Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BMBF fördert 16 neue Verbundprojekte zur Detektion giftiger und explosiver Substanzen mit 29 Millionen Euro

21.01.2008
Rachel: "Schnelles Aufspüren von Gefahrstoffen bringt mehr Sicherheit"

Sprengstoffe, Gifte und biologische Erreger sind selbst in kleinsten Mengen hochgefährlich. Je rascher sie aufgespürt werden - etwa im Flughafen, im Trinkwasser oder in der U-Bahn - desto besser ist die Bevölkerung vor ihnen geschützt. Entscheidend ist, dass Einsatz- und Rettungskräfte vor Ort schnell und eindeutig die Gefahr durch toxische und explosive Substanzen bestimmen können. Schneller, mobiler, sicherer: Das sind die Zielvorgaben für das künftige Aufspüren von chemischen, biologischen, explosiven und anderen Gefahrstoffen. Dieses ehrgeizige Ziel verfolgen 16 Verbundprojekte, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 29 Millionen Euro gefördert werden. Insgesamt sind 73 Partner an diesen Projekten beteiligt.

"Damit sich gefährliche Stoffe nicht zum Schaden von Mensch und Umwelt ausbreiten, forschen Wissenschaft und Wirtschaft jetzt gemeinsam mit Sicherheits- und Rettungskräften. So entstehen neue Lösungen rasch und von vorneherein praxisgerecht. Das ist das klare Ziel des nationalen Programms zur zivilen Sicherheitsforschung und bringt mehr Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger", sagte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung am Montag in Berlin. Anlass war der Start der Forschungsprojekte zum Themenschwerpunkt "Detektionssysteme für chemische, biologische, radiologische, nukleare und explosive Gefahrstoffe". In den Projekten wird ein breites Spektrum neuer Verfahren und Methoden entwickelt. Dabei werden auch ethische, psychologische und organisationswissenschaftliche Fragen zum Einsatz dieser neuen Technologien erforscht.

Die Projekte zum Aufspüren biologischer Gefahrstoffe stellen die frühzeitige und zuverlässige Erkennung biologischer Erreger als Ursache von Seuchen oder Epidemien in den Mittelpunkt. Außerdem liegt der Schwerpunkt auf der Detektion gesundheitsbedrohlicher Kontaminierungen im Trinkwasser. Weitere Projekte beschäftigen sich mit praxistauglichen, portablen Detektionssystemen für toxische Stoffe oder Explosivstoffe, Vor-Ort-Analysemethoden zur Untersuchung verdächtiger Gegenstände sowie mit Nachweissystemen für Kampfstoffe. Darüber hinaus erforschen Projekte zur Terahertz-Technologie deren Nutzung für sicherheitstechnische Anwendungen.

... mehr zu:
»Detektionssystem »Gefahrstoff

Nähere Auskünfte erteilt der

Projektträger Sicherheitsforschung
VDI-Technologiezentrum
Graf-Recke-Straße 84
40239 Düsseldorf
Dr.-Ing. Karin Reichel, Tel: 0211-6214-567, reichel@vdi.de
Dr. Joachim Fröhlingsdorf, Tel: 0211-6214-508, froehlingsdorf_j@vdi.de
Projekte:
AquaBioTox - Breitbandsensor zur Trinkwasserüberwachung - Gegenstand der Forschung ist ein Breitbandsensorkonzept zur Trinkwasserüberwachung und schnellen Alarmierung bei Anschlägen.

ATLAS - Verfahren zum raschen Nachweis von Tierseuchen - Im Rahmen des Verfahrens soll ein neues Verfahren zum schnellen und sicheren Nachweis von Tierseuchen und damit zum Schutz auch vor Agroterrorismus entwickelt werden.

BiGrudi - Risikobewertung, ultraschnelle Detektion und Identifizierung von bioterroristisch relevanten Agenzien. Es wird eine schnelle, einfach zu bedienende Diagnostikplattform zur Risikobewertung von verdächtigen Proben entwickelt und eingebettet in ein Konzept für eine adäquate Risikokommunikation.

ChipFlussPCR - Detektionssystem für biologische Gefahrstoffe. Ziel ist ein portables Lab-on-a-Chip-System zur umfassenden Analyse biologischer Gefahrstoffe.

ChipSenSiTek - Gassensorensystem zur Detektion von Explosiv- und Sprengstoffen - Das System soll zur Detektion von Explosiv- und Sprengstoffen bei Zugangskontrollen auf Flughäfen oder anderen Gebäuden, wie z.B. Finanz- und Rechenzentren, eingesetzt werden.

DACHS - Detektoren-Array zur Detektion toxischer Substanzen - Es soll ein Detektorsystem entwickelt, mit dem Gasspuren angereichert und analysiert werden und das zur schnellen Gefahrstoffdetektion vor Ort genutzt werden kann.

EXAKT - Erkennung chemischer und explosiver Gefahrstoffe in der Luft - Gasströme sollen schnell und präzise analysiert werden. Spezielle Ziele sind die Erkennung chemischer Kampfstoffe und die Erkennung von Explosivstoffen in der Luft.

HANDHELD - Tragbares Gerät für Flughafenpersonal zur Detektion von Gefahrstoffen. Das tragbare Terahertz-Spektrometer soll insbesondere zur Detektion von explosiven Flüssiggefahrstoffen eingesetzt werden.

IRLDEX - Detektionsverfahren für Explosivstoffe. Angestrebter Einsatzzweck ist die Untersuchung von IEDs (Improvised Explosive Devices, Sprengfallen).

PathoSafe - Spektrometer für biologische Gefahrstoffe. Es soll ein Gerät zur schnellen und einfachen Detektion von biologischen Gefahrstoffen durch die Einsatzkräfte realisiert werden.

Safe Inside - Verfahren zur Gefahrstoffdetektion in Hohlräumen. Ersteinsatzkräfte sollen ein schnelles und zuverlässiges Detektionssystem für schwer zugängliche Orte erhalten.

TEKZAS - Kamera zur Detektion von verborgenen und gefährlichen Gegenständen für Flughäfenkontrollen auf Basis der Terahertz-Technologie.

TeraCam - Aktives vollelektronisches in Echtzeit arbeitendes Detektor-System zur Entdeckung von Gefahrstoffen und Waffen

TeraTom - Hochauflösende Terahertz-Tomographie für Sicherheitsanwendungen - Ziel sind Untersuchungen zur Realisierung eines Schuhscanners.

THEBEN - Ethische Begleitung, Evaluation und Normentwicklung der neuen Terahertz-Technologie für Sicherheitsanwendungen.

THz-Videocam - Passive Videokamera, die versteckte metallische und keramische Objekte und chemische Stoffe visualisiert, die mit bekannten optischen Verfahren nicht erfasst werden können.

Silvia von Einsiedel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/press/2214.php

Weitere Berichte zu: Detektionssystem Gefahrstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitale Bildung im Unterricht: Was Lehrer und Schüler von der Schul-Cloud erwarten
11.12.2017 | Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI)

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik