Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wärmeschalter für Tankklappen

01.07.2008
Die meisten Tankklappen lassen sich vom Fahrzeuginnenraum öffnen - durch einen kleinen Motor sowie zahlreiche Schrauben und Federn. Künftig soll dies ein kleiner Draht übernehmen. Das neue System ist durchschnittlich 80 Prozent kostengünstiger.

Gerade noch geschafft - mit dem letzten Sprit rollt das Auto an die Tankstelle. Um den Tank zu füllen, muss der Fahrer die Tankklappe zunächst entriegeln, meist mit einem Knopf im Innenraum des Fahrzeugs.

Die Entriegelung übernehmen ein kleiner Stellmotor, mehrere Zahnräder und verschiedene Federn, insgesamt mehr als zehn Einzelteile. Künftig könnte dieser Mechanismus wesentlich einfacher werden: Ein einzelner Draht reicht dann aus, um den Entriegelungsmechanismus für die Tankklappe zu öffnen.

Das Besondere an diesem Bauteil: Es wird aus Formgedächtnismaterial gefertigt. Verformt man ein solches Material und erwärmt es anschließend, setzt es einem Magnetfeld aus oder hält es ins Licht, nimmt es seine ursprüngliche Form wieder ein. Im Fall der Tankdeckel-Verriegelung verkürzen sich die Bauteile durch erhöhte Temperatur. "Wir schicken Strom durch den Draht, der sich daraufhin erwärmt. Durch die Wärme erinnert er sich an seine ursprüngliche Form, zieht sich also zusammen, und öffnet so den Tankdeckel", erklärt Dr. Gunther Naumann, Gruppenleiter am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz, unter dessen Leitung das neue System entwickelt wurde.

... mehr zu:
»Tankklappe

"Der Vorteil: Unser Entriegelungssystem ist durchschnittlich um 80 Prozent kostengünstiger als herkömmliche Systeme. Zudem lassen sich beim Gewicht etwa 90 Prozent einsparen - denn der Spezialdraht wiegt nur fünf Gramm", sagt Naumann. Auch beim Bauraum, den die Entriegelung einnimmt, bringt das System Vorteile: Während der übliche Stellmotor mit seinem Gehäuse 6 x 4 x 3 Zentimeter benötigt, lässt sich der Draht in die Zugstange integrieren, die bereits vorhanden ist. Er braucht somit keinen zusätzlichen Platz.

Einen Prototypen des Systems gibt es bereits. Auch den Draht, eine Nickel-Titan-Legierung, kann man fertig von der Rolle kaufen - er ist bereits so "trainiert", dass er sich bei Erwärmung verkürzt. "Selbst wenn man den Tankdeckel über zehn Jahre täglich zweimal öffnet, würde das System nicht verschleißen", sagt Naumann.

Dr. Janine Drexler | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2008/07/Mediendienst072008Thema6.jsp

Weitere Berichte zu: Tankklappe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

nachricht Das erste fliegende Auto kommt 2018
13.02.2017 | PAL-V International B.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie