pilotstudie sind mit der Chemie und der Soziologie bewusst zwei sehr unterschiedliche Fächer als erste Disziplinen untersucht worden. Das Forschungsrating hat sich in dieser Erprobungsphase als durchführbares und aussagekräftiges Instrument mit hohem Zukunftspotenzial erwiesen.

Zu diesem Schluss sieht sich der Wissenschaftsrat sowohl durch die Erfahrungen, die während der Pilotstudie gemacht wurden, als auch durch die Aufnahme des Ratings durch die beteiligten Wissenschaftsorganisationen und Fächer berechtigt. Empfohlen wird daher, das Forschungsrating schrittweise weiterzuentwickeln, um zu prüfen, ob mittelfristig eine alle geeigneten Fächer erfassende, turnusmäßige Durchführung möglich ist. In einem nächsten Schritt sollen je ein geistes- und ein technikwissenschaftliches Fach untersucht werden.

"Das vom Wissenschaftsrat entwickelte Forschungsrating setzt auch international neue Maßstäbe", so Professor Peter Strohschneider, Vorsitzender des Wissenschaftsrats. "Kein anderes Verfahren nimmt in so überzeugender Weise differenzierte Bewertungen zahlreicher unterschiedlicher forschender Einrichtungen aus einer vergleichenden Perspektive vor. Die positive Resonanz auf die Ergebnisse der Pilotstudie ermutigt uns, der Politik zu empfehlen, das Verfahren weiterzuentwickeln."

... mehr zu:
»Forschungsrating »Soziologie

Die Analysen der Forschungsleistungen von Universitäten und außeruniversitären Instituten in den Fächern Chemie und Soziologie wurden bereits im Dezember 2007 bzw. im April 2008 veröffentlicht. Ziel der Pilotstudie und damit Aufgabe der Gutachter war aber auch, das neue Verfahren zu erproben. Deshalb haben die beiden Bewertungsgruppen und die übergeordnete Steuerungsgruppe dem Wissenschaftsrat auf seinen Frühjahrssitzungen Abschlussberichte vorgelegt, in denen sie ihre Erfahrungen aus der Pilotstudie zusammenfassen und Empfehlungen zur Zukunft des Verfahrens formulieren. Sie zielen auf Vereinfachung und Optimierung des Verfahrens ab. Im Zuge dieses Prozesses der Weiterentwicklung wird der Wissenschaftsrat auch mit den Adressaten aus Hochschulen und Fachgemeinschaften über die Bewertung der bisherigen Ergebnisse des Forschungsratings ins Gespräch treten.

Das Forschungsrating zeichnet sich gegenüber den verbreiteten Rankings durch eine Reihe von Besonderheiten aus:

· Durch die Einbeziehung der außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die in vielen Fächern eine große Rolle spielen, wird erstmals ein umfassendes Bild der deutschen Forschungslandschaft (zunächst in den beiden untersuchten Fächern) gezeichnet. Damit hebt sich das Forschungsrating auch ab von internationalen Rankings, welche die außeruniversitäre Forschungslandschaft in Deutschland nicht berücksichtigen.

· Die Bewertungsergebnisse sind nicht allein aus quantitativen Daten errechnet, sondern spiegeln das differenzierte Urteil einer Fachgutachtergruppe wider, die verschiedene qualitative und quantitative Indikatoren zu jeder Einrichtung zugrunde legt ("Informed Peer Review").

· Anders als in Rankings werden bei diesem Forschungsrating keine auf Gesamtnoten basierenden Ranglisten erstellt, sondern für jede Einrichtung wird ein individuelles Bewertungsprofil gezeichnet. Es macht Stärken und Schwächen in den einzelnen Leistungsbereichen (Forschung, Nachwuchsförderung und Wissenstransfer) sichtbar. Größe und Aufgabenstellung unterschiedlicher Einrichtungen spiegeln sich in den Ergebnissen wider.

Hinweis: Die "Empfehlungen zum Forschungsrating" (Drs. 8485-08) sowie der "Bericht der Steuerungsgruppe zur Pilotstudie Forschungsrating Chemie und Soziologie" (Drs. 8453-08) samt Anlagen werden im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie können aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.doc) angefordert werden.

Dr. Christiane Kling-Mathey | idw
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaftsrat.de

Weitere Berichte zu: Forschungsrating Soziologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Krümmung einen Schritt voraus

27.06.2017 | Informationstechnologie

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Überschwemmungen genau in den Blick nehmen

27.06.2017 | Informationstechnologie