Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausweitung der Konstanzer Nanoforschung

23.11.2011
DFG verlängert Konstanzer Sonderforschungsbereich „Controlled Nanosystems“ – Förderung bis 2015 in Höhe von 7,3 Millionen Euro

Nach positiver Begutachtung gab die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Verlängerung des Sonderforschungsbereichs (SFB) 767 „Controlled Nanosystems: Interaction and Interfacing to the Macroscale“ der Universität Konstanz bekannt.

Damit fördert die DFG weiterhin einen interdisziplinären Forschungsverbund, der in seiner ersten Förderperiode seit 2008 exzellente Forschungserfolge erzielt und bereits in dieser frühen Phase durch zahlreiche Publikationen in renommierten wissenschaftlichen Journalen wie Nature, Science, Physical Review Letters und Angewandte Chemie eine hohe Sichtbarkeit auf dem Gebiet der Nanoforschung errang.

„Ich bin hochzufrieden, welch große Forschungsfortschritte bereits in der ersten Förderphase umgesetzt werden konnten. Wir konnten eine große Zahl an Kooperationen und neuen Ideen auf den Weg bringen und freuen uns nun, durch die Verlängerung unseres Sonderforschungsbereichs die Früchte davon ernten zu können“, erklärt Prof. Dr. Elke Scheer, Sprecherin von „Controlled Nanosystems“. Die DFG fördert den Sonderforschungsbereich in seiner zweiten Förderphase von 2012 bis 2015 mit insgesamt 7,3 Millionen Euro.

Der Konstanzer Sonderforschungsbereich 767 „Controlled Nanosystems“ erschließt das mechanische, optische und elektrische Verhalten von Objekten im Nanometerbereich – das heißt im Größenspektrum von dem Milliardstel eines Meters. Diese Nano-Objekte werden mit physikalischen und chemischen Methoden hergestellt und untersucht. Der Forschungsverbund analysiert die Wechselwirkungen von Nanostrukturen einerseits untereinander und andererseits gegenüber der makroskopischen Außenwelt. Der Schwerpunkt liegt auf der Grundlagenforschung, ein Ziel dabei ist aber stets auch das Aufzeigen möglicher Anwendungen der neuartigen Wechselwirkungsphänomene.

„An einem vergleichsweise kleinen Standort eine so hohe Sichtbarkeit im großen und stark umkämpften Gebiet der Nanoforschung zu erreichen ist nur möglich, wenn man ein klares Alleinstellungsmerkmal aufweist – und dieses ist bei uns der Fokus auf den Aspekt der Steuerung. Wir beobachten nicht nur, wie sich Nanosysteme verhalten, sondern beeinflussen sie von außen und modifizieren ihre Quanteneigenschaften“, erläutert Elke Scheer. Als neuer Forschungsbereich in der zweiten Förderperiode sollen magnetische Transportphänomene, hervorgerufen durch Temperaturunterschiede, hinzukommen.

Der SFB „Controlled Nanosystems“ umfasst 14 Teilprojekte sowie ein integriertes Graduiertenkolleg; beteiligt sind die Fachbereiche Physik und Chemie der Universität Konstanz sowie das Max-Planck-Institut für Festkörperphysik in Stuttgart. Rund 20 Projektleiterinnen und Projektleiter sowie 40 Promovierende sind in den Sonderforschungsbereich integriert.

„Wir profitieren von der guten Unterstützung der Universitätsleitung und insbesondere von unserer räumlich fokussierten Campusuniversität, in der die Forschungspartner aus allen Fachbereichen unmittelbar benachbart sind. Auch durch die Exzellenzinitiative haben wir uns, was die apparative Ausstattung angeht, deutlich verbessern können“, zeigt Elke Scheer die forschungsförderlichen Rahmenbedingungen an der Universität Konstanz auf. „Die Forschungskultur von Konstanz, über die Projektgruppen und Fachgrenzen hinaus eng zusammenzuarbeiten, ist eine Stärke, die man nicht an jedem Standort hat: Dass die Exzellenz gerade durch die Zusammenarbeit getragen wird und darin systematisch gefördert wird – das ist etwas ganz Besonderes und für unseren Sonderforschungsbereich essentiell“, freut sich Elke Scheer.

Mit der Verlängerung des Sonderforschungsbereichs 767 „Controlled Nanosystems: Interaction and Interfacing to the Macroscale“ am Dienstag, 22. November 2011, erhielt die Universität Konstanz am selben Tag bereits eine weitere gute Nachricht von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die DFG bewilligte auch den SFB 969 „Chemical an Biological Principles of Cellular Proteostasis“ mit einer Fördersumme in Höhe von 7,5 Millionen Euro (siehe Pressemitteilung Nr. 143/2011).

Kontakt:
Universität Konstanz
Kommunikation und Marketing
Telefon: 07531 / 88-3603
E-Mail: kum@uni-konstanz.de
Prof. Dr. Elke Scheer
Universität Konstanz
Sonderforschungsbereich Controlled Nanosystems
Universitätsstraße 10
78464 Konstanz
Telefon: 07531 / 88-4712
E-Mail: elke.scheer@uni-konstanz.de

Julia Wandt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-konstanz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie