Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zulieferer-Logistik auf dem Prüfstand

02.09.2004


Logistische Stärken und Schwächen der deutschen Automobilzulieferer nimmt eine aktuelle Studie des Fraunhofer IPA unter die Lupe.


»Uns haben besonders zwei Fragen interessiert: Wie fit ist die Logistik der deutschen Zulieferindustrie insgesamt und wie sieht es beim einzelnen Zulieferer aus?«, berichtet Holger Barthel vom Fraunhofer IPA. Gemeinsam mit seinem Kollegen Tobias Beutner hat er für jedes Unternehmen, das an der Umfrage teilgenommen hat, ein eigenes Stärken- und Schwächen-Profil sowie ein Stärken- und Schwächen-Portfolio für die Branche ausgearbeitet.

Der Fragebogen zur Studie »Fitness-Check Logistik« war so gegliedert, dass verschiedene Aspekte der Logistik über alle Stufen der Zulieferpyramide – Teile-, Komponenten- und Modulhersteller – hinweg betrachtet werden konnten. Auf jeder dieser Stufen untersuchten die Logistik-Experten des Fraunhofer IPA die Kundenlogistik, d. h. kundenseitige Schnittstellen und Distributionslogistik, die Lieferantenlogistik mit Lieferantenanbindung und Lieferantenmanagement sowie die Logistikplanung bzw. die strategische Ausrichtung der Logistik im Unternehmen. Bei der detailiierten Auswertung des Fragebogens zeigten sich nicht nur Trends und Tendenzen. Es traten auch konkrete Schwächen zu Tage.


»Besonders hervorzuheben ist hier die oftmals fehlende Durchgängigkeit bzw. die im Produktentwicklungsprozess oft zu spät einsetzende Planung der logistischen Prozesse der Modulhersteller«, berichtet Beutner, »was zu Kundenunzufriedenheit und erhöhten Anlaufkosten führt«. Als zweite Schwachstelle entpuppte sich die Lieferantenlogistik zahlreicher Komponenten- und Teilehersteller: Besonders die Dispositionskosten im Lieferantenmanagement und der system- und prozessseitigen Lieferantenanbindung sind häufig viel zu hoch. »Generell fällt auf, dass die wenigsten Lieferanten die Steuerungsprinzipien ihrer Kunden auf ihr eigenes Liefernetzwerk anwenden«, wundert sich Beutner. Dies macht es unmöglich, die Potenziale in der Lieferantenlogistik zu realisieren, die die Kunden längst ausgeschöpft haben. Obwohl eine allgemeine Unzufriedenheit in diesem Punkt herrscht, kristallisierte sich bei den konkreten Maßnahmen kein einheitliches Vorgehen heraus. Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie war, dass Unternehmen mit einer hohen Produktkomplexität bei der Optimierung ihrer Logistik generell weiter sind als Unternehmen mit weniger komplexen Produkten. »Dies zeigt deutlich, dass die lieferantenseitige Logistik oft erst dann optimiert wird, wenn die Komplexität des Lieferantennetzwerkes bereits sehr groß ist«, stellt Holger Barthel fest.

In ihrer Studie fassen Beutner und Barthel nicht nur die Ergebnisse der
Fragebogen-Aktion zusammen. Sie zeigen auch auf, welche Methoden den größten Erfolg versprechen, wenn es darum geht, vorhandene Potenziale besser auszuschöpfen und beispielsweise das Lieferantennetzwerk im Unternehmen professionell und effektiv zu steuern. Interessenten finden das »Management Summary« des »Fitness-Check Logistik« im Internet auf der Seite www.ipa.fraunhofer.de/Publikationen unter dem Link »Studien« bzw. können es kostenlos bei der Abteilung Unternehmenslogistik des Fraunhofer IPA anfordern:

Dipl.-Betrw. (BA) Silvia Körber
Marketing Unternehmenslogistik
Telefon +49(0)711/970-1985
silvia.koerber@ipa.fraunhofer.de

Darüber hinaus besteht für Unternehmen aus der Automobilzulieferindustrie die Möglichkeit, sich jederzeit zu einem halbtägigen kostenlosen Logistikcheck vor Ort anzumelden.

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik
und Automatisierung IPA
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Holger Barthel
Telefon: +49(0)711/970-1966
E-Mail: holger.barthel@ipa.fraunhofer.de

Dipl.-Wirtsch.-Ing (BA) Tobias Beutner
Telefon: +49(0)711/970-1977
E-Mail: tobias.beutner@ipa.fraunhofer.de

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Holger Barth | Fraunhofer IPA
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Lieferantenanbindung Lieferantenlogistik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Informatiker der Saar-Uni verhindern Auto-Fernsteuerung durch Hacker
03.11.2016 | Universität des Saarlandes

nachricht Gewichtseinsparung durch lasergestützte Materialbearbeitung im Automobilbau
07.10.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie