Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Rekordhaushalt für Bildung und Forschung in 2003

18.06.2002


Bulmahn: "Bundesregierung setzt weiterhin auf konsequente Steigerung der Bildungs- und Forschungsausgaben"


Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, hat am heutigen Dienstag in Berlin den Regierungsentwurf zum Haushalt 2003 im Bereich Bildung und Forschung vorgestellt. Sie kündigte für 2003 erneut einen Rekordhaushalt für den Bildungs- und Forschungsetat an. "Die Bundesregierung setzt weiterhin konsequent auf die Steigerung der Bildungs- und Forschungsausgaben in unserem Land", erklärte Bulmahn. "Allein im Jahr 2003 werden 9,3 Milliarden Euro in diesen Bereich fließen. Das sind über zwei Milliarden Euro mehr als im Jahr 1998."

Bulmahn: "Seit dem Regierungswechsel hat die Bundesregierung damit die Ausgaben in Bildung und Forschung um 28% erhöht." Nach jahrelangen Kürzungen im Bildungs- und Forschungsbereich Anfang der 90er Jahre gehe es jetzt darum, dass deutsche Bildungssystem international wieder konkurrenzfähig zu machen. Bulmahn forderte die Finanzminister der Länder auf, "dem Beispiel der Bundesregierung zu folgen und Bildung und Forschung im Haushalt Priorität einzuräumen".


Eine zentrale Aufgabe in der nächsten Legislaturperiode sei es, die Bedingungen an den Schulen und den Unterricht zu verbessern. Bundesministerin Bulmahn kündigte in dem Zusammenhang an, dass in der morgigen Kabinettsitzung beschlossen werde, in den kommenden Jahren insgesamt vier Milliarden Euro für die Einrichtung von zusätzlich 10.000 Ganztagsschulen bereit zu stellen. "Damit werden wir die Anstrengungen der Länder und Kommunen, die Betreuungs- und Bildungsangebote zu verbessern, wirksam unterstützen.

Es gehe darum, eine neue Lernkultur an unseren Schulen zu ermöglichen. Bulmahn betonte, "jedes Kind soll nach seinen individuellen Begabungen gefördert werden". Das brauche Zeit und sei am besten in Ganztagsschulen zu verwirklichen. Außerdem müsse man den veränderten Bedingungen in den Familien Rechnung tragen und berufstätigen Eltern eine ganztägige Betreuung ihrer Kinder anbieten. Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg gebe es hier erheblichen Nachholbedarf. Dort gebe es bislang nur 1% bzw. 2% Ganztagsschulen, in Nordrhein-Westfalen hingegen 10%. Bulmahn unterstrich: "Die Verbesserung unseres Bildungssystems ist vor allem auch eine nationale Aufgabe, der wir uns alle stellen müssen. Ich will, dass Deutschland in zehn Jahren einen der ersten fünf Plätze in der OECD erreicht", erläuterte Bulmahn eines der vordringlichsten Ziele in der Bildungspolitik für die nächsten Jahre.

"Bei der Forschungsförderung hat der Wettbewerb bei der Vergabe von Fördermitteln für diese Bundesregierung höchste Priorität", erklärte Bundesministerin Bulmahn. Hier seien in den letzten Jahren entscheidende Weichenstellungen vorgenommen worden. Im kommenden Jahr werde mehr als die Hälfte aller BMBF-Mittel in Wettbewerbsverfahren vergeben. Die Mittel für die Projektförderung steigen kontinuierlich. Es sei gelungen, so Bulmahn, die Projektfördermittel um über 881 Millionen Euro auf 2,6 Milliarden Euro gegenüber 1998 zu erhöhen, eine Steigerung von 52,6%. Auch bei der Neuausrichtung der Förderung der Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft sei es gelungen, mehr Wettbewerb in der institutionellen Förderung zu verankern und die Eigenverantwortung der Zentren zu stärken.

Bulmahn kündigte an, dass es mit dem Haushalt 2003 erstmals ein Rahmenkonzept zur Nanotechnologie geben werde. Es ziele auf eine strategische Neuausrichtung der Forschungsförderung und werde das nanotechnologische Know-how am Standort Deutschland bündeln. Außerdem würden die großen Forschungsschwerpunkte Biotechnologie und IT-Forschung noch weiter ausgebaut. "Mit der Erhöhung der Mittel in der Biotechnologie und Gesundheitsforschung um fast 50% seit 1998 auf über 703 Millionen Euro ist es gelungen", so Bulmahn, "Deutschland in Europa an die Spitze bei der Anzahl der kleinen und mittleren Unternehmen in dieser Branche zu bringen. Allein in der Genomforschung sei Deutschland bei der staatlichen Förderung international auf Platz 2 hinter den USA. Darüber hinaus habe sich die Forschungspolitik des BMBF der Nachhaltigkeit verpflichtet. Mit über 255 Millionen Euro stehen im kommenden Jahr fast 27% mehr Mittel als noch 1998 zur Verfügung. Damit werde die aktuelle Position Deutschlands im internationalen Vergleich weiter gestärkt. Bulmahn betonte: "Forschung für eine nachhaltige Entwicklung ist auch Forschung für zukunftsfähige Arbeitsplätze."

Bundesministerin Bulmahn erklärte abschließend, den erfolgreich eingeschlagenen Weg in den neuen Ländern weiter zu gehen. Mit dem Programm "InnoRegio" und "Innovative Regionale Wachstumskerne" seien politische Förderinstrumente entwickelt worden, die die Förderung regionaler Innovationspotenziale und die Umsetzung der Forschung in Verwertung gleichzeitig vorantreiben. Die "Wirtschaftsweisen" hätten ausdrücklich bestätigt, dass dadurch in den neuen Ländern ein innovationsfreudiges Klima entstanden sei. Im kommenden Jahr werde diese Förderung über die finanzielle Stärkung innovativer Kompetenzzentren erweitert. Dafür werden über 100 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Bulmahn bekräftigte: "Die Förderung von Talenten in den neuen Ländern ist mir ein besonderes Anliegen. In Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft brauchen wir ein Umfeld, dass die Nachwuchskräfte herausfordert und ihnen eine attraktive Perspektive eröffnet." Insgesamt werde Bildung und Forschung in den neuen Ländern mit jährlich 1,8 Milliarden Euro unterstützt, eine Steigerung von 24% gegenüber 1998.

Pressereferat (LS 13) | BMBF-Pressedienst
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/presse01/Pm20020618_AufwuchsGraphik.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise