Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsgelder an der Uni Greifswald weiterhin auf hohem Niveau

19.03.2008
Zuwächse bei Stiftungen und Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Der Universität Greifswald standen im Jahr 2007 26,4 Mio. € aus zusätzlich eingeworbenen Drittmitteln zur Verfügung (2006: 28,1 Mio. €/2005: 21 Mio. €). Trotz veränderter Rahmenbedingungen in der Landesforschungsförderung und des Auslaufens größerer Bundesprogramme (NBL3) konnten die Drittmittel auf einem vergleichsweise hohen Niveau gehalten werden.

Einen Zuwachs konnte die Universität Greifswald beim Einwerben von Forschungsgeldern im Bereich der Stiftungen verzeichnen, in dem sich die Drittmittel gegenüber 2006 um 1,3 Mio. € auf insgesamt 6,1 Mio. € erhöhten. Positiv stellt sich die Entwicklung auch bei den nach besonders strengen Maßstäben vergebenen Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) dar, die im Jahr 2007 auf fast 6,0 Mio. € stiegen (2006: 4,5 Mio. €). "Das Drittmittelniveau spricht dafür, dass etliche Greifswalder Forschungsgruppen auf national und international hohem Niveau arbeiten. Das Rektorat wird die Spitzenforschung an der Universität weiterhin nachdrücklich fördern", betonte Rektor Prof. Rainer Westermann.

Der Gesamthaushalt der Universität Greifswald (ohne Universitätsklinikum) betrug für das Jahr 2007 90,7 Mio. €. Die zusätzlich eingeworbenen Forschungsgelder entsprechen damit etwa einem Drittel der Landesmittel. Aus diesen Drittmitteln konnten im vergangenen Jahr 493 Personen zusätzlich an der Universität Greifswald beschäftigt werden.

... mehr zu:
»DFG »Forschungsgeld

Die positive Entwicklung bei der DFG ist auch auf die Beteiligung der Universität an zwei von der DFG geförderten Graduiertenkollegs sowie an den vier Sonderforschungsbereichen (SFB) zurückzuführen, die wiederum als Aushängeschild der Wissenschaftsförderung in Deutschland gelten. Hervorhebenswert ist ebenfalls das langjährige Engagement einer Reihe von Stiftungen, zu denen vor allem die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung gehört. Sie unterstützt unter anderem mit etwa 1,5 Mio. € ein mehrjähriges Stipendienprogramm in der "Community Medicine".

Die Medizinische Fakultät knüpfte mit 12,4 Mio. € (2006: 12,4 Mio. €) an das bislang erfolgreichste Jahr 2006 an, obwohl das Förderprogramm für Universitätskliniken in den neuen Bundesländern (NBL3) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) 2007 ausgelaufen ist. Die Klinische Forschung an der Medizinischen Fakultät ist seit Anfang der 90er Jahre durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung durch dieses Sonderprogramm mit insgesamt 27 Mio. € gefördert worden. Die langjährige Fördermaßnahme konnte durch die Einwerbung zahlreicher neuer Projekte und den Ausbau von Forschungsverbünden kompensiert werden. Ein Teil der Zuschüsse floss beispielsweise im vergangenen Jahr in die Anschaffung und Installation eines modernen Magnetresonanztomografie(MRT)-Systems für Kleintiere zum Zwecke der experimentellen Forschung. Mit dem Kleintier-MRT ergeben sich erstmals Möglichkeiten, physiologische Prozesse sowie Verlauf und Therapie von Erkrankungen im Tiermodell mit detaillierter räumlicher Auflösung darzustellen. Ein wesentliches Ziel der Fakultät ist nach wie vor, Erkenntnisse aus der Bevölkerungsforschung am einzigen Institut für Community Medicine in Deutschland mit Methoden der molekularen Medizin zu verbinden und somit bessere Heilungsperspektiven zu entwickeln.

Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät hat mit über 8,4 Mio. € für das Jahr 2007 einen leichten Rückgang in den Drittmitteleinnahmen zu verzeichnen (2006: 10,4 Mio. €). Dies ist vor allem auf finanziell aufwendige Gerätebewilligungen im Vorjahr zurückzuführen. Die Drittmittelerfolge des letzten Jahres können in erster Linie mit der Beteiligung der Hochschule an den SFB begründet werden. Neben dem seit 2005 laufenden Physik-SFB "Starke Korrelationen im Strahlungsfeld" standen dem SFB "Grundlagen komplexer Plasmen" 1,0 Mio. € und dem in der Mikrobiologie angesiedelten SFB zur Erforschung gefährlicher Bakterien 1,3 Mio. € an Forschungsgeldern zur Verfügung. Positiv wirkt sich ferner die Förderung einer Emmy-Noether-Gruppe "Ökosystemdynamik" durch die DFG aus. Die Wissenschaftlernachwuchsgruppe beschäftigt sich seit Anfang 2007 intensiv mit der Dynamik von Treibhausgasen in nördlichen Mooren und wird für den ersten Förderabschnitt über drei Jahre mit 885.000 € unterstützt.

Die Philosophische Fakultät konnte im Jahr 2007 über 2,0 Mio. € aus eingeworbenen Drittmitteln investieren (2006: 2,2 Mio. €). Hervorzuheben ist dabei das von der DFG geförderte interdisziplinäre Graduiertenkolleg "Kontaktzone Mare Balticum: Fremdheit und Integration im Ostseeraum".

Der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät ist es erneut und insbesondere über Stiftungsgelder gelungen, über 1,0 Mio. € Drittmittel zu akquirieren (2006: 923.700 €). So stellte die Stiftung "Mercator" eine Professur für die Rechtswissenschaften zur Verfügung. Die Volkswagen-Stiftung unterstützt für zwei Jahre ein Verbundvorhaben, bei dem in Zusammenarbeit mit dem Botanischen Institut die Wahrung der Balance zwischen ökologischen und ökonomischen Ansprüchen in Aserbaidschan angestrebt wird. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ausgerichteten Programms "EXIST" wird über das Gründerflair-Verbundprojekt "FlairPlus" Gründungspotenzial an der Hochschule befördert.

Seit drei Jahren (2005: 119.000 €/2006: 173.000 €) steigen die Drittmittelausgaben an der kleinsten, der Theologischen Fakultät, die im Vorjahr erstmalig die Viertel-Million-Grenze überschritten hatte (258.000 €). Etwa 77.000 € davon standen dem 2004 gegründeten Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung zur Verfügung.

*Drittmittel sind "öffentliche oder private Zuwendungen, Spenden, Sponsoring und sonstige Leistungen aus einseitig verpflichtenden oder gegenseitigen Verträgen sowie alle sonstigen geldwerten Vorteile, die die Hochschulen zur Erfüllung ihrer Aufgaben erhalten". Hochschulen können also zusätzlich zur Grundausstattung des regulären Hochschulhaushalts Drittmittel durch ihre Einrichtungen und Mitglieder einwerben. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Vergabe der Drittmittel seitens der Geldgeber, wie beispielsweise Forschungseinrichtungen oder auch Stiftungen, nach jeweils eigenen Vergabekriterien und meist strengen Begutachtungen erfolgt. Die Drittmittel stammen überwiegend aus Förderprogrammen des Bundes und der Europäischen Union sowie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und privaten Stiftungen wie der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung.

Ansprechpartner
Universität Greifswald
Der Rektor
Prof. Dr. Rainer Westermann
Domstraße 11, 17487 Greifswald
T +49 3834 86-11 02
F +49 3834 86-11 05
E rektor@uni-greifswald.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-greifswald.de

Weitere Berichte zu: DFG Forschungsgeld

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Das Klassenzimmer der Zukunft - DFKI & TUK eröffnen neues Labor für digitale Lehr- und Lernmethoden
03.05.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Technik unterstützt Inklusion in der Arbeitswelt
06.03.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics