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Zukunftsvision: Autos stoppen betrunkene Lenker

01.02.2011
Alkohol-Sensoren dienen als fahrzeugeigene Wegfahrsperre

In Zukunft sollen spezielle Fahrzeugsysteme verhindern, dass alkoholisierte Personen Auto fahren. Der US-Arm des Technologiekonzerns QinetiQ hat zwei Prototypen vorgestellt, mit denen ein Fahrzeug durch Haut- beziehungsweise Atemluftscans den Blutalkoholspiegel ermitteln kann. Liegt der Messwert über der gesetzlichen Promillegrenze, verweigert das Auto die Inbetriebnahme.

Beide Systeme werden im Rahmen des von der US-Regierung geförderten Projekts Driver Alcohol Detection Systems for Safety (DADSS) entwickelt. Mithilfe der Prototypen gilt es nun, Performance-Probleme zu identifizieren und die für den praktischen Einsatz nötige Messgenauigkeit sicherzustellen. Bis solche Systeme also wirklich betrunkene Lenker stoppen, werden noch einige Jahre vergehen.

Berühren oder Atmen

Eines der QinteiQ-Systeme kontrolliert ebenso wie polizeiliche Schnelltests die Atemluft von Lenkern. Das Fahrzeugsystem führt eine spektrometrische Messung im Infraroten durch, um die Alkoholkonzentration zu ermitteln. Auch die zweite Lösung setzt auf eine Form der Spektrometrie. Der Nutzer berührt dazu ein Messfeld und der Alkoholspiegel im Gewebe wird durch eine Absorptionsmessung abgeschätzt. In beiden Fällen ist das Ziel, dass die Messung möglichst einfach und für Autofahrer nicht störend ist.

Wie QinetiQ betont, sind beide Systeme noch in einem relativ frühen Entwicklungsstadium. Eine Herausforderung ist, dass die Fahrzeugsystem wirklich hochpräzise ermitteln müssen, ob der Nutzer die gesetzliche Promillegrenze - in den USA vergleichsweise hohe 0,8 Promille - noch einhält oder nicht. Denn falls die Sensorik ermittelt, dass das Limit überschritten ist, verhindert das Sicherheitssystem das Wegfahren. Wenn ein Lenker irrtümlich für betrunken oder für fahrtauglich befunden würde, wäre das also sehr störend bzw. schlichtweg gefährlich.

Fernes Ziel

Dass Autos bestimmen, ob ihre Lenker nüchtern genug für die Fahrt sind, ist aber noch eher Zukunftsmusik. QinetiQ geht davon aus, dass die Technologie erst in acht bis zehn Jahren den Weg in erste Serienmodelle finden wird. Allerdings sei das langfristige Ziel, in den USA alle Pkws mit DADSS-Lösungen auszustatten, da diese nur so ihren vollen Nutzen entfalten können. Wie sich die Systeme auf den Fahrzeugpreis auswirken werden, bleibt abzuwarten. DADSS-Zielvorgabe ist aber, dass sich die Mehrkosten in einem ähnlichen Bereich bewegen sollten wie bei anderen Sicherheitssystemen.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://qinetiq.com
http://dadss.org

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