Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Als Elektroingenieur zur See - Deutschlands erster Studiengang Schiffselektrotechnik startet

15.04.2014

Ab dem 1. Mai 2014 können sich Studieninteressierte auch für den neuen Bachelor-Studiengang Schiffselektrotechnik an der Hochschule Wismar bewerben.

Er startet im Wintersemester 2014/2015 und wird an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften gemeinsam von den Bereichen Seefahrt sowie Elektrotechnik und Informatik angeboten. In diesem Studiengang werden Elektroingenieure ausgebildet, die an Bord von Seeschiffen oder in Windenergieparks für die gesamte elektrotechnische Anlage – vom Generator bis zum elektrischen Antrieb und von der Nachrichtentechnik bis zu den Automatisierungssystemen – verantwortlich sind.

Entsprechend fachlich breit sind die Lehrinhalte angelegt und umfassen nicht nur die theoretische, sondern auch eine umfangreiche praktische Ausbildung in den Laboren und Simulationseinrichtungen der Hochschule.

Die Seefahrt scheint mit Begriffen wie Kapitän, Planken oder Rum untrennbar verbunden zu sein. In ihrer frühen und langen Geschichte gab es zwar zahlreiche kräftige Männer an Bord, aber noch keinen Spezialisten darunter, der sich um elektrotechnische Anlagen kümmert. Nicht nur die Zusammensetzung der Crew, sondern auch die Anforderungen an die Besatzungen haben sich in den letzten Jahrzehnten geändert. So kommt auf hoher See der Strom zwar auch aus Steckdosen, aber es gibt keinen landseitigen Stromanschluss.

Die benötigte Energie wird in der Regel durch Generatoren erzeugt. Dabei wird zum Beispiel auf einem Kreuzfahrtschiff eine elektrische Leistung erreicht, die zur Versorgung einer Kleinstadt ausreichen würde. Egal ob Kreuzfahrtschiffe, Trockenfrachter oder Tanker, die einzelnen Bereiche an Bord sind eng verknüpft – nicht nur organisatorisch, sondern auch durch Elektroanlagen und entsprechende Steuerungen. Ob zum Beispiel die Technik auf der Brücke oder die Kühlcontainer an Deck, an all diesen Systemen kommt der Elektrotechnische Schiffsoffizier zum Einsatz. Er spielt eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung des reibungslosen sehr speziellen Betriebsablaufs auf See und im Hafen.

Anlass für die Einrichtung des Studienganges sind die neuen Ausbildungsanforderungen, die durch die internationale Schifffahrtsorganisation „IMO“ beschlossen wurden. Diese legen unter anderem fest, dass auch Elektrotechnische Schiffsoffiziere an Bord ebenso wie Nautische und Technische Offiziere über ein Befähigungszeugnis verfügen müssen. Dieses Befähigungszeugnis ist mit festgelegten Anforderungen verbunden, die nur an entsprechend akkreditierten Ausbildungseinrichtungen angeboten werden können.

Um diesen Ausbildungsanforderungen gerecht werden zu können, umfasst das Studium vier Semester am Bereich Elektrotechnik und Informatik in Wismar und anschließend vier Semester in Warnemünde am Bereich Seefahrt. Eingeschlossen ist ein halbjähriges Bordpraktikum für die seefahrtsspezifischen Lehrinhalte der Elektrotechnik und der Schiffsanlagentechnik. Nach dem Bestehen aller Prüfungen erhält der Student den akademischen Grad Bachelor of Science (B. Sc.) sowie vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) das Befähigungszeugnis und kann seine Karriere als Elektrotechnischer Schiffsoffizier an Bord beginnen.

Voraussetzung für die Zulassung zum Bachelorstudiengang Schiffselektrotechnik ist bei einer abgeschlossenen und durch das BSH anerkannten Berufsausbildung ein zweimonatiges Praktikum an Bord eines Seeschiffes. Bewerber ohne anerkannte berufliche Ausbildung benötigen ein dreimonatiges Bordpraktikum und eine dreimonatige Metall- und Elektroausbildung, die auch innerhalb der ersten vier Semester in den Semesterferien in einer überbetrieblichen Ausbildung erfolgen kann. Selbstverständlich hat auch der Nachweis der Fachhochschulreife zu erfolgen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte direkt an den Studiengangsverantwortlichen Prof. Dr.-Ing. Matthias Markert, Telefon: 0381 498-58 40 bzw. E-Mail: matthias.markert@hs-wismar.de.

Weitere Informationen:

http://bit.ly/Q8Wwul - Studiengangsinformationen

Kerstin Baldauf | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.hs-wismar.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise