Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vom Virtuellen Prototyp zum Serienmodell

01.09.2016

Im Automobilbau sind viele Werkzeuge virtuell: Das Virtual Dimension Center (VDC) gibt in einem neuen Whitepaper einen Überblick über die Anwendungsfelder und Trends dieser Virtuellen Techniken im Automobilbau. Sie kommen in Entwicklung, Produktion, Marketing, Training und Service zum Einsatz und machen physische Prototypen zunehmend überflüssig. Die Hersteller werden künftig noch stärker auf diese Methoden und Werkzeuge setzen.

Die Unternehmen der Automobilindustrie verfügen über eine große Innovationskraft. Neben der Luftfahrt war die Automobilbranche eine der ersten Branchen, in der Techniken der virtuellen Produktentwicklung eingesetzt wurden. Zum Einsatz kommen sie dort beispielsweise im Styling der Modelle, beim haptischen und akustischen Engineering, als Virtuelle Mock-Ups (VMUs; deutsch: Virtuelle Versuchsmodelle) und in der Fahrsimulation.


Begehung einer virtuellen Fabrik

© Virtalis


Heckklappensimulator am Fraunhofer IPK

© Fraunhofer IPK

Der Nutzen Virtueller Techniken liegt in der Einsparung physischer Prototypen, da viele gestalterische und funktionale Fragen schon frühzeitig an Virtuellen Prototypen simuliert und beantwortet werden können. Mit der fortschreitenden Digitalisierung entstehen immer mehr Möglichkeiten, etwa die virtuelle Zertifizierung oder Assistenzsysteme für Produktion und Service.

„Virtuelle Techniken werden entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingesetzt. Dadurch erhalten Hersteller viele Informationen bereits früher im Entstehungsprozess, was die Planungsqualität und Planungssicherheit erhöht“, erläutert Dr. Christoph Runde, Geschäftsführer des VDC. „Dank Virtueller Prototypen und VMUs gibt es weniger Rückmeldungsschleifen und die Serienreife wird schneller erreicht.“ Auch Fehler und ihre Folgekosten könnten so reduziert werden.

... mehr zu:
»Automobilbau »Prototyp »Smart Glasses »VDC

Whitepaper gibt einen Überblick über Virtuelle Techniken im Automobilbau

Das aktuelle Whitepaper des VDC stellt die zahlreichen Anwendungsfelder Virtueller Techniken im Automobilbau dar und zeigt Trends in diesem Bereich auf. In der Entwicklung werden dabei das Virtual Prototyping des Fahrzeuges und der Fertigung betrachtet. Viele Hersteller analysieren und optimieren etwa Motorengeräusche, um einen entsprechenden „Markensound“ durch Acoustic Engineering zu erreichen. Virtuelle haptische Untersuchungen werden genutzt, um beispielsweise Göße, Position, Form und Materialität von Bedienelementen ergonomisch zu gestalten.

„Ergonomieuntersuchungen erfolgen zunehmend unter Einsatz von Datenhelmen. Diese werden nicht nur immer günstiger, sondern auch leistungsfähiger und ersetzen in manchen Fällen bereits größere technische Setups wie Projektionswände“, erklärt Runde. Mit VMUs stehen auch virtuelle Gesamtmodelle des Fahrzeugs zur Verfügung, an denen etwa Bauräume oder die Wartbarkeit untersucht werden.

Auch die Fahrsimulation hat zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Neuerdings werden dabei verstärkt die Car-to-Car- und Car-to-X-Kommunikation, Mensch-Maschine-Schnittstellen, Infotainment-Systeme oder Head-Up-Displays getestet. In der Fabrik- und Fertigungsplanung, im Training, in der Produktion und im Marketing finden sich zahlreiche weitere Virtuelle Techniken.

Besonders interessant sind derzeit Wearables wie Smart Glasses, bei denen Augmented Reality (AR; deutsch: Erweiterte Realität) genutzt wird, um Werker bei der Montage, Wartung oder Reparatur von Autos zu unterstützen.

Virtuelle Techniken gewinnen an Bedeutung

In der Zukunft werden diese Methoden und Werkzeuge noch wichtiger werden. Ursachen hierfür sind der anhaltende Trend zur Ausdifferenzierung im Automobilbau, damit steigende Variantenzahlen und nicht zuletzt wachsende Komplexität der technischen Systeme. Technikseitige Entwicklungen schaffen weitere Anwendungsfelder: Leistungsfähige Hardware lässt sich auch von Endanwendern einfach bedienen, sodass verschiedene Hersteller schon jetzt Virtual-Reality-Headsets als virtuelle Showrooms setzen.

Dank immer schnellerer Datenverbindungen werden virtuelle Zusammenarbeit und verteilte Kooperation in globalen Teams einfacher. Künftig werden verstärkt auch virtuelle Zertifizierungen stattfinden. Schon heute ist die Überprüfung verschiedener Maße und Abstände im Außenbereich von Fahrzeugen im virtuellen Raum möglich.

Weitere Informationen:

http://www.vdc-fellbach.de/downloads/whitepaper, Download des Whitepapers

Marina Horlacher | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Automobilbau Prototyp Smart Glasses VDC

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften