Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Über die Grenzen hinaus - Erfolgreiche Patente aus Graz am Forschungszentrum VIRTUAL VEHICLE

21.10.2014

Fünf erteilte Patente und 30 Patentanmeldungen an österreichischen und internationalen Patentämtern der Forscherteams am Grazer VIRTUAL VEHICLE ernten internationale Anerkennung. Beispielsweise macht eine Erfindung das Bremsen von Straßenbahnen und Zügen um vieles sicherer.

Das in Graz ansässige Kompetenzzentrum VIRTUAL VEHICLE ist für die Forschung im Bereich der virtuellen Fahrzeugentwicklung längst bekannt, wird doch in zahlreichen Projekten im Rahmen des K2-Mobility-Förderprogramms mit führenden Fahrzeugherstellern an technologischen Konzepten für die Mobilität der Zukunft geforscht.


Simulation der Ausbreitung des Sandstrahls, die Farben kennzeichnen unterschiedlich schwere Teilchen / Rotationsverhalten. Bild: VIRTUAL VEHICLE


Die patentierte Gasdruckmessung von Batteriezellen im Betrieb ermöglicht neue Batterieentwicklungen und den sicheren Betrieb von Batterien. Bild: VIRTUAL VEHICLE

Darüber hinaus wirkt das Forschungszentrum auch als Ideenwerkstatt, seit dem Jahr 2008 konnte eine Vielzahl an Erfindungen hervorgebracht werden. 30 dieser Erfindungen des VIRTUAL VEHICLE haben es zur Patentanmeldung geschafft, mehr als die Hälfte davon sind internationale Einreichungen.

Die Erteilung von Schutzrechten ist in der Regel ein sehr langwieriger Prozess und dauert zumeist mehrere Jahre. Erst wenn alle Hindernisse auf dem Weg zum Schutzrecht einer Erfindung überwunden sind und ein positives Gutachten vorliegt, gilt ein Patent als „erteilt“, bzw. international als „patent granted“.

Von den 30 bisher eingereichten Anträgen sind zahlreiche Patenteinreichungen in Prüfung, jedoch wurden dem VIRTUAL VEHICLE bereits fünf Patente vom österreichischen Patentamt bzw. von internationalen Patentämtern erteilt.

Verbessertes Bremsen von Zügen und Straßenbahnen

Am Forschungszentrum wurden eine Messvorrichtung und ein Messverfahren entwickelt, mit dem die Größe und das Rotationsverhalten von Tröpfchen und Partikel in sogenannten Mehrphasenströmungen optisch ermittelt werden kann. Die Bestimmung des Rotationsverhalten und der Größenverteilung erfolgt dabei über Bildanalyse-Algorithmen. Unter anderem erlaubt die entwickelte Methode das Ausbreitungsverhalten von Sandpartikel etwa bei sogenannten Sandungs-Anlagen besser vorherzusagen und derartige Bremssysteme – welche beispielsweise bei Straßenbahnen zum Einsatz kommen - zu verbessern (erteiltes Patent des Österreichischen Patentamtes).

Gasdruck-Überwachung macht Batteriezellen sicherer und ermöglicht Weiterentwicklung

Ein Messsystem für die Gasdruckmessung in Batterie-Zellen wurde am VIRTUAL VEHICLE gemeinsam mit dem Forschungspartner TU Graz weiterentwickelt. Die zuverlässige Bestimmung des Gasdrucks „in-situ“, also während des Betriebs innerhalb der Zelle und unter temperatur-kontrollierten Messbedingungen, wird mit der patentierten Technologie gelöst. In Forschung und Entwicklung erlaubt die Beobachtung des Gasdruckes direkte Rückschlüsse auf die mögliche Verwendbarkeit von neuen Materialien und ist somit ein entscheidender Parameter für die Batterieentwicklung und den sicheren Betrieb von Batterien (erteiltes Patent des Österreichischen Patentamtes).

Verbindungsfehler im Fahrzeug erkennen und lokalisieren

Um in Fahrzeug-Bussystemen Verbindungsfehler zu erkennen und mit Hilfe einer Laufzeitmessung sogar lokalisieren zu können, wurde durch die Forscher in Graz ein neues Verfahren entwickelt. Die Technologie ermöglicht eine effiziente und kostengünstige Fehlerbehebung bei Kabelbruch, Kurzschlüssen, erhöhten Kontaktwiderständen und fehlerhaften Netzwerkmodifikationen (erteiltes Patent des British Intellectual Property Office).

Bussysteme im richtigen Takt

Ein Verfahren zur Bestimmung der „Taktqualität“ in Netzwerkknoten eines Bussystems, wurde zusammen mit dem Forschungspartner TU Wien weiterentwickelt. Mit dieser innovativen Technologie ist es möglich, den physikalischen Takt im Netzwerkknoten ohne Beeinflussung der Funktionsfähigkeit im laufenden Betrieb und ohne direkten Zugang zum Taktgeber des Knotens zu ermitteln (erteilte Patente des Österreichischen und des Deutschen Patentamtes).

VIRTUAL VEHICLE als Brücke zwischen Industrie und Wissenschaft

Etwa ein Drittel der zum Patent angemeldeten Forschungsleistungen entstanden in enger Kooperation mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft. Dementsprechend werden diese Innovationen nicht nur gemeinsam patentrechtlich geschützt, sondern auch zusammen mit den jeweiligen Partnern hinsichtlich (Produkt-) Verwertung weiter entwickelt.

Bei 75 % aller Anmeldungen konnte außerdem der gesamte Patentierungsablauf – von der Erstellung der Patentanmeldung, über die Einreichung an sich bis zur IPR-Verwertung – vollständig im Haus und ohne externe Unterstützung durchgeführt werden, was einen kostengünstigen und effizienten IPR-Prozess am Grazer Forschungszentrum sicherstellt.

Diese erteilten Patente unterstreichen die Brücken-Funktion des VIRTUAL VEHICLE zwischen Forschung und Industrie und bestätigen die führende Position des Kompetenzzentrums in der heimischen wie auch internationalen Forschungslandschaft.

VIRTUAL VEHICLE

VIRTUAL VEHICLE ist ein international führendes Forschungszentrum in Graz/Österreich, das leistbare, sichere und umweltfreundliche Fahrzeugkonzepte für Straße und Schiene entwickelt. Wesentliche Elemente der Forschung und Entwicklung sind die Verknüpfung von numerischer Simulation und experimenteller Absicherung sowie eine umfassende Systemsimulation bis hin zum Gesamtfahrzeug.

Über 200 Expertinnen und Experten realisieren in einem internationalen Netzwerk aus Industrie- und Forschungspartnern innovative Lösungen und entwickeln neue Methoden und Technologien für das Fahrzeug von morgen. Aktuell arbeiten über 80 Industriepartner (u.a. Audi, AVL, Bosch, BMW, Daimler, Doppelmayr, Magna Steyr, MAN, Porsche, Siemens oder Volkswagen), sowie neben der TU Graz 45 weltweite universitäre Forschungsinstitute (u.a. KTH Stockholm, KU Leuven, Universidad Politécnica de Valencia, St. Petersburg State Polytechnic University, TU München, KIT Karlsruhe, University of Sheffield oder CRIM Montreal) eng mit VIRTUAL VEHICLE zusammen. Im Geschäftsjahr 2013 wurde ein Umsatz von 22 Millionen Euro erzielt.

Das COMET K2-Programm bietet die Basis für geförderte Forschungsaktivitäten bis mindestens Ende 2017. VIRTUAL VEHICLE leitet und begleitet eine Vielzahl zukunftsweisender EU-Projekte und bietet zugleich ein breites Portfolio an Auftragsforschung und Dienstleistungen an.

Kontakt:
DI (FH) Christian Santner
VIRTUAL VEHICLE
christian.santner@v2c2.at
Tel: +43 664 88518030
www.v2c2.at

Weitere Informationen:

http://www.v2c2.at - Website VIRTUAL VEHICLE

Elisabeth Pichler | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht 3D-Scans für die Automobil-Industrie
13.01.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Jedem Fahrer das passende Fahrzeug
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie