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Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf ein Studium wird wichtiger

13.07.2011
Die Hochschulen für neue Studierendengruppen zu öffnen, ist erklärtes Ziel der Bildungspolitik.

Hintergrund sind ein zunehmender Fachkräftebedarf und die steigenden Ansprüche des Arbeitsmarktes an die Beschäftigten. So sollen etwa Berufserfahrene dafür gewonnen werden, ihre Qualifikationen durch ein Studium zu vertiefen.

Wichtige Instrumente in diesem Prozess sind Verfahren zur Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf ein Studium. Wie solche Verfahren gestaltet und in den Hochschulalltag integriert werden können, diskutierten rund 100 Expertinnen und Experten auf Einladung des Projekts nexus der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Bonn.

Die vorgestellten Modellversuche und Praxisbeispiele zeigten, dass die Anrechnung aufwändig, aber lohnend ist. Für neue Studierendengruppen wird das Studium attraktiver, wie etwa das Beispiel der Universität Oldenburg zeigt. Das dort entwickelte Verfahren erlaubt es u. a. Versicherungsfachwirten oder Bilanzbuchhaltern, Teile ihrer beruflichen Erfahrungen auf

Module des Studiengangs „Business Administration“ anzurechnen.

Hinter der Diskussion um Anrechnungsverfahren steht ein umfassender Mentalitätswandel hin zu einer neuen Kompetenzkultur, wie er sich bereits in der Lehre vollzieht: Ob in Studium oder Beruf – entscheidend ist, dass jemand über das Wissen und Können verfügt, um in einem bestimmten Feld erfolgreich zu handeln. Die Entwicklung und Implementierung von Anrechnungsverfahren treibt diese Entwicklung voran. „Damit wird Anrechnung zu einem wichtigen Baustein für die Verbindung von beruflicher und akademischer Bildung“, betonte der Vertreter der Kultusministerkonferenz, Birger Hendriks.

Dass die Nachfrage nach Anrechnung beruflicher Kompetenzen zunehmen wird, davon zeigte sich Dr. Walburga Freitag von der Hochschul-Informations-System GmbH überzeugt. Bereits heute verfügten etwa 20 Prozent aller Studienanfängerinnen und -anfänger über Berufserfahrung. In Zukunft werde es normal, zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Berufsbiographie zu studieren. „In Deutschland gibt es relativ viele gut qualifizierte Beschäftigte in hohen Positionen, die einen dringenden Bedarf an Weiterqualifizierung haben und nach adäquaten Angeboten suchen“, so Freitag.

Für diese Zielgruppen müssen die Hochschulen passende Programme entwickeln, die berufsbegleitend oder in Teilzeit studiert werden können. Auch müssen sie ihre Beratungs- und Unterstützungsangebote ausbauen. „Bei der Bewältigung dieser Aufgaben sind die Hochschulen auch auf die Unterstützung von Bund und Ländern angewiesen, etwa durch Programme zur Förderung innovativer Konzepte“, erklärte Barbara Michalk von der Hochschulrektorenkonferenz.

Susanne Schilden | idw
Weitere Informationen:
http://www.hrk.de/

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