Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Virtueller Dummy für mehr Sicherheit im Auto

25.01.2006
Erfolgreicher Einsatz bei der Entwicklung des neuen Yaris

Größtmöglicher Unfallschutz für alle im Straßenverkehr beteiligten gehört zu den obersten Entwicklungszielen bei der Gestaltung neuer Toyota Fahrzeuge. Viele zur Verbesserung der aktiven und passiven Sicherheit angestrebte Eigenschaften und Funktionen des Autos lassen sich inzwischen durch CAD-Verfahren am Computer simulieren. Längst können die Entwicklungsingenieure auch Crashtests am Bildschirm ausführen und das Verformungsverhalten von Karosserie-Deformationszonen präzise vorausberechnen. Toyota erforscht auf diese Weise nicht nur den zu erwartenden Unfallschaden am Fahrzeug, sondern auch das Verletzungsrisiko von Passagieren und Fußgängern. Wie im realen Crashtest werden dazu Dummies eingesetzt, nur sind diese so virtuell wie das Fahrzeug, in dem sie sitzen. THUMS heißt der Dummy für den errechneten Ernstfall bei Toyota. Die Abkürzung steht für "Total Human Model for Safety" (komplettes menschliches Modell für Sicherheit).


Die Besonderheit von THUMS liegt in der Präzision der biometrischen Abbildung. THUMS simuliert den Knochenbau des Menschen, aber auch die Festigkeit seiner Gewebe, Muskeln und inneren Organe. Bei simulierten Unfallsituationen lassen sich mit diesem Modell die Schwere und die Art von Verletzungen für die Fahrzeug-Insassen sowie eventuell am Unfall beteiligte Fußgänger viel genauer als bisher berechnen. Mit Hilfe von THUMS simuliert Toyota sowohl die Euro NCAP-Crashtests als auch die davon abweichenden amerikanischen Unfalltests, ohne teure Prototypen zu zerstören.

Auch die Gebote des Fußgängerschutzes, die künftig bei der Gestaltung der Fahrzeugfronten sehr viel stärker berücksichtigt werden müssen, sind durch THUMS schon in einer frühen Entwicklungsphase des neuen Autos darstellbar. In der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Toyota "arbeitet" eine komplette Kleinfamilie von THUMS-Modellen. Neben den typischen Erwachsenen beiderlei Geschlechts simuliert THUMS auch ein sechsjähriges Kind im Auto. Dazu kommen zwei weitere virtuelle Dummies für den Fußgänger als Kind und Erwachsener.

... mehr zu:
»Crashtest »Dummy »THUMS

Mit welcher Genauigkeit Toyota mit Hilfe der künstlichen Dummies die Ergebnisse eines echten Crashtests vorwegnehmen kann, zeigt sich am Beispiel des neuen Yaris. Die Sicherheitskopfstützen des Yaris mit dem WIL Schleudertrauma-Schutzsystem wurden entsprechend der Berechnungen mit THUMS konzipiert. Der anschließende Praxistest zeigte, dass die berechneten Ergebnisse der Realsituation weitgehend entsprachen. Simuliert und gemessen wurde die auf den menschlichen Körper einwirkende Belastung im Bereich der kritischen Punkte zwischen dem ersten und zweiten sowie zwischen dem vierten und fünften Halswirbel. Die im virtuellen Versuch ermittelten Daten stimmten sowohl hinsichtlich des maximalen und durchschnittlichen Beugewinkels wie auch bei den auf die Halswirbelsäule einwirkenden Kräften mit den im realen Crashtest gemessenen Werten überein.

Der offizielle Euro NCAP-Crashtest des neuen Yaris stellte den Toyota Ingenieuren und THUMS ein hervorragendes Zeugnis aus: Mit fünf Sternen und 35 Punkten für den Insassenschutz erzielte der Yaris eines der besten Resultate überhaupt und schnitt besser ab als alle direkten Wettbewerber.

Karsten Rehmann | Presse Toyota
Weitere Informationen:
http://www.toyota.de

Weitere Berichte zu: Crashtest Dummy THUMS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie