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Chemieunterricht an Schulen: Zu straffe Lehrpläne schaden nur

08.04.2008
In den Pisa-Studien zeigte sich das deutsche Bildungssystem im weltweiten Vergleich als gerade einmal mittelmäßig.

Der Ruf nach mehr Effizienz im Unterricht wurde laut, ebenso die Forderung nach verbindlichen Standards. Die "Nachrichten aus der Chemie" blicken zurück auf die Fehler früherer Unterrichtsreformen und zeigen am Beispiel von Spezialklassen in den neuen Bundesländern, wie guter Chemieunterricht aussehen kann.

So alt wie der Sputnik-Schock in den 60er Jahren sind auch die Diskussionen über die Form des naturwissenschaftlichen Unterrichts, Bildungsreformen, die Versuche einer Standardisierung und die Definition von Kompetenzen. In der Märzausgabe der "Nachrichten aus der Chemie" machen die Chemiedidaktiker Hans-Jürgen Becker und Lutz Stäudel auf Mängel bei früheren Bildungsreformen aufmerksam und geben Ratschläge für den Unterricht von morgen. Vor allem warnen sie davor, den Unterricht in ein starres Korsett zu zwängen. Lehrersein dürfe nicht nur damit verbunden sein, Checklisten abzuarbeiten.

Wie die Förderung naturwissenschaftlich Begabter aussehen kann, zeigt Dietrich Frosch in der Aprilausgabe der "Nachrichten aus der Chemie". An insgesamt 14 Schulen in den neuen Bundesländern fördern mathematisch-naturwissenschaftliche Spezialklassen Schüler ab der 9. Klasse intensiv in diesen Fächern und bereiten sie so auf ein späteres Studium vor. Maximal 15 Schüler pro Klasse, gut ausgestattete Laboratorien, Exkursionen und wissenschaftliche Projekte in Zusammenarbeit mit Universitäten vermitteln den Schülern nicht nur Basiswissen, sondern auch das naturwissenschaftliche Experimentieren auf Universitätsniveau und den Umgang mit Fachliteratur. Zusätzlicher Unterricht in einem Wahlpflichtfach geht auf spezielle Interessen der Schüler ein. Die höheren Kosten dieser Unterrichtsform verhindern jedoch, dass sich solche Spezialklassen in den alten Bundesländern etablieren, und gefährden zudem den Fortbestand der bereits bestehenden Klassen.

Die pdf-Dateien der beiden Artikel gibt es auf Nachfrage bei der Redaktion der "Nachrichten aus der Chemie" unter nachrichten@gdch.de.

Nahezu 80.000 anspruchsvolle Chemiker und Chemikerinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre informieren sich mit den "Nachrichten aus der Chemie" über Entwicklungen in der Chemie, in angrenzenden Wissenschaften sowie über gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte. Kennzeichen der Zeitschrift der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind das breite Spektrum der Berichte, das einmalige Informationsangebot an Personalien, Veranstaltungs- und Fortbildungsterminen sowie der große Stellenmarkt.

Dr. Ernst Guggolz | idw
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de/nachrichten
http://www.gdch.de/taetigkeiten/nch/jg2008/h03_08.htm
http://www.gdch.de/taetigkeiten/nch/jg2008/h04_08.htm

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