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Betriebliche Weiterbildung in Europa stagniert - Deutschland weiterhin nur im Mittelfeld

14.02.2008
Erste Ergebnisse der dritten europäischen Erhebung zur betrieblichen Weiterbildung (Continuing Vocational Training Survey - CVTS 3) zeigen, dass im Jahr 2005 - gemessen an der Vorgängeruntersuchung von 1999 - zumeist nur in den süd- und osteuropäischen Staaten substanzielle Fortschritte erzielt wurden.

Deutlich rückläufig ist hingegen die Entwicklung in den meisten west- und nordeuropäischen Staaten. Deutschland belegt weiterhin nur einen Platz im Mittelfeld - bei wichtigen Kennziffern sind Rückgänge zu verzeichnen: So nahmen der Anteil weiterbildender Unternehmen und der Anteil der Unternehmen, die Weiterbildung in Form von Kursen und Seminaren anbieten, ab.

Ebenfalls sank der Anteil der Beschäftigten, die an betrieblichen Weiterbildungskursen teilnah¬men, leicht. Auch die finanziellen Aufwendungen der Unternehmen für diesen Bereich waren deutlich rückläufig. Allein die Zahl der Weiterbildungsstunden je Beschäftigtem blieb stabil.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ist seit mehr als 15 Jahren an den Vorbereitungen und Auswertungen der CVTS-Studien beteiligt. In der dritten Erhebungsrunde wurden Unternehmen aus 27 EU-Mitgliedstaaten und aus Norwegen zu ihren Weiterbildungs¬aktivitäten befragt. Eine erste Analyse der aktuellen Daten im europäischen Vergleich ist in der Ausgabe 1/2008 der vom BIBB herausgegebenen Fachzeitschrift "Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis - BWP" veröffentlicht.

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Demnach konnten vor allem in den ost- und in einigen südeuropäischen Staaten sowie in Österreich und Luxemburg die Teilnahmequoten an betrieblichen Weiterbildungskursen gesteigert werden. An der Spitze steht Tschechien mit einer Teilnahmequote von 59 Prozent gegenüber 42 Prozent im Jahr 1999. Allerdings fehlen noch die Daten einiger Staaten, so zum Beispiel aus Finnland, das 1999 zu den Spitzenreitern zählte.

In den skandinavischen Ländern, in den Niederlanden und in Großbritannien sind die Teilnahmequoten hingegen wesentlich niedriger als 1999 (vgl. Abbildung auf Seite 2). Damit fallen die noch 1999 festgestellten Unterschiede zwischen den beteiligten EU-Staaten im Jahr 2005 zwar deutlich geringer aus. Entgegen politischer Zielsetzungen ist aber derzeit keine wesentliche Zunahme der Beteiligung an betrieblicher Weiterbildung in Europa zu beobachten, obwohl dies als zentrale Dimension der Beteiligung Erwachsener am lebenslangen Lernen betrachtet wird. Deutschland liegt mit einer Teilnahmequote der Beschäftigten von 30 Prozent weiterhin im Mittelfeld, wobei sich die Quote im Vergleich zu 1999 um zwei Prozentpunkte verschlechtert hat.

Auch das finanzielle Engagement der Unternehmen in Europa für die Qualifizierung ihrer Beschäftigten ist in den meisten Ländern rückläufig. Gemessen am Anteil der direkten Kosten für Weiterbildung an den gesamten Arbeitskosten eines Unternehmens sind es wiederum vor allem die skandinavischen Länder und die Niederlande, die in 2005 deutlich weniger in Weiterbildung investierten als noch im Jahr 1999. Eine Steigerung bei den von Unternehmen geleisteten Investitionen verzeichnen einige osteuropäische Staaten wie zum Beispiel Ungarn, Litauen, Polen und Rumänien. Für Deutschland, das zusammen mit Bulgarien, Litauen, Polen und Rumänien an viertletzter Stelle liegt, wurde bei den direkten Weiterbildungskosten ein leichter Rückgang von 0,9 auf 0,7 Prozent der gesamten Arbeitskosten ermittelt.

Weitere Analysen der CVTS 3-Daten wird ein Forschungsvorhaben im Auftrag des Europäischen Zentrums für die Förderung der Berufsbildung (CEDEFOP) liefern, das unter der Leitung des BIBB in Koope¬ration mit den Partnerinstitutionen Céreq (Marseille) und ISFOL (Rom) durchgeführt wird. Bis April 2009 sollen weitere differenzierte Befunde zu den Einflussfaktoren auf die betriebliche Weiterbildung im europäischen Vergleich vorgelegt werden. Aufbauend auf den Ergebnissen von CVTS 3 wird darüber hinaus derzeit mit finanzieller Un-terstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im BIBB eine Ergänzungsstudie durchgeführt, die vertiefende Einblicke für Deutschland liefern soll.

Der Artikel in der Zeitschrift "Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis - BWP" kann im Internet kostenlos heruntergeladen werden unter http://www.bibb.de/pm07-2008

Inhaltliche Auskünfte im BIBB erteilen:
Dr. Friederike Behringer, Dr. Bernd Käpplinger, Dick Moraal,
Tel.: 0228 / 107-2603,
E-Mail: schoenfeld@bibb.de

Andreas Pieper | idw
Weitere Informationen:
http://www.bibb.de/pm07-2008

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