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Alphabetisierungskampagne setzt auf Erfolgsgeschichten

19.09.2012
Start der bundesweiten Aktion „Lesen und Schreiben – Mein Schlüssel zur Welt“ / Schavan: „Alphabetisierung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, hat heute die bundesweite Aufklärungskampagne „Lesen und Schreiben – Mein Schlüssel zur Welt“ gestartet. Im Mittelpunkt stehen TV-Spots und Großflächenplakate, die in eindringlichen Bildern Erfolgsgeschichten erzählen.

Sie verdeutlichen, welche privaten und beruflichen Perspektiven das Lesen- und Schreibenlernen eröffnet und warum es nie zu spät ist, diesen „Schlüssel zur Welt“ selbst in die Hand zu nehmen. Eine eigens entwickelte interaktive Ausstellung trägt das Thema ab Oktober 2012 in Länder und Kommunen. Gemeinsam mit den Partnern der Alphabetisierung in Deutschland informiert die Ausstellung bei regionalen Informations-Veranstaltungen über alles Wissenswerte rund um das Thema.

Die Kampagne ist Teil der „Nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener in Deutschland“ von Bund und Ländern und zielt vor allem darauf ab, das Thema Analphabetismus zu enttabuisieren und auf die zahlreichen Unterstützungsangebote aufmerksam zu machen. „Die Fähigkeit, lesen und schreiben zu können, ist das Fundament für Bildung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, erklärte Bundesbildungsministerin Annette Schavan und bezeichnete die Prävention und Bekämpfung des Analphabetismus als eine der wichtigsten Gemeinschaftsaufgaben. Unter Einbeziehung aller gesellschaftlichen Gruppen verfolgen Bund und Länder das Ziel, Bildungschancen zu erhöhen und die Zahl der funktionalen Analphabeten zu senken.

„Diese Allianz ist ein wichtiger Schritt, allen Menschen eine uneingeschränkte Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben zu gewährleisten. In den Ländern existieren bereits vielfältige Beratungs- und Lernangebote, die in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden“, betonte Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft des Landes Berlin als Vertreterin der Kultusministerkonferenz.

Rita Süssmuth, Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV), erklärte: „Wenn Menschen in unserem Land nicht ausreichend lesen und schreiben können, dann betrifft uns das alle. Unsere Gesellschaft kann es sich nicht leisten, Analphabeten auszuschließen. Volkshochschulen sind mit ihrem Kursangebot die erste Adresse für erwachsene Analphabeten und unterstützen die Menschen, aktiv an der Gesellschaft teilzuhaben.“

7,5 Millionen Menschen in Deutschland im Alter zwischen 18 und 65 Jahren können keine zusammenhängenden Texte lesen und schreiben. Das sind rund 14 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat deshalb 2011 ein Programm zur arbeitsplatzorientierten Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Alphabetisierung und Grundbildung gestartet und dafür rund 20 Millionen Euro bereitgestellt. Mit der Initiative sollen neue Wege zur Alphabetisierung und Grundbildung entwickelt und vielversprechende Ansätze in diesem Bereich gestärkt werden, um den Anteil funktionaler Analphabeten in Deutschland langfristig zu senken.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Aufklärungskampagne unter: http://www.xn--mein-schlssel-zur-welt-0lc.de sowie unter http://www.bmbf.de/de/426.php.

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