Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ministerin wertet die Stifterverbands-Zahlen zu FuE-Ausgaben als Trendwende

31.01.2008
Annette Schavan: "Wir stehen gemeinsam zum Drei-Prozent-Ziel"

Staat und Wirtschaft sind nach Einschätzung von Bundesforschungsministerin Annette Schavan auf gutem Weg, um bis zum Jahr 2010 drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Forschung und Entwicklung (FuE) auszugeben. Dieses Ziel hat die Europäische Union vorgegeben.

"Wir können es schaffen, wenn die Wirtschaft und natürlich auch Bund und Länder weiter ihre FuE-Ausgaben steigern", kommentierte Schavan die aktuellen Zahlen zu den Forschungsausgaben der Wirtschaft in 2006, die der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft am Donnerstag in Berlin vorgestellt hatte. Die Bundesforschungsministerin: "Die Zahlen zeigen: Wir haben im Jahr 2006 die Trendwende klar geschafft."

Nach Angaben des Stifterverbandes sind nach Jahren der Stagnation die FuE-Gesamtaufwendungen der Wirtschaft im Jahr 2006 gegenüber 2005 um 7,4 Prozent von 48,4 Milliarden Euro auf 52,0 Milliarden Euro gestiegen. "Die Wirtschaft hat einen großen Sprung gemacht", sagte Schavan. "Dieses Tempo müssen die Unternehmen nun halten und möglichst noch weiter ausbauen." Nach internen Berechnungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) haben Bund, Länder und Wirtschaft gemeinsam damit im Jahr 2006 eine FuE-Quote von 2,57 Prozent des BIP erreicht - gegenüber 2,48 Prozent im Jahr 2005. Das BMBF berücksichtigt bereits - anders als der Stifterverband - die steigenden staatlichen Ausgaben im Jahr 2006.

Die Bundesregierung wird auch künftig kontinuierlich mehr für Forschung und Entwicklung ausgeben. Zum einen steigen die Ausgaben des Bundes durch das Sechs-Milliarden-Euro-Programm der Regierung - dieses sieht vor, während dieser Legislaturperiode insgesamt sechs Milliarden Euro zusätzlich für FuE auszugeben. Zusätzlich zu diesem Geld sieht der Bundeshaushalt 2008 weitere 220 Millionen Euro vor. Ministerin Schavan: "Damit leistet der Bund seinen Anteil, damit wir in diesem Jahr eine FuE-Quote von 2,7 Prozent erreichen."

Die Ministerin verwies auch auf die Bedeutung von strategischen Partnerschaften als einem wichtigen Element in der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Mit diesem neuen Instrument sind bislang mehr als drei Milliarden Euro in der Industrieforschung mobilisiert worden. In den sechs bislang vereinbarten strategischen Partnerschaften, die in der Verantwortung des BMBF liegen, kommen auf jeden staatlichen Euro fünf Euro aus der Wirtschaft. Allein hier wurden insgesamt mehr als 2,5 Milliarden Euro private Mittel investiert.

Nach Erkenntnissen des BMBF hat sich zudem das Innovationsklima in Deutschland deutlich verbessert. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erstellt hat. Demnach haben die Unternehmen ihre Aufwendungen für Innovationen im Jahr 2006 um mehr als sechs Prozent auf 115,5 Milliarden Euro erhöht. Zu diesen Aufwendungen zählt außer den reinen FuE-Ausgaben auch solches Geld, das die Unternehmen zum Erlangen der Marktreife und für die Markteinführung benötigen. Zudem wurden neue Produkte für den Umsatz der Unternehmen immer wichtiger: Ihr Anteil am Umsatz stieg im Jahr 2006 von 18 auf 19 Prozent. "Diese positive Entwicklung ist eine gute Basis für weiteres künftiges Wirtschaftswachstum", sagte Schavan. Die gestiegene Bedeutung neuer Produkte ist nach den Worten der Ministerin auch ein Beleg für die hervorragende Position deutscher Unternehmen im globalen Wettbewerb.

"Der in dem Bericht erkennbare Trend zeigt auch, dass wir mit der Hightech-Strategie der Bundesregierung auf dem richtigen Weg sind", sagte Schavan. Die Hightech-Strategie zielt auf die bessere Umsetzung und Vermarktung von Forschungsergebnissen. Die vorgelegten Zahlen belegen laut der Ministerin, dass in der Wirtschaft eine erhebliche Dynamik entstanden ist: "Die Wertschätzung von Innovationen ist deutlich gestiegen."

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/de/12070.php
http://www.bmbf.de/press/

Weitere Berichte zu: BIP FuE-Ausgabe Hightech-Strategie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitales Know-how für den Mittelstand: Uni Bayreuth entwickelt neuartiges Weiterbildungsprogramm
28.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Physik-Didaktiker aus Münster entwickeln Lehrmaterial zu Quantenphänomenen
22.09.2017 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise