Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gebündelte Kompetenz rund um die Pflanze - BBA und BAZ bilden neues Julius Kühn-Institut

11.01.2008
Neugründung des Julius Kühn-Instituts. Das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) blickt auf eine zum Teil über hundertjährige Geschichte zurück, da es aus drei renommierten Einrichtungen hervorgegangen ist: der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA), der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ) und zwei Instituten der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL).

Am Freitag, dem 11.01.2008, enthüllte der Präsident Dr. Georg F. Backhaus, um 09.30 Uhr das Amtsschild des neu gegründeten Julius Kühn-Instituts (JKI) an seinem Hauptsitz in Quedlinburg. Das seit dem 1. Januar 2008 bestehende Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, bündelt alle Forschungsarbeiten des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) im Bereich der Kulturpflanzen. Die neue Einrichtung blickt auf eine zum Teil über hundertjährige Geschichte und Erfahrung zurück, da sie aus drei renommierten Forschungseinrichtungen hervorgegangen ist: der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA), der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ) und zwei Instituten der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL).

"Das Julius Kühn-Institut ist für das Schutzziel "Pflanze" zuständig. Mit dem vorhandenem Wissen wollen wir ganzheitliche Konzepte für den gesamten Pflanzenbau, für die Pflanzenproduktion bis hin zur Pflanzenpflege und Verwendung entwickeln", so der Präsident und Professor Dr. Georg F. Backhaus. "Wir arbeiten in unseren Fachinstituten an landwirtschaftlichen Kulturpflanzen ebenso wie an Kulturen des Garten-, Obst- und Weinbaus und im urbanen Grün", führt Backhaus weiter aus.

Der neue Name - Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen - ist gleichzeitig das neue Programm: Schlagwortartig beschreiben die Forschungsbereiche Pflanzengenetik, Pflanzenbau, Pflanzenernährung, Bodenkunde sowie Pflanzenschutz und Pflanzengesundheit die Arbeit der Einrichtung.

... mehr zu:
»BAZ »BBA »JKI

So gilt es, durch spezielle Züchtungsforschungen die genetisch bedingte Widerstandsfähigkeit von Kulturpflanzen gegen Krankheiten und Schadorganismen zu verbessern. Unsere Wissenschaftler entwickeln nachhaltige Pflanzenschutzkonzepte für den integrierten Pflanzenbau und den Ökolandbau. Dabei liegt beispielsweise ein aktueller Focus darauf zu erforschen, wie die gesundheitliche Belastung des Verbrauchers durch Pilzgifte (Mykotoxine) minimiert werden kann. Das Know-how der Wissenschaftler des JKI ist auch gefragt, wenn es gilt, nationale und internationale Normen und Regelungen zu erarbeiten, zum Beispiel zur Abwehr gefährlicher Quarantäneschadorganismen oder in der Pflanzenschutzgerätetechnik. Pflanzenschutzmittel werden bewertet und Risiken für die Kulturlandschaft abgeschätzt. Im Bereich der grünen Gentechnik untersucht das JKI biologische und ökologische Risiken. Wichtige grundlegende Arbeiten sind die Diagnose von Schaderregern (Viren, Bakterien, Pilze, Nematoden, Insekten), Forschungen zu Themen des Vorratsschutzes, der Bodenkunde und der Düngung.

Die Arbeit des JKI wurde infolge der Umstrukturierungen der gesamten Ressortforschung im BMELV auf aktuelle Schwerpunkte ausgerichtet. Backhaus betonte, dass eine ständige Fortentwicklung der Forschungsschwerpunkte vorgesehen ist, so dass das JKI jetzt und künftig exzellente agrarwissenschaftliche Forschung und aktuelle Politikberatung betreiben kann.

Neben dem Hauptsitz in Quedlinburg bleibt Braunschweig, der ehemalig BBA-Hauptsitz, mit sechs Instituten ein wichtiger Standort. Weitere der insgesamt 15 Institute werden sich nach Abschluss der Umstrukturierungen in Kleinmachnow, Siebeldingen, Dossenheim und Dresden-Pillnitz befinden. Außerdem werden verschiedene gemeinschaftliche Einrichtungen sowie eine Versuchsstation in Groß-Lüsewitz unterhalten.

Der Namenspatron des neuen Instituts, Prof. Dr. Julius Kühn, lebte von 1825 bis 1910 und war einer der bedeutendsten Agrarwissenschaftler und Phytopathologen. 1863 erhielt er die Genehmigung der Universität Halle, erstmals in Deutschland ein eigenes Institut der Agrarwissenschaften zu gründen. In den kommenden fast 50 Jahren baute er dieses zu einer der damals bedeutendsten agrarwissenschaftlichen Lehr- und Forschungsstätte aus.

Dr. Gerlinde Nachtigall | idw
Weitere Informationen:
http://www.jki.bund.de

Weitere Berichte zu: BAZ BBA JKI

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Das Klassenzimmer der Zukunft - DFKI & TUK eröffnen neues Labor für digitale Lehr- und Lernmethoden
03.05.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Technik unterstützt Inklusion in der Arbeitswelt
06.03.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics