Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wasserstoffauto vor Eroberung der Straße

05.11.2009
Wissenschafter der TU Graz präsentieren praxistauglichen Prototypen

Die TU Graz hat gestern, Mittwoch, mit dem HYCAR 1 ein in enger Kooperation mit der Forschungsgesellschaft für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik (FVT) und dem Hydrogen Center Austria (HyCentA) entwickeltes Wasserstofffahrzeug präsentiert. Das Besondere dabei ist, dass die Wissenschafter einen Ottomotor für den CO2-freien Betrieb mit Wasserstoff umgerüstet haben.

Marktreife in Sichtweite

"Wir haben im Zuge unserer Entwicklung sehr auf den Faktor Praxistauglichkeit geachtet. Ein Mercedes-Serienfahrzeug mit 4-Zylinder-Motor ist demnach so adaptiert worden, dass aus rein technischer Sicht innerhalb von drei Jahren Marktreife erreicht werden könnte, sagt Helmut Eichlseder, Vorstand des Instituts für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik an der TU Graz, im Gespräch mit pressetext.

Das HYCAR 1 ist bereits vom TÜV begutachtet worden und wurde mittels Einzelgenehmigungsbescheid für den allgemeinen Straßenverkehr zugelassen. Seine Reichweite liegt im reinen Wasserstoffbetrieb bei 150 Kilometern, die Motorleistung bei 69 KW. Letztere ließe sich jedoch mit einem Treibstoffgemisch aus Wasserstoff und Benzin oder im Falle eines auf Direkteinspritzung beruhenden Motorkonzepts erhöhen.

Druckspeicherung technisch beherrschbar

Analog zu Fahrzeugen mit Brennstoffzellentechnik (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/091028001/) setzen die Ingenieure auf einen Drucktank. Wasserstoff-, Erdgas oder Gemische aus beiden Stoffen lassen sich damit unter einem Druck von 350 bar speichern. Bei Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb wurden aber auch schon Drücke von 700 bar vorgesehen, wovon die Experten jedoch aus Gründen der Sicherheit und des damit verbundenen technischen Aufwands Abstand nahmen.

"Die zur Anwendung kommende Speichermethode ist bei einem Druck von 350 bar meiner Ansicht nach technisch gut beherrschbar. In Kombination mit einem auf Sensoren basierenden elektronischen Gassicherheitssystem lassen sich potenzielle Risiken minimieren", meint Eichlseder. Dies setze jedoch voraus, dass dem schon im Zuge der Fahrzeugkonstruktion Rechnung getragen wird. Keinesfalls dürften sich zum Tankkonzept gehörende Komponenten an der Fahrzeugperipherie befinden.

Problematisch ist derzeit noch die fehlende Infrastruktur. "In Österreich gibt es nur eine Wasserstofftankstelle. In Deutschland existieren unter anderem in Berlin, Stuttgart und München entsprechende Tankstationen", sagt Manfred Klell, Geschäftsführer von HyCentA Research, auf Nachfrage von pressetext. Europaweit ist jedoch ein Netz öffentlicher Tankstellen im Entstehen http://www.netinform.net/H2/H2Stations/H2Stations.aspx?Continent=EU&StationID=-1.

"Auch muss die zur Erzeugung des Wasserstoffs durch Elektrolyse nötige Energie auf regenerativem Wege gewonnen werden", betont Eichlseder. Andernfalls bestehe im Hinblick auf mögliche CO2-Einsparungen die Gefahr eines Nullsummenspiels. Der Wirkungsgrad liegt in der Herstellung von Wasserstoff bei rund 75 Prozent, so die Experten.

Nikolaus Summer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.hycenta.at
http://vkm-thd.tugraz.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Verbesserte Leistung dank halbiertem Gewicht
24.07.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Hochschule Bochum und thyssenkrupp präsentieren Solar-Sportcoupé
06.07.2017 | Hochschule Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie