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Geo-Forschungsprogramm zwischen Südafrika und Deutschland vereinbart

05.02.2008
Dem Herzschlag Afrikas nachspüren

Anlässlich des Besuchs von Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan in der Republik Südafrika unterzeichneten am 5. Februar das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ, Helmholtz-Gemeinschaft) und die Universität von Kapstadt (UCT) einen Kooperationsvertrag zur besseren Erforschung des afrikanischen Kontinents.

"Diese Kooperation setzt die langjährige intensive Zusammenarbeit der beiden Länder auf dem Gebiet der Geoforschung fort", erläuterte die Bundesministerin. "Insbesondere das GFZ Potsdam hat hier mit dem groß angelegten Projekt "Inkaba ye Africa" zusammen mit den südafrikanischen Wissenschaftlern seit über vier Jahren Maßstäbe in der internationalen Zusammenarbeit der Geowissenschaften gesetzt.

Die Klimadiskussion zeigt uns, dass wir ein tiefes Verständnis der Vorgänge in und auf der Erde nur durch intensive internationale Zusammenarbeit erreichen." Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die Zusammenarbeit in Wissenschaft, Forschung und Ausbildung sowie die Industriekooperationen mit Südafrika.

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Das GeoForschungsZentrum sieht die künftige, noch engere Zusammenarbeit mit dem AEON-Institut (Africa Earth Observatory Network) der Universität Kapstadt als eine Basis für die Weiterentwicklung des bisherigen Forschungsprogramms: "Wir wollen das seit vier Jahren laufende sehr erfolgreiche Forschungsprogramm Inkaba I fortsetzen. Für Inkaba II wird das AEON-Institut ein Dreh- und Angelpunkt werden", sagte Prof. Reinhard Hüttl, der Vorstandsvorsitzende des GFZ. "Das Verständnis der Prozesse, die den Kontinent Afrika entstehen ließen, ist von zentraler Wichtigkeit für ein Gesamtverständnis der Abläufe im System Erde." Die leitenden Wissenschaftler von Inkaba sind auf deutscher Seite Prof. Brian Horsfield (GFZ Potsdam) und auf südafrikanischer Seite Prof. Maarten de Wit (Leiter des AEON.

Inkaba I untersucht in einem kegelförmigen Ausschnitt vom Erdkern bis in den Weltraum das südliche Afrika und die angrenzenden Ozeangebiete. Vor etwa 130 Millionen Jahren setzte der Prozess ein, der Südamerika und Afrika voneinander trennte. Die zugrunde liegenden Abläufe sind bis heute nicht vollständig klar. Inkaba I untersuchte interdisziplinär in drei großen Teilfragen diesen Vorgang. Das Teilprojekt "Heart of Africa" hatte den Energietransfer vom Erdkern bis in den Weltraum im Visier, "Margins of Africa untersuchte an Land und auf See die Gründe für das Abspalten des südlichen Afrika vom Urkontinent Gondwana und "Living Africa" untersuchte die Entwicklung der Kontinentalränder Südafrikas.

Die Fragen sind nicht nur von akademischen Interesse, denn Südafrikas reichhaltige Bodenschätze, vom Erdöl bis zum Diamanten, sind Resultat dieses Teil der Erdgeschichte. Daher soll die erfolgreiche Arbeit von Inkaba I fortgesetzt werden. Das Gesamtprogramm von Inkaba umfasst nahezu das gesamte Spektrum an Geowissenschaften, vom Magnetfeld über Klimavariationen und Ozeanzirkulation bis zur Tektonik. Beteiligt sind neben dem GFZ Potsdam auch das Alfred-Wegener-Institut und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Von besonderem Interesse ist auch das begleitende Ausbildungsprogramm, das derzeit allein am GFZ etwa 50 Doktorandenstellen für die südafrikanischen Partner enthält.

"Wir werden hier zusammen mit unseren südafrikanischen Partnern ein Global Change Observatory in Südafrika einrichten, um den Klimawandel auf der Südhalbkugel zu untersuchen", sagt Professor Hüttl. "Das AEON-Institut und das GFZ verfolgen einen ähnlichen, fachübergreifenden Forschungsansatz, der auch hier zu einer intensiven Zusammenarbeit führen wird."

Silvia von Einsiedel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/press/2230.php
http://www.gfz-potsdam.de/
http://www.uct.ac.za/

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