Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jeder zehnte Euro für Mobilfunk-Services im Auto

09.09.2003


Der Mobilfunk hält Einzug in die Fahrzeuge deutscher Automobilhersteller. Gekoppelt an Navigationssysteme geben Mobile Services per Funk laufend Auskunft über die Beanspruchung des Fahrzeugs, Verschleiß, Benzinverbrauch oder Probleme mit der Elektronik. Bei Bedarf meldet sich das Fahrzeug selbst zur nächsten Inspektion an, Ersatzteile werden vorab bestellt und der Autohändler wird rechtzeitig informiert, wann ein Neuwagen fällig ist. Im Gegenzug dazu erhält der Autokäufer vielfältige neue Mobilfunkdienste: Bei Unfällen wird das Fahrzeug per GPS geortet und der Reparaturdienst herangeführt. Umleitungsempfehlungen und Unwetterwarnungen laufen ebenfalls per Mobilfunk ein, so dass das Navigationssystem umsteuert. Acht Prozent ihrer Investitionsbudgets wollen die Autohersteller bis 2005 in Mobilfunk-Services investieren. Das ergab der „Branchenkompass M-Business“, eine Studie von Mummert Consulting, dem manager magazin und dem F.A.Z.-Institut.


Mobile Services sind ein Zukunftsmarkt. Zwei Drittel aller befragten Unternehmen zeigen sich ob der Chancen optimistisch. Entsprechend hoch sind die Investitionen: Allein bei den Automobilherstellern fließt fast jeder zehnte Euro (8 Prozent) der Investitionsbudgets in das mobile Geschäft. Bei den Telekommunikationsunternehmen sind es sogar 19 Prozent. Der Zukunftstrend zeichnete sich bereits bei der gerade abgelaufenen Berliner Funkausstellung (IFA) deutlich ab: Car-Multimedia gehörte dort zu den Ausstellungsschwerpunkten.

Moderne Navigationssysteme werden bald Standard in vielen Pkw sein. Die Folge für die Hersteller: Sie können präzise Daten über die Fahrgewohnheiten sammeln. Das birgt Chancen zur Kundenbindung, weil die gesammelten Informationen dem Vertrieb eine gezielte Ansprache erlauben. Er muss so nicht mehr den Umweg über die Händler gehen und kann einen direkten Draht zum Kunden aufbauen. Weitere Hilfe bei der Kundenbindung: Die Automobilhersteller können die Fahrer per Bordcomputer zum Beispiel automatisch zu Vertragswerkstätten lotsen. So helfen die mobilen Systeme, das Cross-Selling-Potenzial auszunutzen.


Den Fahrern bringt die Technik vor allem Sicherheit: Die Position des Wagens wird automatisch an ein Call-Center übertragen – ein wichtiger Aspekt beim Diebstahl. Wird der Wagen geklaut, kann er über das Bordsystem geortet werden. Zusätzlich kann der Fahrer über ein fest eingebautes Mobilfunkgerät bei Pannen oder Unfällen Hilfe rufen. Theoretisch reicht dann ein SOS-Knopf. Die Position wird automatisch weitergefunkt.

Auch Wartungen sind durch M-Business besser planbar. Daten wie zum Beispiel der Kfz-Zustand oder der Verschleiß werden vorab übermittelt. Das mobile System erkennt, welche Teile defekt sind oder gewartet werden müssen. So kann der Bordcomputer die Werkstatt anfunken und notwendige Teile rechtzeitig ordern oder einen Termin vereinbaren. Defekte an der Elektronik können im Einzelfall sogar per Ferndiagnose repariert werden.

Mit ihrer Offensive bei den mobilen Services könnten die Automobilhersteller sogar die Telekommunikationsunternehmen (Telkos) überholen. Der Grund: Frei von der milliardenteuren Belastung durch UMTS-Investitionen favorisieren die Hersteller kostenlose Services. Sie sind damit gegenüber den Telkos eindeutig in der besseren Position. Die nämlich streben nach Amortisierung ihrer hohen Investitionen und bieten kostenpflichtige Services an. Der Durchbruch der mobilen Dienste könnte deshalb von Zweitanbietern wie zum Beispiel den Automobilherstellern kommen.

Joerg Forthmann | Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht RFID-Technologie: Digitalisierung in der Automobilproduktion
02.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF

nachricht Wenn dein Auto weiß, wie du dich fühlst
20.12.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics