Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hauptschüler sind psychisch schlechter gestellt als andere Kinder

05.05.2008
Forschungsprojekt "Psychologische Grundbedürfnisse bei Kindern und Jugendlichen" an der Hochschule Niederrhein abgeschlossen

Hauptschüler sind bei der Befriedigung ihrer psychologischen Grundbedürfnisse deutlich im Nachteil gegenüber Kindern anderer Schularten. Die Ursachen dafür sind noch unklar, können aber jedenfalls nicht in ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit gesucht werden.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Hochschule Niederrhein zu den psychologischen Grundbedürfnissen bei Kindern und Jugendlichen, die der Psychologe Prof. Dr. Michael Borg-Laufs am 6. Mai in der Hochschule in Mönchengladbach vorstellt. In einem nächsten Schritt soll untersucht werden, ob sich der Status der Befriedigung der psychologischen Grundbedürfnisse durch geeignete Hilfen verbessern lässt. Hier ist jedoch noch die Finanzierungsfrage ungeklärt.

Professor Michael Borg-Laufs und die Psychologin Anna Menzel (Fachbereich Sozialwesen) haben seit einem Jahr weit über 300 Kinder, Jugendliche und ihre Familien mit einem Fragebogen zur Befriedigung psychologischer Grundbedürfnisse bei Kindern und Jugendlichen untersucht und dabei wichtige Ergebnisse erzielt.

... mehr zu:
»Borg-Lauf »Hauptschüler

Anlass des Projektes war die Überprüfung eines Fragebogens, der von Borg-Laufs als Bestandteil eines Diagnostiksystems für die psychotherapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen entwickelt wurde. In diesem Fragebogen geht es um die Befriedigung psychologischer Grundbedürfnisse bei Kindern und Jugendlichen.

Erfasst wird, ob die Kinder befriedigende Beziehungen erleben, ob sie genügend selbstwertdienliche Erfahrungen machen, ob sie ihre Umwelt gut einschätzen und beeinflussen können und ob sie genügend schöne, Freude bringende Erlebnisse haben. Damit sind die vier psychologischen Grundbedürfnisse erfasst worden, die von besonderer Bedeutung für das Wohlergehen auch von Kindern und Jugendlichen sind. Borg-Laufs: "Wer in seinen psychologischen Grundbedürfnissen verletzt wird, der kann nicht glücklich sein. Daher ist es wichtig, dass diejenigen, die Kindern als Psychotherapeuten oder als Sozialarbeiter helfen wollen, sich darüber klar werden, wie es um die Grundbedürfnisse der Kinder steht."

Aus diesem Grund lehrt Borg-Laufs auch in Vorlesungen und Seminaren sowohl im Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit als auch im neuen Masterstudiengang "Beratung und Mediation" die Bedeutung der Grundbedürfnisse und lässt dort auch die Ergebnisse der Untersuchung einfließen.

Die hat nämlich wichtige, teils erwartete, teils überraschende Erkenntnisse gebracht: "Wir sind von vorneherein davon ausgegangen, dass psychisch kranke Kinder, die wir auch untersucht haben, eine schlechtere Bedürfnisbefriedigung vorweisen können, als psychisch gesunde Kinder" erläutert die Psychologin Anna Menzel. "Aber was uns überrascht hat, ist, dass Hauptschüler im Vergleich zu allen anderen Schülern erheblich schlechter dastehen, was die Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse angeht." So zeigt auch diese aktuelle Untersuchung, dass die Kinder und Jugendlichen an Hauptschulen häufig viel mehr Probleme haben als andere Kinder. Borg-Laufs: "Und das hängt nicht mit ihrer Leistungsfähigkeit, also mit ihrer Intelligenz, zusammen. Die Ursachen müssen woanders gesucht werden."

Die Forschungsergebnisse werden am morgigen Dienstag (6. Mai) um 16.00 Uhr im Raum S 2001 der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach, Richard-Wagner-Straße 101, präsentiert. Dazu sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Unterstützt werden Menzel und Borg-Laufs dabei von Studentinnen, die sich im Rahmen ihrer Diplomarbeiten mit dem Thema befasst haben und dabei insbesondere auf die Bedeutung für die Praxis eingehen.

Kontakt: Prof. Dr. Borg-Laufs ist heute (Montag) von 13 bis 14 Uhr unter Tel. 02161-186-5627 zu erreichen.

Rudolf Haupt | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de

Weitere Berichte zu: Borg-Lauf Hauptschüler

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie